Kleinasien

Kleinasien
Anatolien und Europa
Anatolien und Europa
Gewsser 1Schwarzes Meer, Marmarameer
Gewsser 2gis, Mittelmeer
GeographischeLage390?0?N, 330?0?OKoordinaten:390?0?N, 330?0?O
Lnge1300km
Breite670km
Flche757.000km

Kleinasien (lateinisch Asia minor, altgriechisch Μικρά Ἀσία Mikrá Asía) oder Anatolien (von altgriechisch ἀνατολή anatolē ‚Osten‘; türkisch Anadolu; osmanisch اناطولی, İA Anaṭolı) ist jener Teil der heutigen Türkei, der zu Vorderasien gehört.



Inhaltsverzeichnis



Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flche und Abgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich bezog sich der Name Anatolien nur auf den zentralen Teil der Halbinsel. Er leitet sich vom byzantinischen Militärbezirk (Thema) Anatolikon ab, der im 7. Jahrhundert entstand. Zuvor war für die Halbinsel zwischen Ägäis und Euphrat stattdessen der lateinische Ausdruck Asia Minor („Kleinasien“) gebräuchlich. Seit Gründung der Türkei 1923 umfasst der Begriff Anatolien die ganze Türkei ohne Thrakien. Die Landesfläche beträgt 757.000 km² und macht 97 % des türkischen Staatsgebietes aus und etwas unter 2 % des Erdteils Asien. Das Gebiet wird im Süden vom Mittelmeer begrenzt, im Norden vom Schwarzen Meer, im Westen von der Ägäis und im Nordwesten vom Bosporus, dem Marmarameer und den Dardanellen.

Die östliche Grenze Anatoliens ist ungenau definiert. Der Einfachheit halber wird sie oft mit der östlichen Landesgrenze der Türkei gleichgesetzt. Die Ostgrenze Kleinasiens dagegen wird historisch wie kulturell durch den Euphrat markiert, denn östlich des Flusses liegt Mesopotamien.

Bevlkerung und Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bevölkerungszahl hat sich seit 1930 (12 Millionen) auf derzeit 55 bis 58 Millionen (ohne europäische Türkei) vergrößert und entspricht damit einer Verdoppelung im 34-Jahre-Takt. Sie setzt sich heute aus Türken, Kurden und Angehörigen anderer türkischer Stämme zusammen. Daneben existieren noch weitere Minderheiten, wie etwa die Zaza, Albaner, Araber, Armenier, Aramäer, Bosniaken, Bulgaren, Pomaken, Georgier, Lasen, Griechen, Tscherkessen und Perser.

Hinsichtlich der Religion dominiert mit 98 % der Islam (davon 70–80 % Sunniten und 20–30 % Aleviten). Die Christen stellen noch 0,2 %, gegenüber einem Fünftel der Bewohner um 1910. Heute leben vornehmlich im Westen Griechen und im Norden Pontosgriechen. Von anderen kleinen Religionsgemeinschaften (genaue Zahlen werden nicht erhoben) sind rund 20.000 Juden und 423 Jesiden (Volkszählung 2000) zu erwähnen. Die Jesiden lebten überwiegend in Südostanatolien. In den letzten 30 Jahren haben sie in großen Auswanderungswellen die Türkei verlassen. Heute befindet sich die große Mehrheit von 30.000 türkischen Jesiden in Europa.

Zwei Hauptstdte und zwei Meerengen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Grenze zwischen Europa und Asien gilt seit der Antike der Bosporus. Die Einwohnerzahl der Großstadt Istanbul auf beiden Ufern hat sich seit 1970 von zwei auf vierzehn Millionen erhöht. Sie war bis 1453 byzantinische und bis 1923 osmanische Hauptstadt. 1923 wurde die Hauptstadt in das kleinere, aber für Kleinasien zentrale Ankara verlegt. Die Stadt am Bosporus ist durch die interkontinentale Meeresenge geteilt in einen europäischen und einen asiatischen Teil. Sie werden durch dichten Schiffsverkehr, zwei Brücken und einen unter dem Meer verlaufenden Eisenbahntunnel miteinander verbunden. Eine weitere Brücke an der Schwarzmeerküste wurde 2016 fertiggestellt.

