Kommunistische Partei der Sowjetunion

Die Kommunistische Partei der Sowjetunion (KPdSU) war eine kommunistische Partei in Sowjetrussland und der Sowjetunion. Sie wurde 1918 nach der Oktoberrevolution in Russland von Sozialdemokratische Arbeiterpartei Russlands (Bolschewiki) (SDAPR (B)) in Kommunistische Partei Russlands (Bolschewiki) (KPR (B)) umbenannt. 1925 erhielt sie den Namen Kommunistische Allunions-Partei (Bolschewiki) (WKP(B)). 1952 wurde die Partei in Kommunistische Partei der Sowjetunion umbenannt. Nach dem gescheiterten Augustputsch in Moskau 1991, der den Zerfall der Sowjetunion beschleunigte, wurde die KPdSU auf dem Gebiet der RSFSR am 21. August 1991 verboten.

Parteiführer war von 1912 bis 1924 Wladimir Iljitsch Lenin. 1922 übernahm Josef Stalin das neu geschaffene Amt des Generalsekretärs der Partei, das dieser nach dem Tod Lenins 1924 zunehmend mit einer auf seine Person zugeschnittenen diktatorischen Machtbefugnis ausstattete. Nach Ende der Ära Stalin 1953 setzte sich bei den folgenden parteiinternen Machtkämpfen Nikita Chruschtschow als Erster Parteisekretär durch. 1964 wurde Chruschtschow gestürzt und Leonid Breschnew sein Nachfolger, ab 1966 wieder als Generalsekretär. Ab 1977 fungierte Breschnew außerdem als Staatsoberhaupt der Sowjetunion.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Ivan Călin stirbt in Chișinău. Ivan Călin (russisch? Иван Петрович Калин/Iwan Petrowitsch Kalin) war ein Politiker der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU) in der Moldauischen SSR sowie der Partidul Comuniștilor din Republica Moldova (PCRM) in Moldawien.
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Gestorben: Pjotr Nilowitsch Demitschew stirbt in der Oblast Moskau, Russland. Pjotr Nilowitsch Demitschew war ein sowjetischer Politiker der Kommunistischen Partei der Sowjetunion (KPdSU), langjähriger Kandidat des Politbüros der KPdSU, Sekretär des ZK der KPdSU, Kulturminister der Sowjetunion sowie Erster Stellvertretender Vorsitzender des Präsidiums des Obersten Sowjet der UdSSR.
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Gestorben: Helene Berg (Politikerin) stirbt in Berlin. Helene Berg geborene Helene Veser war eine deutsche, kommunistische Politikerin (KPD/KPdSU/SED) und Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus. Sie war in der DDR von 1958 bis 1989 Mitglied des Zentralkomitees (ZK) der SED und dort Direktorin des Instituts für Gesellschaftswissenschaften.
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Gestorben: Ismail Jussupow stirbt in Almaty. Ismail Abdurasulowitsch Jussupow war ein sowjetisch-kasachischer Politiker. Von 1962 bis 1964 war er Erster Sekretär der Kommunistischen Partei der Kasachischen Sowjetrepublik.
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Gestorben: Karen Demirtschjan stirbt in Jerewan. Karen Serobowitsch Demirtschjan war ein Politiker der KPdSU in der Armenischen Sozialistischen Sowjetrepublik sowie später in der Republik Armenien.

Europa

Europa & Mittelmeerraum:
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In Sankt Petersburg erscheint erstmals die vom Marxisten Lenin angeregte und gegründete Tageszeitung Prawda, die bald mit der Zensur Konflikte hat und im Jahr 1917 zum Organ der KPdSU wird.

Rundfunk, Film & Fernsehen

Rundfunk:
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Kubakrise: Via Radio Moskau verkündet KPdSU-Chef Nikita Chruschtschow den Abzug der stationierten sowjetischen Raketen auf Kuba, nachdem sich die amerikanisch-sowjetische Krise Stunden zuvor dramatisch verschärft hat. Da zu diesem Zeitpunkt keine direkten Verbindungen zwischen den Regierungen der Sowjetunion und der USA bestehen, spielt der Hörfunk eine Schlüsselrolle in der Beilegung der Raketenkrise, die die Welt an den Rand eines nuklearen Schlagabtusches geführt hat.

Ereignisse

1985

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Michail Gorbatschow wird Generalsekretär der KPdSU. In den folgenden Jahren werden unter seiner Ägide in der Sowjetunion Wandlungsprozesse eingeleitet, die unter den Schlagwörtern Perestroika (1987) und Glasnost (1986) bekannt werden. (1980er)

Organisation > Zentralkomitee

1952

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Das ZK hatte 125 Mitglieder und 111 Kandidaten; 1956: 133 Mitglieder und 122 Kandidaten; 1961: 175 Mitglieder und 155 Kandidaten. Nach Stalins Tod (1953) fanden alle sechs Monate Plenarsitzungen des ZK statt. Es gewann trotz seiner Größe zunächst wieder massiv an Bedeutung, weil Chruschtschow im internen Machtkampf nach Stalins Tod das ZK gegenüber dem Staatsapparat aufwertete und für seinen eigenen Aufstieg nutzte.

1934

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Das ZK hatte 139 Mitglieder und Kandidaten, davon wurden 98 in den Jahren 1937 bis 1939 verhaftet und liquidiert. Das ZK war unter Stalin machtlos.

1919

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(VIII. Parteitag): Das ZK wurde vom Parteitag angewiesen, ein Politbüro mit 5 Mitgliedern und ein Organisationsbüro (Leitung: Stalin) mit 5 Mitgliedern und ein Sekretariat mit einem Verantwortlichen Sekretär (Krestinski) und bis zu 5 weiteren Sekretären zu schaffen. Die Führung der Partei verlagerte sich zunehmend auf diese Organisationen.

