Kolonialismus

Als Kolonialismus wird die meist staatlich geförderte Inbesitznahme auswärtiger Territorien und die Unterwerfung, Vertreibung oder Ermordung der ansässigen Bevölkerung durch eine Kolonialherrschaft bezeichnet. Kolonisten und Kolonialisierte stehen einander dabei kulturell in der Regel fremd gegenüber, was bei den Kolonialherren im neuzeitlichen Kolonialismus mit dem Glauben an eine kulturelle Überlegenheit über sogenannte „Naturvölker“ und teils an die eigene rassische Höherwertigkeit verbunden war. Diese Vorstellung wurde durch frühe Theorien einer soziokulturellen Evolution gestützt. Die Kolonisierung der Welt durch europäische Nationen leistete der Ideologie des Eurozentrismus Vorschub.

Seit den Amerikareisen von Christoph Kolumbus zum Ende des 15. Jahrhunderts bildeten europäische Mächte Kolonialreiche in Übersee, so zunächst Spanien und Portugal, bald auch die Niederlande, Großbritannien und Frankreich. Kolonialismus ging mit der europäischen Expansion einher. Am Wettlauf um die koloniale Aufteilung Afrikas im 19. Jahrhundert waren schließlich auch Belgien, Italien und Deutschland beteiligt; in Asien vor allem suchte Russland zu expandieren; und an der Wende zum 20. Jahrhundert kamen die USA und Japan als Kolonialmächte hinzu. Neben wirtschaftlichen Gewinnerwartungen und der Sicherung künftiger Rohstoffbasen spielten Machtrivalität und Prestigefragen unter den Motiven, die den Kolonialismus im Zeitalter des Imperialismus vorantrieben, eine wichtige Rolle.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Terence Osborn Ranger stirbt. Terence Osborn Ranger war ein sozialwissenschaftlich tätiger britischer Historiker mit Forschungsschwerpunkt koloniale und postkoloniale Geschichte Ostafrikas, insbesondere Simbabwes.
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Gestorben: Chin Peng stirbt in Bangkok, Thailand. Chin Peng war ein malaysischer Politiker und Unabhängigkeitskämpfer. Ab März 1947 war er für lange Jahre Chef der Kommunistischen Partei von Malaya. Er folgte dabei Loi Tack, der als Doppelagent enttarnt worden war, nachdem er mit der Parteikasse verschwunden war. Als entschiedener Gegner des Kolonialismus spielte er eine führende Rolle bei der Bekämpfung der Briten im Lande.
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Gestorben: Paul Annesley Gore stirbt. Paul Annesley Gore war ein britischerKolonialbeamter.
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Gestorben: Claude Liauzu stirbt in Paris. Claude Liauzu war ein französischer Historiker, der sich auf Kolonialgeschichte spezialisiert hatte und besonders scharfe Kritik an dem französischen Gesetz vom 23. Februar 2005 übte, ein Gesetz, das die Betonung positiver Folgen des Kolonialismus im Schulunterricht vorschrieb. (Inzwischen ist das Gesetz ohne Parlamentsdebatte wieder zurückgenommen worden.) Liauzu war Professor der Sorbonne (Université de Paris VII - Denis-Diderot).
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Gestorben: Yves Benot stirbt. Yves Benot; bürgerlich Edouard Helman war ein französischer Historiker, Sklaverei- und Kolonialismus-Forscher und Journalist.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1937

Veröffentlichungen > Autor:
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Deutsche: Die Kolonialpioniere Europas. Friedrich Bohnenberger, Stuttgart (Johann von Leers)

Rundfunk, Film & Fernsehen

1984

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Film: Fort Saganne ist ein französischer Kriegsfilm über die Kolonialzeit mit Gérard Depardieu, Philippe Noiret und Catherine Deneuve aus dem Jahr 1984. Als literarische Vorlage diente der gleichnamige Roman des französischen Autors Louis Gardel.

Stab:
Regie: Alain Corneau
Drehbuch: Alain Corneau, Louis Gardel, Henri de Turenne
Produktion: Samuel Bronston, Albina du Boisrouvray
Musik: Philippe Sarde
Kamera: Bruno Nuytten
Schnitt: Thierry Derocles, Robert Lawrence

Besetzung: Gérard Depardieu, Philippe Noiret, Catherine Deneuve, Sophie Marceau, Michel Duchaussoy, Roger Dumas, Jean-Louis Richard, Jean-Laurent Cochet, Pierre Tornade, Saïd Amadis, René Clermont, Hippolyte Girardot, Sophie Grimaldi, Florent Pagny, Robin Renucci, Salah Teskouk, Teddy Bilis

Vorsätze

2010

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Zweite Internationale Dekade für die Beseitigung des Kolonialismus (UNO), 2001 bis (2000er)

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