Die zweite Meeresenge zu Kleinasien sind die Dardanellen (der antike Hellespont) zwischen der europäischen Halbinsel Gallipoli (türk. Gelibolu) und der Region von Troja und Çanakkale. Geologisch gesehen gehören aber Asien und Europa als einheitlicher Großkontinent Eurasien zusammen.

Klima[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Klima ist kontinental geprägt mit sehr warmen bis heißen trockenen Sommern und kalten und sehr schneereichen Wintern. Im östlichen Teil sinken die Temperaturen im Winter oft bis auf minus 30 Grad Celsius und darunter. An der Schwarzmeerküste ist es das ganze Jahr über sehr niederschlagsreich. An der sogenannten türkischen Riviera und der Ägäis bleibt die Temperatur im Winter stets oberhalb von 5 Grad Celsius. Dabei gibt es im Winter eine Besonderheit, vor allem in der Bosporus-Region (einschließlich Istanbul) und der westlichen Schwarzmeerregion (z. B. um Zonguldak): Durch starke Kaltlufteinbrüche von Norden her aus Osteuropa kommt es zu langanhaltenden ergiebigen Schneefällen, dem sogenannten Lake effect snow. Dabei ist es nicht ungewöhnlich, dass auch in der Metropolregion Istanbul große Mengen an Schnee fallen. In der Vergangenheit gab es durch starke Winde zudem meterhohe Schneewehen, so zum Beispiel während der Schneekatastrophe im März 1987. Damals schneite es in Istanbul tagelang und der Schnee lag meterhoch.

Klimarekorde in Kleinasien
MessgreMessortMesswertDatum
Tiefste gemessene TemperaturIn der Provinz Van (im bewohnten Ort)?46,4C9. Januar 1990
Tiefste mittlere JahrestemperaturProvinz Kars, Kreis Sar?kam??1,8C
Hchste mittlere JahrestemperaturProvinz Hatay, Kreis ?skenderun21,3C1962
Hchste gemessene TemperaturProvinz Mardin, Kocatepe48,8C14. August 1993
Hchste gemessene Schneehhe in einer OrtschaftStadt Bitlis (um 1400m)525cmFebruar 1954
Hchste JahresniederschlagssummeProvinz Rize4045,3mm1931
Niedrigste JahresniederschlagssummeProvinz I?d?r114,5mm1970
Hchste Niederschlagssumme innerhalb eines TagesKemer bei Antalya469mm11. Dezember 1971
Stand der Werte: 2003


Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

?Hauptartikel: Geschichte Anatoliens

Frhgeschichte und antike Provinzen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kleinasien zur Zeit der Hethiter
Bild: Samuel Butler (1774-1839)
Lizenz: PD US Army

Der Name „Kleinasien“ leitet sich historisch von der römischen Provinz Asia ab, die aber nur den westlichsten Teil der heutigen Türkei bildete.

Um 2000 v. Chr. gründeten Assyrer bei Kültepe eine Handelskolonie. Zentralanatolien war damals in mehrere Stadtstaaten geteilt und die Bevölkerung war ethnisch gemischt. In Zentralanatolien lebten die Hattier, in Paphlagonien die Paläer, am Oberlauf des Halys die Hethiter und in Südanatolien die Luwier. In Ostanatolien breitete sich nach und nach die Hurriter aus. Um 1600 v.Chr. entstand das Großkönigreich der Hethiter, das bis etwa 1180 v.Chr. bestand. Der hethitische Großkönig Ḫattušili I. gründete die hethitische Hauptstadt Ḫattuša und betrieb den Ausbau des Reiches durch Eroberungen in Anatolien und Nord-Syrien. Die Hethiter unterwarfen im Lauf der Zeit die Länder Kizzuwatna und Arzawa, sowie kleinere Stadtstaaten, so dass sie schließlich fast ganz Anatolien und einen großen Teil Syriens kontrollierten. Das Neuhethitsche Reich (14.-12.Jh.v.Chr.). war neben Ägypten und Assyrien mit Babylonien die dritte Großmacht der damaligen Zeit.

