Klerikalismus

Klerikalismus (von Klerus) bezeichnet das Bestreben, der Geistlichkeit einer Religion mehr Einfluss in einem Staat zu verschaffen (im Gegensatz zu Laizismus), oder das Bestreben, der Geistlichkeit innerhalb einer Religion im Vergleich zu den Laien mehr Gewicht zu geben (im Gegensatz zu Antiklerikalismus). In der Philosophie und Politikwissenschaft steht Klerikalismus auch für die Herrschaft des Klerus bzw. der Priester.

Der Begriff Klerikalismus wurde im 19. Jahrhundert in den Auseinandersetzungen zwischen Staat und Kirche geprägt und seitdem besonders von Liberalen, Sozialisten und entschieden die Staatsautorität verfechtenden Kreisen auf diejenigen Kräfte bezogen, die ihrer Auffassung nach Weisungen und Dogmen der (katholischen) Amtskirche im politisch-gesellschaftlichen Raum umzusetzen suchten. In der Zeit der Weimarer Republik geschah dies insbesondere durch Einflussnahme auf die Zentrumspartei. Innerkirchliche klerikale und antiklerikale Strömungen gibt es heute in den meisten großen christlichen Kirchen mit zyklisch wechselndem Übergewicht.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Daniel Haase stirbt in Tarutino. Daniel Haase war ein bessarabiendeutscher Geistlicher. Zeitweise war er im geistlichen wie weltlichen Bereich oberster Repräsentant seiner Volksgruppe in Bessarabien. Er war als Oberpastor der oberste Seelsorger der evangelischen Kirche in Bessarabien und gehörte als Abgeordneter der Deutschen Partei in Rumänien dem rumänischen Parlament an. 1936 wurde er nach Gerüchten um unterschlagene Gelder des Amts enthoben. Dies war das Ergebnis von Bestrebungen, die autokratisch wirkende Person aus dem Amt zu drängen. Dahinter stand die aufstrebende, nationalsozialistisch ausgerichtete Erneuerungsbewegung, für die Haase als Vertreter des Klerikalismus ein politischer Gegner war.
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Gestorben: Gustave Rolin-Jaequemyns stirbt in Brüssel. Gustave Henri Ange Hippolyte Rolin-Jaequemyns war ein belgischer Jurist, Politiker und Diplomat. Im September 1873 gründete er zusammen mit dem Schweizer Juristen Gustave Moynier das Institut de Droit international (Institut für Völkerrecht), eine 1904 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete und bis in die Gegenwart bestehende Institution. Er war von 1873 bis 1878 der erste Generalsekretär des Instituts und wurde 1892 zum ersten Ehrenpräsidenten ernannt. Darüber hinaus wirkte er als Mitglied für die Unitaire Liberale Partij, der ersten in Belgien gegründeten politischen Partei, und von 1878 bis 1884 als Innenminister seines Heimatlandes. Obwohl er ein zutiefst religiöser Mensch war, galt er auf Grund seines überzeugten Eintretens für die Trennung von Religion und Staat als antiklerikal und setzte sich im Rahmen der Auseinandersetzungen zwischen klerikalen und antiklerikalen Strömungen in den Jahrzehnten nach der Belgischen Revolution für die Ziele der Liberalen ein.
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Geboren: Daniel Haase wird in Alt-Elft geboren. Daniel Haase war ein bessarabiendeutscher Geistlicher. Zeitweise war er im geistlichen wie weltlichen Bereich oberster Repräsentant seiner Volksgruppe in Bessarabien. Er war als Oberpastor der oberste Seelsorger der evangelischen Kirche in Bessarabien und gehörte als Abgeordneter der Deutschen Partei in Rumänien dem rumänischen Parlament an. 1936 wurde er nach Gerüchten um unterschlagene Gelder des Amts enthoben. Dies war das Ergebnis von Bestrebungen, die autokratisch wirkende Person aus dem Amt zu drängen. Dahinter stand die aufstrebende, nationalsozialistisch ausgerichtete Erneuerungsbewegung, für die Haase als Vertreter des Klerikalismus ein politischer Gegner war.
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Gestorben: Gabriel García Moreno stirbt in Quito. Gabriel Gregorio Fernando José María García y Moreno y Morán de Buitrón war ein ecuadorianischer Politiker, der zweimal Präsident seines Landes war (1859–1865 und 1869–1875). Er war ein ausgeprägt konservativ-katholischer bzw. klerikalistischerPolitiker, der einen autoritären und repressiven Regierungsstil pflegte, aber insbesondere das Bildungswesen und die öffentliche Infrastruktur des Landes reformierte bzw. modernisierte. Er gilt daher als eine der herausragenden, aber auch eine der umstrittensten Figuren der ecuadorianischen Geschichte. Wichtigster Rückhalt García Morenos waren der katholische Klerus (insbesondere die Jesuiten), die Großgrundbesitzer der nördlichen Andenregion und allgemein die Masse frommer Gläubiger.
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Geboren: Gustave Rolin-Jaequemyns wird in Gent geboren. Gustave Henri Ange Hippolyte Rolin-Jaequemyns war ein belgischer Jurist, Politiker und Diplomat. Im September 1873 gründete er zusammen mit dem Schweizer Juristen Gustave Moynier das Institut de Droit international (Institut für Völkerrecht), eine 1904 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnete und bis in die Gegenwart bestehende Institution. Er war von 1873 bis 1878 der erste Generalsekretär des Instituts und wurde 1892 zum ersten Ehrenpräsidenten ernannt. Darüber hinaus wirkte er als Mitglied für die Unitaire Liberale Partij, der ersten in Belgien gegründeten politischen Partei, und von 1878 bis 1884 als Innenminister seines Heimatlandes. Obwohl er ein zutiefst religiöser Mensch war, galt er auf Grund seines überzeugten Eintretens für die Trennung von Religion und Staat als antiklerikal und setzte sich im Rahmen der Auseinandersetzungen zwischen klerikalen und antiklerikalen Strömungen in den Jahrzehnten nach der Belgischen Revolution für die Ziele der Liberalen ein.

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