1917

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(April-Konferenz) Das ZK hatte 9 – nur bolschewistische – Mitglieder (und 4 Vertreter): Lenin, Sinowjew, Kamenew, Miljutin, Nogin, Schwerdlow, Smilga, Stalin, Fedorow.

1917

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(VI. Parteitag): Das ZK mit 21 Mitgliedern (u.? a. Lenin, Sinowjew, Kamenew, Trotzki, Nogin, Kollontai, Stalin, Schwerdlow, Rykow, Bucharin) und 10 Vertretern wählte im Oktober das erste Politbüro. Das Sekretariat des ZK wurde aufgebaut.

Internationale Beziehungen der KPdSU

1960

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brach nach einer längeren Krise der Konflikt zwischen der KPdSU und der KPCh auf einer Tagung der kommunistischen Parteien in Bukarest offen aus. Die Folge war in den folgenden Jahren eine weitere Spaltung der kommunistischen Weltbewegung zwischen moskautreuen und pekingorientierten Parteien.

1947

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wurde das Kominform gegründet. Es sollte die engere Kontrolle der Parteien im Sowjetblock sicherstellen, war aber keine Fortsetzung der Komintern.

1943

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1943 wurde die Komintern aufgelöst. Ihr Apparat und die Beziehungen zu den kommunistischen Parteien weltweit wurden der Internationalen Abteilung des Zentralkomitees der KPdSU übertragen. Der Einfluss der KPdSU als führende kommunistische Partei der Welt blieb davon bis zum Tod Stalins unberührt.

1928

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wurden auf dem VI. Weltkongress der Komintern die Interessen der weltweiten kommunistischen Bewegung endgültig und eindeutig den Interessen der Sowjetunion und ihrer Industrialisierungspolitik untergeordnet.

1925

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beschloss das Exekutivkomitee der Komintern auf Anregung der RKP (B) Thesen zur „Bolschewisierung“ der Mitgliedsparteien der Internationale.

Organisation > Sekretariat des Zentralkomitees

1987

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gab es einschließlich des Generalsekretärs elf ZK-Sekretäre.

1948

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wurde das Sekretariat in elf Abteilungen für Allgemeines, Organe, Propaganda und Agitation, Schwerindustrie, Leichtindustrie, Landwirtschaft, Verkehr, Planung und Finanzen, Ausland, Streitkräfte, sowie Besonderes gegliedert.

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1987

Werk > Herausgeberschaft:
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KPdSU und SED – internationale Zusammenarbeit in Geschichte und Gegenwart. Dietz, Berlin (Günter Heyden)

Ehemalige Einheitsparteien

Organisation > Mitgliederentwicklung

1987

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gehörten der KPdSU schließlich 19 Mio. Mitglieder an.

1965

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10,8 Mio. Mitglieder und 0,9 Mio. Kandidaten. Die soziale Zusammensetzung verbreiterte sich, was Parteiideologe Suslow 1956 kritisierte. Doch entsprechend dem allgemeinen sozialen Wandel gab es in den 1960er Jahren weniger Arbeiter und mehr Angestellte in der Partei. Der Frauenanteil blieb konstant niedrig. Das Bildungsniveau stieg – wie in der gesamten Gesellschaft – weiterhin an. Das Durchschnittsalter war deutlich höher als in den 1920er Jahren. Der Anteil der Parteimitglieder in der RSFSR (heute Russland) war mit 6? % der Einwohner am höchsten und in Litauen und Tadschikistan mit 3? % am niedrigsten (Ukraine 4,1? %, Weißrussland 3,7? %, Kasachstan 3,8? %, UdSSR insges. 5,2? %)

1933

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gab es 2,2 Mio. Mitglieder und 1,3 Mio. Kandidaten.

1930

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waren es 1.184.651 Mitglieder und 493.259 Kandidaten, davon rund 62? % Arbeiter, 21? % Bauern und 17? % Sonstige.

1926

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gab es 639.652 Mitglieder und 440.162 Kandidaten. Der Anteil der Jugend ist mit 25? % auffallend hoch, das Bildungsniveau jedoch sehr niedrig. Der Frauenanteil nahm zwar zu, war jedoch mit ca. 15? % niedrig mit danach stagnierendem Anteil.

Politik & Weltgeschehen

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In der Russischen Föderation wird die Kommunistische Partei verboten.
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Der zehntägige 28. Parteitag der KPdSU geht zu Ende. Michail Sergejewitsch Gorbatschow ist erneut als ihr Generalsekretär gewählt.
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UdSSR: Das Zentralkomitee der KPdSU gibt das Machtmonopol der Partei auf.
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Die beabsichtigte Perestroika in der UdSSR kündigt Michail Sergejewitsch Gorbatschow auf dem Plenum des Zentralkomitees der KPdSU an.
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Generalsekretär Michail Gorbatschow fordert auf dem 27. Parteitag der KPdSUGlasnost“ und zielt auf mehr Rede-, Meinungs- und Pressefreiheit im Lande ab.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2014

Veröffentlichungen:
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Kindergarten und Kleinkindererziehung in der SBZ/DDR. "Alles mit dem Volk, alles durch das Volk, alles für das Volk", Saarbrücken (Manfred Berger (Pädagoge))

1974

Leben:
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– 1979 – Sekretär des Komsomol (Jugendorganisation der KPdSU) der Fakultät des Instituts, er arbeitete als Instrukteur des Taganroger Stadtkomitees vom Komsomol und als zweiter Sekretär des Lenin-Bezirkskomitees vom Komsomol. (Wladimir Alexandrowitsch Prassolow)

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