Das hethitische Großreich umfasste auch eine ganze Reihe von kleinen Vasallen- und Nachbarstaaten, wie Tarḫuntašša oder Karkemiš. Von besonderem Interesse in der Forschung und besonders interessierten Laien der letzten Jahre ist die mögliche Beziehung, der Einfluss der hethitischen Militärmacht und Kultur auf die Troas, die heute als wahrscheinlich gilt (siehe Troja), sowie die Kontakte mit den mykenischen Stadtstaaten insbesondere an der kleinasiatischen Westküste, die dort sicher seit Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. bestanden.

Als eines der bedeutendsten Ereignisse der hethitischen Geschichte gilt die Schlacht bei Kadeš (1274 v. Chr.), in der die Armeen des hethitischen Großkönigs Muwatalli II. und des ägyptischen Pharaos Ramses II. aufeinandertrafen sowie der nachfolgende Vertrag zwischen Ramses und Ḫattušili III. (1259 v. Chr.) Hierbei handelt es sich um den ältesten schriftlich überlieferten Friedensvertrag der Welt, von dem unter anderem eine Kopie – als ein Symbol für den Frieden – im UNO-Gebäude in New York zu sehen ist.

Im neunten Jahrhundert v. Chr. etabliert sich das Reich Urartu im späteren Armenien am ostanatolischen Euphrat. König Sarduri I. (um 830 v. Chr.) errichtet die Hauptstadt Tuschpa am Van-See. Hochwertige Bewässerung und Zucht, Metalle und eigene Hieroglyphen wurden entwickelt. Um 620 v. Chr. wird das Reich von den Skythen erobert und vernichtet.

Kleinasien (mit römischen Provinzen) und Mesopotamien in der Antike
Bild: Samuel Butler (1774-1839)
Lizenz: PD US Army

Seit der Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. lebten mykenische Griechen in den Städten Kleinasiens (nachweisbar beispielsweise in Milet). Im elften und zehnten Jahrhundert verstärkte sich dann die Kolonisierung der kleinasiatischen Westküste durch griechische Ionier und Dorer; mit der Gründung Sinopes um 630 v. Chr. beginnt zudem die griechische Besiedlung der nördlichen Küsten am Schwarzen Meer. Im Anschluss dieser Siedlungsbewegung wurden folgende Landschaften unterschieden:

546 v. Chr. eroberte Persiens Großkönig Kyros II. Lydien und danach Lykien und die griechischen Städte an der Küste. Um 500 v. Chr. wurde ganz Anatolien dem Perserreich angegliedert. Infolge der Perserkriege fiel die Westküste wieder an die Griechen, wurde aber nach dem Peloponnesischen Krieg abermals persisch.

Alexander der Große setzte mit seinem Heer 334 v. Chr. über das Marmarameer und schlug die Perser vernichtend. Die Eroberung Kleinasiens brachte jedoch noch keine Entscheidung. Erfolge waren neben dem reibungslosen Übergang über den Hellespont und der Schlacht am Granikos um den Auftakt der Invasion vor allem die meist kampflose Besetzung der Regionen der heutigen Türkei. Die griechischstämmige Stadtbevölkerung von Ionien war dem makedonischen König durchwegs freundlich gesinnt. Er setzte erste frühdemokratische Verfassungen (Demos) wieder in Kraft. Intern setzte er sich gegen den Berater seines Vaters Philipp II., den alten General und Reiterführer Parmenion durch. Alexander bevorzugte den Kriegsrat seiner Gefährten. Nach der Eroberung von Milet schickte Alexander Flottenkontingente der griechischen Städte nach Hause. 20 Trieren aus Athen behielt er zurück. Er transportierte noch die Belagerungsmaschinen vor Halikarnassos. Hier hatte Memnon aus Rhodos von Dareios III. den Oberbefehl über die Flotte in der Ägäis zu dem Befehl über die Söldnertruppen hinzu erhalten.

