Kloster Paradies (Polen)

Das ehemalige Zisterzienser-Kloster Paradies (poln. Klasztor Paradyż) aus dem Jahr 1230 liegt in der polnischen Woiwodschaft Lebus.



Geschichte




Das Kloster wurde am 29. Januar 1230 von Graf Dionysius Bronisius, (in der Literatur wird er oft Nicolaus genannt, doch dies war sein Neffe), gestiftet und in einem Sumpfgebiet am Zusammenfluss von Obra und Paklica (Packlitz) bei dem Dorf Gościkowo (Gostichowo) in der Nähe von Międzyrzecz (Meseritz) errichtet. Die Besiedlung erfolgte wahrscheinlich erst 1236 durch Mönche des Klosters Lehnin, das rund 25 Kilometer südwestlich von Potsdam liegt.Laut Stephan Warnatsch bestand die Intention des Stifters darin, deutsche Wirtschaftsformen ins Land zu ziehen, denn schon 1236 befreite Herzog Wladislaus die Zisterze von allen Abgaben und Zöllen sowie vom polnischen Recht. Das Mutterkloster Lehnin war in der Mark Brandenburg zu einem „Musterbetrieb“ geworden, da die Zisterzienser immer auf dem neusten agrar- und wirtschaftstechnischen Stand waren, sei es bei der Urbarmachung der Sümpfe, der Anlage von Mühlen, beim Anbau von Wein oder bei Ackerbau und Viehzucht. Es ist daher sehr wahrscheinlich, dass der polnische Graf von der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit des Ordens profitieren wollte.Das Kloster Paradies war die erste Tochtergründung (Filiation) von Lehnin, das selbst 56 Jahre zuvor 1180 vom zweiten brandenburgischen Markgrafen Otto I. gestiftet worden war. Dessen Vater, Albrecht der Bär, hatte 1157 die Mark Brandenburg gegründet. Tochter von Paradies war im Jahr 1278 das Kloster Przemęt.Die Klostergründung Lehnin gehörte zur Politik der askanischen Markgrafen, die junge und noch unsichere Mark Brandenburg mit ihrer slawischen Bevölkerung zu stabilisieren und schrittweise nach Osten auszudehnen. Da die Zisterzienser ein ausgezeichnetes Verhältnis zum askanischen Herrscherhaus unterhielten, erfolgte die Gründung des Klosters Paradies mit Sicherheit einvernehmlich und abgesprochen beziehungsweise wäre gegen den Willen der Markgrafen nicht durchführbar gewesen. Damit ergibt sich die Frage nach der politischen Funktion dieser Gründung derart weit im Osten, denn die zweite und dritte Filiation der Lehniner Zisterzienser (Kloster Chorin, 1258 und Kloster Himmelpfort, 1299) lagen in der Mark....

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Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1230

Geschichte bis zur Säkularisierung 1542 > Gründungsgeschichte > Tochterkloster von Morimond:
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Kloster Paradies , heute in West-Polen gelegen in der Woiwodschaft Lubuskie, Lebuser Land (Kloster Lehnin)

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