Konservative Revolution

„Konservative Revolution“ ist Sammelbegriff für eine Gruppe ideologischer Strömungen, die sich im Kontext der Weimarer Republik entwickelten, und die sie tragenden Akteure. In der heute verwendeten Form wurde er 1950 von dem rechtsgerichteten Publizisten Armin Mohler (1920–2003) eingeführt. Gemeinsam war diesen Akteuren, dass ihre Ideologien entschieden antiliberale, antidemokratische und antiegalitäre Züge trugen. Ihr Rechtskonservatismus unterschied sich vom traditionellen Konservatismusbegriff der Deutschen Zentrumspartei oder der Deutschnationalen Volkspartei grundlegend und manifestierte sich nicht in einer politischen Partei. Die Konservative Revolution wird in der Geschichtswissenschaft als Wegbereiter für den Nationalsozialismus behandelt. Heute greifen Vertreter der Neuen Rechten auf Ideologiemuster der Konservativen Revolution zurück.

Weil der Begriff Konservative Revolution verwendet wird, um nationalistisches, antidemokratisches Denken salonfähig zu machen, und wegen der starken Heterogenität der so zusammengefassten Ideologeme ist er in der Fachwissenschaft bis heute umstritten. Seltener wird er in jüngster Zeit auch für verschiedene, meist dem Neokonservatismus oder Neoliberalismus zugeordnete Vorgänge, Personen und Tendenzen der jüngeren Vergangenheit verwendet.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Armin Mohler stirbt in München. Armin Mohler war ein Schweizer Publizist, Schriftsteller und Journalist. Mohler gilt als Apologet der sogenannten Konservativen Revolution sowie als einer der Vordenker der Neuen Rechten.
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Gestorben: Ernst Jünger stirbt in Riedlingen. Ernst Jünger war ein deutscher Schriftsteller, Offizier und Insektenkundler. Er ist vor allem durch seine Kriegstagebücher In Stahlgewittern, durch Essays, phantastische Romane und Erzählungen bekannt. In seinem nationalistischen, anti-demokratischen und elitären Frühwerk, das der sogenannten Konservativen Revolution zugerechnet wird, kämpfte Jünger entschieden gegen die Weimarer Republik. Ob er als ein intellektueller Wegbereiter des Nationalsozialismus angesehen werden kann, ist in der Forschung umstritten. Von der nationalsozialistischen Ideologie distanzierte er sich in den frühen 1930er Jahren wegen des von ihm als geistlos empfundenen Totalitarismus der NS-Massenbewegung. In der Bundesrepublik wurde Jünger vor allem mit den Veröffentlichungen seiner Tagebücher wahrgenommen; er erhielt verschiedene Preise und Auszeichnungen, darunter 1918 den Pour le Mérite und 1959 das Große Bundesverdienstkreuz.
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Gestorben: Paul Schütz (Theologe) stirbt in Söcking bei Starnberg. Paul Wilhelm Lukas Schütz war evangelischer Theologe, Missionsdirektor, Hochschullehrer, einflussreicher Publizist und theologischer Vertreter der Konservativen Revolution.
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Geboren: Sebastian Maaß wird in Freiburg im Breisgau geboren. Sebastian Maaß ist ein deutscher Historiker und Autor politischer Schriften, dessen Veröffentlichungen Personen und Themen der Neuen Rechten und der sogenannten „Konservativen Revolution“ behandeln.
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Gestorben: Hans Schomerus stirbt in Schielberg. (Johannes Menko Siegfried) Hans Schomerus war ein deutscher lutherischer Theologe und Akademiedirektor. Er gilt als ein prominenter Vertreter der Konservativen Revolution. Schomerus ist Autor zahlreicher theologischer, zeitgeschichtlicher und kulturhistorischer Bücher und Aufsätze.

Zitate

1995

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Zitate von Roland Wehl: „August Winnig, Carl Schmitt und manch anderer Held der Konservativen Revolution haben vor und nach 1945 moralisch versagt. Was sind das für? »Patrioten«, die anderen Schuld zuweisen und sich selbst ausnehmen. Welches Format besaß dagegen Willy Brandt. Als Emigrant, der sich leicht der historischen Verantwortung hätte entziehen können, bekannte er sich mit seinem Kniefall in Warschau ausdrücklich mitschuldig. Diese patriotische Haltung wurde ihm jedoch nicht gedankt.“ – Junge Freiheit, 25. August (Roland Wehl)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1995

Veröffentlichungen:
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Die konservative Revolution. Fünf biographische Skizzen. Fischer-Taschenbuch-Verlag, Frankfurt am Main (Rolf Peter Sieferle)

1994

Veröffentlichungen > Buchbeiträge:
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Der Maler Fidus und die Bewertung seiner Arbeit im Lichte der Nachkriegsforschung. In: Heinz-Theo Homann, Gerhard Quast (Red.): Jahrbuch zur Konservativen Revolution. Thomas, Köln (Claus Wolfschlag)

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