Finanziell waren die griechischen Städte und hier vor allem Ephesos gute Zahler. Die persischen Tribute hatte der König dem Tempel der Artemis zugeordnet. Damit wurden die Gärten befestigt und der Raum für Asylsuchende erweitert. Nach griechischem Brauchtum wurden Flüchtige bei Kriegshandlungen im Tempel verschont. Dort drängten sich bei Truppenankünften und Plünderungen Frauen und Kinder. In Ephesos konnten auch Belagerungsmaschinen gebaut werden. Diese neue Technik griechischer Ingenieure bewirkte die Erfolge vor Milet und vor allem Halikarnassos. Mit Wintereinbruch waren auch die Hafenstädte der Südküste Kleinasiens für die Makedonen gewonnen und die persische Armada war bereits auf die Inseln verdrängt. Die Tore Syriens (Kilikische Pforte) waren Gegenstand der Planung des folgenden Frühjahres. Dareios III. war unterdessen auf den Unruheherd im Westen aufmerksam geworden und ernannte Memnon, den Kommandeur der Söldner in persischen Diensten, auch zum Oberbefehlshaber der Flotte. Im Frühjahr 333 v. Chr. gefährdete Memnon die Nachschublinien der Makedonen und beunruhigte mit der Flotte selbst Griechenland. Seine Frau Barsine mit Familie hatte er an den persischen Hof als Unterpfand für seine Zuverlässigkeit geschickt. Im harten Winter Kleinasiens kamen die Kampfhandlungen zu Lande und zur See fast zum Erliegen. Der Legende nach löste Alexander den Gordischen Knoten mit einem Hieb seines Schwerts. Dies symbolisierte eine rasche Eroberung der asiatischen Welt. Kleinasien blieb auch in der Folgezeit der Feldzüge Alexanders Drehscheibe des makedonischen Nachschubs.

Nach Alexanders Tod teilten die Diadochen das Reich auf, Kleinasien ging größtenteils an Lysimachos und Seleukos I. Philetairos spaltete 282 v. Chr. davon die Stadt Pergamon ab, die unter seinen Nachfolgern, den Attaliden, zum einflussreichsten hellenistischen Staat in Kleinasien wurde. 133 v. Chr. wurde das Pergamenische Reich an Rom vererbt und in die Provinz Asia umgewandelt. Um 275 siedelten sich nach Plünderungen in Zentralanatolien Kelten aus Thrakien an und gründeten das Reich Galatien.

Rmerreich, Christentum und Byzanz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Provinzgliederung Kleinasiens als Teil des römischen Reichs
Bild: Samuel Butler (1774-1839)
Lizenz: PD US Army

Bis 60 v. Chr. kamen die Küstenregionen durch Pompeius zum Römischen Reich. Ein starker Gegner war zuletzt König Mithridates VI. Eupator von Pontus (121-63 v. Chr.) gewesen, der versucht hatte, Kleinasien zum Aufstand gegen die vordringenden Römer zu bewegen. In der frühen Kaiserzeit (Prinzipat) wurde auch das Landesinnere schrittweise von Rom annektiert und um das Jahr 65 die Provinzen neu gegliedert: Bithynia et Pontus im Norden, Asia im Westen, Lycia et Pamphylia im Südwesten und Cilicia (Kilikien) im Südosten. Die Könige von Galatien, Kappadokien und Paphlagonien behielten als Vasallen Roms und als „Puffer“ gegen Nachbarvölker etwas länger ihren Thron, bis auch ihre Gebiete schließlich als Provinzen in das Imperium Romanum integriert wurden.

Mit der Pax Romana des Augustus begann um die Zeitenwende eine Blütezeit, die bis zum späten 2. Jahrhundert n. Chr. andauerte; die Kaiser Trajan und Hadrian bereisten Kleinasien. Um das Jahr 50 begann das Christentum Fuß zu fassen, zuerst in Perge, wenig später in der Provinzhauptstadt von Asia, Ephesos, und in Griechenland – siehe die Paulusbriefe an verschiedene Gemeinden. Auch einige frühe Bischofssitze entstanden, unter anderem in Myra (in Lykien), in dem um 350 der heilige Nikolaus wirkte. Die ersten Konzile fanden in Kleinasien statt.

Die byzantinischen Themen um 950 n. Chr.
Bild: Samuel Butler (1774-1839)
Lizenz: PD US Army

Im vierten Jahrhundert wurde Konstantinopel zur Residenz des östlichen Teils des Römischen Reiches; damit rückte Kleinasien näher an die kaiserliche Zentrale. Wenig später, im frühen fünften Jahrhundert, findet sich die erste überlieferte Erwähnung des Begriffs Asia Minor (Orosius, Hist. adv. Pag. 1,26); zuvor war stets nur von Asia die Rede gewesen.

Nach der Eroberung Ägyptens, Palästinas und Syriens durch die Araber im siebten Jahrhundert (Islamische Expansion), die das Ende der Antike markierte, bildete Kleinasien das Kerngebiet des Oströmischen bzw. Byzantinischen Reiches. Damals entstand auch das Thema (Heeresbezirk) Anatolikon. Es verdankte seinen Namen dem Umstand, dass sich hierhin die geschlagene Armee des magister militum per Orientem (lat. Oriens = griech. Anatolé) zurückgezogen hatte. Der Verwaltungssitz dieses Themas war Amorion 200 km südwestlich von Ankara. Seit dem Mittelalter übertrug sich diese Bezeichnung auf ganz Kleinasien, das heute oft "Anatolien" genannt wird. Nach der Schlacht von Manzikert (1071) wurden weite Teile Inneranatoliens von den seldschukischen Türken erobert, doch konnte das Ostrom bzw. Byzanz mit dem Beginn der Kreuzzüge wieder in die Offensive gehen, bis nach dem 4. Kreuzzug (1204) Byzanz die Verteidigung in Kleinasien nicht mehr aufrechterhalten konnte. Mitte des 14. Jahrhunderts fielen die meisten byzantinischen Städte in türkische Hand. Philadelphia konnte sich jedoch bis 1390 halten, ebenso blieb das byzantinische Kaiserreich von Trapezunt im Pontos bis 1461 von der türkischen Besetzung frei.

Seldschuken, Mongolen und Osmanen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 11. Jahrhundert drangen aus dem Osten die turkmenischen Seldschuken nach Kleinasien. Nach dem Sieg in der Schlacht von Manzikert (1071) fiel der Großteil Anatoliens an sie. Das Zentrum ihres Reiches war Ikonion (die heutige Großstadt Konya), 200 km südlich von Ankara (Ankyra, ab 1023 Angora). Im 12. Jahrhundert konnte Byzanz einige Gebiete wieder zurückgewinnen. Das oströmische Reich endete erst 1453 mit dem Fall von Konstantinopel an die Osmanen.

Mit dem weiteren Vordringen der Mongolen nach Westen um die Mitte des 13. Jahrhunderts zerfiel das Seldschukenreich in viele Turkfürstentümer (tr: Beylik). Eine ihrer Dynastien, nach ihrem Führer Osman I. (1281–1326) die Osmanen benannt, setzte sich gegen die anderen Beyliks durch und eroberte 1326 auch den byzantinischen Norden bei Bursa. Im Osmanischen Reich verloren alle antiken Provinzen endgültig ihre Autonomie und meist auch ihren Namen.

Erster Weltkrieg und ?Bevlkerungstausch?[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem das im 17. Jahrhundert noch bis an die Tore Wiens reichende Osmanische Reich im Gefolge des Ersten Weltkriegs weiter verfiel und die Griechen nach 1918 von Smyrna (heute İzmir) aus in Richtung Ankara vorgedrungen waren, wurde sein kleinasiatischer Teil im Griechisch-Türkischen Krieg 1919–1922 unter Atatürk wieder zurückerobert. Dem Ende der Kämpfe folgte die Vertreibung mehrerer Millionen Menschen, die fürs Erste durch den im Vertrag von Lausanne vereinbarten „Bevölkerungsaustausch“ von 1923 abgeschlossen wurde.

Heute gliedert sich die Türkei in 81 Provinzen, davon 76 in Kleinasien sowie 5 im europäischen Teil westlich Istanbuls.



Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Forschungsinstitute

Sonstiges



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?spiegel.de 19. Februar 2015
  2. ?The Black Sea impact on the severe snow episode over the city of Istanbul

Kleinasien zur Zeit der HethiterBild: Samuel Butler (1774-1839)Lizenz: PD US Army
Bild: Samuel Butler (1774-1839)
Lizenz: PD US Army

Kleinasien (mit römischen Provinzen) und Mesopotamien in der AntikeBild: Samuel Butler (1774-1839)Lizenz: PD US Army
Bild: Samuel Butler (1774-1839)
Lizenz: PD US Army

Provinzgliederung Kleinasiens als Teil des römischen ReichsBild: Samuel Butler (1774-1839)Lizenz: PD US Army
Bild: Samuel Butler (1774-1839)
Lizenz: PD US Army

Die byzantinischen Themen um 950 n. Chr.Bild: Samuel Butler (1774-1839)Lizenz: PD US Army
Bild: Samuel Butler (1774-1839)
Lizenz: PD US Army

Kleinasien (lateinischAsia minor, altgriechischΜικρά ἈσίαMikrá Asía) oder Anatolien (von altgriechisch ἀνατολήanatolē ‚Osten‘; türkischAnadolu; osmanisch اناطولی, İAAnaṭolı) ist jener Teil der heutigen Türkei, der zu Vorderasien gehört.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Manfred Korfmann stirbt in Ofterdingen bei Tübingen. Manfred Osman Korfmann war ein deutscher prähistorischer Archäologe. Er war Professor am Institut für Ur- und Frühgeschichte der Universität Tübingen. Seine Forschungsschwerpunkte lagen auf der Kupfer- und Bronzezeit in Anatolien sowie den Fernwaffen Bogen und Schleuder. Große Bekanntheit erlangte er als Grabungsleiter an dem Ort, der seit Frank Calvert und Heinrich Schliemann als Troia bezeichnet wird und auch als Geburtsstätte der deutschen wissenschaftlichen Archäologie gilt.
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Gestorben: Dursun Akçam stirbt in Anatolien, Türkei. Dursun Akçam war ein türkischer Schriftsteller in Deutschland.
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Gestorben: Emmanuel Laroche stirbt. Emmanuel Laroche war ein französischer Sprachwissenschaftler, sein Spezialgebiet waren die antiken anatolische Sprachen (Indo-Europäisch und Hurritisch).
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Geboren: David Holston wird in Pontiac, Michigan geboren. David Holston ist ein US-amerikanischer Basketballspieler. Der für einen professionellen Basketballspieler vergleichsweise kleine Holston spielt seit dem Ende seines Studiums in seinem Heimatland 2009 als Profi in Europa. Dabei spielte er bis auf die Basketball-Bundesliga 2011/12 bei den Artland Dragons ausschließlich für Vereine aus der Türkiye Basketbol Ligi. Seit der Spielzeit 2012/13 spielt er für Büyükşehir Belediyesi SK aus Mersin an der Südostküste Anatoliens.
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Gestorben: Theresa Goell stirbt. Theresa Bathsheba Goell war eine US-amerikanische Archäologin und Bauforscherin. Sie war eine Pionierin der Archäologie in der Region Kommagene im Südosten Kleinasiens und ist besonders bekannt für ihre Forschungen am Nemrut Dağı und ihr Vorantreiben geophysikalischer Methoden in der archäologischen Forschung.

Ereignisse/Entwicklungen > Vorderasien

756 v. Chr.

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: Gründung der Stadt Kyzikos in Kleinasien durch Griechen aus Milet. (8. Jahrhundert )

Antike

256 n. Chr.

Römisches Reich:
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Karpen und Goten dringen über die Donau bis in die Provinz Macedonien nach Thessalonike vor und plündern die Küsten Kleinasiens.

25 v. Chr.

Römisches Reich:
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Rom gewinnt die neue Provinz Galatia in Kleinasien aufgrund einer testamentarischen Verfügung des letzten Galater-Königs Amyntas.

Islamische Expansion / Reconquista

740 n. Chr.

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In der Schlacht bei Akroinon besiegt Byzanz unter Leo III. die muslimische Armee des Kalifen Hischam und vertreibt die Araber aus Kleinasien.

Europa

287 v. Chr.

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Mittelmeergebiet: Während des Fünften Diadochenkriegs marschieren Lysimachos von Thrakien und Pyrrhus von Epirus in Makedonien ein. Als Pyrrhus bis Beroia vordringt, läuft das Heer des makedonischen Königs Demetrios I. Poliorketes zu ihm über. Die beiden Eroberer teilen das Land unter sich auf. Demetrios weicht nach Kleinasien aus, während sein Sohn Antigonos II. Gonatas versucht, die Stellung in Griechenland zu halten. Demetrios' Frau Phila begeht in Makedonien Selbstmord.

294 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Lysimachos erkennt Demetrios' Königtum an, der Lysimachos im Gegenzug die ionischen Städte Kleinasiens überlässt, die dieser zuvor Demetrios abgenommen hatte.

295 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Lysimachos gewinnt die GriechenstädteKleinasiens.

302 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer & Naher Osten: Lysimachos fällt in Kleinasien ein und erobert u.a. Sigeon, Synnada, Ephesos und Kolophon.

399 v. Chr.

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Östliches Mittelmeer: Ausbruch des spartanisch-persischen Krieges zwischen den beiden zuvor gegen Athen verbündeten Reichen. Sparta bemüht sich hierin darum, seine Vormachtstellung im griechischen Raum auch auf die Städte in Kleinasien auszuweiten.

Ereignisse

658 n. Chr.

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Der byzantinische Kaiser Konstans II. unternimmt einen Feldzug auf dem Balkan. Es gelingt ihm, die Slawen in Makedonien zu besiegen und das dortige Territorium wieder unter byzantinische Oberherrschaft zu stellen. Ein Teil der besiegten Slawen wird nach Kleinasien umgesiedelt.

500 n. Chr.

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Um 500: Anastasios I., oströmische Kaiser von Konstantinopel, herrscht über den Großteil des Balkans, Kleinasien, Syrien und Palästina, Tiele des Zweistromlandes (Mesopotamien) sowie über Ägypten und Libyen. Damit ist sein Herrschaftsgebiet (das Byzantinisches Reich) weitgehend deckungsgleich mit dem späteren Osmanischen Reich in dessen größter Ausdehnung.

279 n. Chr.

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Reichskrise des 3. Jahrhunderts: Kaiser Probus geht in der Provinz Asia gegen Isaurier vor, die plündernd durch Kleinasien ziehen. Ferner werden auch die Blemmyer in Ägypten zurückgeschlagen. Dadurch werden die Getreidelieferungen für Rom sichergestellt.

75 v. Chr.

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Publius Servilius Vatia unterwirft die Isaurier in Kleinasien.

Anatolien

1064

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Seldschukische Türken dringen nach Anatolien vor und erobern Caesarea Mazaka und Ani. Beginn der türkischen Einfälle in Anatolien.

Asien

1300

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Die Osmanen beginnen damit, Kleinasien zu unterwerfen.

783 n. Chr.

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Muslimischer Feldzug unter Prinz Harun ar-Raschid durch Anatolien bis an den Bosporus.

288 v. Chr.

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Gründung der Hafenstadt Amastris an der Schwarzmeerküste Kleinasiens, benannt nach der Frau von Dionysios, dem Tyrannen von Herakleia.

Wissenschaft & Technik

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Das erste Teilstück der anatolischen Bahn, einer Vorläuferin der Bagdadbahn, von Istanbul nach Ankara ist fertig.

347 v. Chr.

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Aristoteles verlässt die Platonische Akademie nach dem Tod Platons und zieht für zwei Jahre nach Kleinasien zu Hermias in Atarneus.

Politik & Weltgeschehen

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Krimkrieg: russische Truppen unter General Murawjow nehmen die Festung Kars in Anatolien und können dadurch, trotz der Niederlage auf der Krim, im 1856 geschlossenen Pariser Frieden moderate Bedingungen aushandeln.

1390

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Philadelphia im Mäandertal, letzte byzantinische Stadt in Kleinasien (sieht man vom Kaiserreich Trapezunt am Schwarzen Meer ab), eine isolierte griechische Enklave, wird von den Osmanen erobert. Byzanz muss den osmanischen Türken zur Eroberung Hilfstruppen zur Verfügung stellen.
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3. Juli: Die Schlacht vom Köse Dağ zwischen den Mongolen und dem Sultanat von Rum endet mit einem klaren Sieg für die Mongolen unter ihrem Führer Baiju gegen ein Heer aus Seldschuken, Georgiern und Kämpfern des Kaiserreiches Trapezunt unter Kai Chosrau II. Unmittelbare Folge der Schlacht ist der Niedergang des Sultanats von Rum und die Herrschaft der Mongolen über den größten Teil Anatoliens.

87 v. Chr.

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Bürgerkrieg in Rom: Nach Sullas Abreise nach Kleinasien übernimmt Gaius Marius zusammen mit Lucius Cornelius Cinna die Macht in Rom.

88 v. Chr.

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Beginn des Mithridatischen Krieges: Mithridates, der König von Pontus, vereinigt sich mit den anatolischenPiratenstaaten, um die Römer aus Anatolien zu vertreiben.

Reisen & Expeditionen

1894

Forschungsreisen:
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Forschungsreise nach Kleinasien (Türkei) (Ludwig Kathariner)

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1930

Gründung:
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SARAR ist eine türkische Modemarke im oberen Preissegment mit Sitz in Eskişehir, Anatolien, die Premiumbekleidung und Accessoires herstellt und verkauft.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1962

Publikation (deutschsprachig):
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Balkan und Kleinasien- Der umgekehrte Halbmond (Obrácený půlměsíc)- Verlag Volk u. Welt (Jiří Hanzelka)

1916

Veröffentlichungen:
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Geologie Kleinasiens Im Bereich Bagdadbahn. Ergebnisse eigener Reisen, vergleichender Studien und paläontologischer Untersuchungen (Fritz Frech)

1916

Veröffentlichungen:
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Geologie Kleinasiens Im Bereich Bagdadbahn. Ergebnisse eigener Reisen, vergleichender Studien und pälontologischer Untersuchungen (Fritz Frech)

Natur & Umwelt

Katastrophen:
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Erdbeben bei Bingöl, Anatolien, Türkei, etwa 1.000 Tote

Rundfunk, Film & Fernsehen

2010

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Film: Bal -Honig (englischsprachiger Festivaltitel Honey) ist ein Spielfilm des türkischen Regisseurs Semih Kaplanoğlu aus dem Jahr 2010. Das Drama handelt von einem sechsjährigen Jungen aus der anatolischen Provinz, dessen Vater, ein Bienenzüchter, spurlos im Bergwald verschwindet. Als die Verzweiflung größer wird, begibt sich der Junge selbst auf die Suche nach seinem Vater.

Stab:
Regie: Semih Kaplanoğlu
Drehbuch: Orçun Köksal
Semih Kaplanoğlu
Produktion: Semih KaplanoğluJohannes Rexin Bettina Brokemper
Kamera: Barış Özbiçer
Schnitt: Ayhan Ergürsel
Semih KaplanoğluSuzan Hande Güneri

Besetzung: Bora Altaş, Erdal Beşikçioğlu, Tülin Özen

Tagesgeschehen

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Anatolien/Türkei: Erneut suchen kurdische Extremisten mit einem Terroranschlag im Südosten Einfluss auf das politische Leben der Türkei: Durch einen Sprengsatz in einem Mülleimer werden neun Menschen verletzt und zwei getötet. Die Bombe war nahe einem Teegarten deponiert worden, der hauptsächlich von Polizisten besucht wurde. Sie wurde mit Fernzündung ausgelöst, als sich ein Beamter näherte, um das verdächtige Objekt genauer zu untersuchen.
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Türkei: Für den EU-Kandidaten wird der Kurdenkonflikt zur Beitrittshürde. Seit die als Terrorgruppe eingestufte PKK-Partei 2004 ihre einseitige Waffenruhe aufkündigte, kam es öfters zu Kämpfen, die sich Ende März durch die Erschießung von 14 PKK-Kämpfern bei Diyarbakir verschärften und zu einem Aufruhr unter den Kurden führten. Seit 3 Wochen kamen 20-30 Zivilisten ums Leben; gegen die Massenkundgebungen patrouillieren nun wieder türkische Panzer durch die Kurdenstädte im Südosten Anatoliens. Die Unruhen greifen auch auf Istanbul und Izmir über, wo ebenfalls Millionen Kurden leben. (ORF)
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Istanbul/Türkei: Ein Verwaltungsgericht in der türkischen Metropole Istanbul verbietet mit einstweiliger Verfügung eine Konferenz über den Vorwurf des Völkermordes an den Armeniern. Das teilte ein Veranstalter der Nachrichtenagentur AFP in Istanbul mit. An dem Treffen an der Bosporus-Universität wollten Wissenschaftler teilnehmen, die anders als die offizielle Türkei davon ausgehen, dass es im Ersten Weltkrieg im damaligen Osmanischen Reich einen Völkermord an den Armeniern in Anatolien gegeben hat.

"Kleinasien" in den Nachrichten