Konzentrationslager

Der Begriff Konzentrationslager steht seit der Zeit des Nationalsozialismus für die Arbeits- und Vernichtungslager des NS-Regimes. Die Konzentrationslager wurden im Deutschen Reich und in den besetzten Gebieten von Organisationen der NSDAP errichtet. Es waren schließlich rund 1000 Konzentrations- und Nebenlager sowie sieben Vernichtungslager. Sie dienten der Ermordung von Millionen Menschen, der Beseitigung politischer Gegner, der Ausbeutung durch Zwangsarbeit, medizinischen Menschenversuchen und der Internierung von Kriegsgefangenen. Das Lagersystem stellte ein wesentliches Element der nationalsozialistischen Unrechtsherrschaft dar. Weite Zweige der deutschen Industrie profitierten direkt oder indirekt von ihm.

Man nimmt heute an, dass etwa zwei Drittel der sechs Millionen Juden, die der deutschen Judenvernichtung, später Shoah bzw. Holocaust genannt, zum Opfer fielen, in Vernichtungs- und Konzentrationslagern direkt ermordet wurden oder dort an Folgen von systematischer Unterernährung, den Misshandlungen und an unbehandelten Krankheiten gestorben sind. Das verbleibende Drittel starb in – von der SS so genannten – Ghettos, bei Massenerschießungen vor allem durch die Einsatzgruppen der Sicherheitspolizei und des SD und auf den so genannten Todesmärschen.

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Ereignisse

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Im KonzentrationslagerBogdanowka beginnt der Massenmord an den etwa 54.000 jüdischen Häftlingen durch rumänische Soldaten, ukrainische Polizisten und örtliche Volksdeutsche.

Sehenswürdigkeiten

1945

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Das VVN-Ehrenmal von 1946 auf dem Friedhof erinnert an den kommunistischen Antifaschisten Karl Bichel, einem von Tausenden Opfern beim Untergang des KZ-Schiffes Cap Arcona im Jahre (Goldberg (Mecklenburg))

1945

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Gedenkstein von 1948 vor der katholischen Kapelle "St. Maria hilf" an der Straße nach Freyenstein zur Erinnerung an die Opfer des Todesmarsches von KZ-Häftlingen im April (Meyenburg)

1945

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Zwei VVN-Ehrenmale auf dem Stadtfriedhof in Ermsleben zur Erinnerung an sechs und neun ermordete KZ-Häftlinge eines Todesmarsches vom KZ Langenstein-Zwieberge aus dem April (Falkenstein/Harz)

Internierungs- und Konzentrationslager in den besetzten Gebieten > Frankreich

1944

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Les Mazures im Ardennes, als Judenlager von Juli 1942 bis Januar

1943

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Woippy im Department Moselle, ab

Geschichte > Stiftungen des 17. Jahrhunderts

1983

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Am 50. Jahrestag der nationalsozialistischen Bücherverbrennung erhält sie den Namen Staats- und Universitätsbibliothek Hamburg Carl von Ossietzky zur Ehrung des pazifistischen Publizisten und Friedensnobelpreisträgers, der 1933 von den Nationalsozialisten verhaftet wird und an den Folgen seiner Haft im Konzentrationslager verstarb. Sie sammelt daher neben umfassender Literatur zu Politik und Friedensforschung pazifistische und antimilitaristische Literatur sowie Veröffentlichungen zu von Ossietzky in allen europäischen Sprachen im Carl von Ossietzky-Lesesaal als Zentrum des Gedenkens, der auch die Bibliothek und Archiv der Walter-A.-Berendsohn-Forschungsstelle für deutsche Exilliteratur beherbergt.

Politik & Weltgeschehen

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In Nürnberg beginnt vor einem US-Militärgerichtshof der Ärzteprozess gegen 23 ehemalige KZ-Ärzte wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
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Weitere Ereignisse weltweit: Aufstand der Sinti und Roma im KZ-Auschwitz-Birkenau gegen die geplante Massen-Vergasung; die SS muss die angelaufene Liquidierung des so genannten Zigeuner-Lagers bis zum Juli 1944 abbrechen.
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Zweiter Weltkrieg: Die nationalsozialistische Führung erlässt eine Polizeiverordnung, die das Tragen des „Judensterns“ ab dem 19. September für alle Juden im Deutschen Reich ab dem sechsten Lebensjahr verbindlich macht. Das Abzeichen besteht aus zwei gelben Stoffdreiecken, die in Form eines sechszackigen Davidsterns übereinander genäht werden, und trägt in schwarzen Buchstaben die Aufschrift „Jude“. Der Stern muss „deutlich sichtbar“ und „fest an der linken Brustseite des Kleidungsstücks angenäht“ getragen werden. Auch zu Hause müssen Juden den „Judenstern“ tragen, wenn sie jemandem die Haustür öffnen. - Polizeistreifen kontrollieren willkürlich auf der Straße, ob das Abzeichen auch fest genug angenäht ist. Zuwiderhandlungen können eine Einweisung in ein Konzentrationslager (so genannte „Schutzhaft“) nach sich ziehen. In der Folgezeit werden weitere diskriminierende Verordnungen gegen die Juden erlassen, so z. B. das Verbot, das Weichbild des Heimatortes zu verlassen. - In den besetzten polnischen Gebieten (so genanntes „Generalgouvernement“) wurde die Kennzeichnungspflicht für Juden durch die deutsche Besatzungsmacht schon 1939 eingeführt und bestand in einer weißen Armbinde mit blauem Stern.
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Zweiter Weltkrieg: Das KonzentrationslagerAuschwitz wird eröffnet.
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Heinrich Himmler gibt die Fertigstellung des KZ Dachau als eines der ersten Konzentrationslager im Deutschen Reich bekannt. Schon am nächsten Tag treffen die ersten Häftlinge ein. (21. März)

Kunst & Kultur

1951

Kultur und Sehenswürdigkeiten > Denkmale:
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Gedenkstätte für die Opfer des Faschismus auf dem Neuen Friedhof Friedensstraße 43 mit den Massengräbern von 43 Zwangsarbeitern, sechs unbekannten KZ-Häftlingen eines Todesmarsches, eines polnischen Naziopfers sowie zweier deutscher NS-Widerstandskämpfer (Bitterfeld)

1945

Kultur und Sehenswürdigkeiten > Gedenkstätten:
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Eine Sandsteinplastik aus dem Jahr 1947 von Gustav Seitz an der Muskauer Straße erinnert an die Opfer des KZ-Systems von 1933 bis (Weißwasser/Oberlausitz)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2014

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Werk > Ausstellung: Darmstadt, Atelierhaus, "Abschied von einem Unbekannten" nach einem Anatomieschädel, gewidmet den Opfern erzwungener Organspenden in den Konzentrationslagern Hitlerdeutschlands und den Häftlingen, die sie präparieren mussten (Gerhard Roese)

1997

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Filmische Verarbeitung > Spielfilm: Das Leben ist schön: Italienischer Film von Roberto Benigni aus dem Jahr

1983

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Werk: Mahnmal der Bundesrepublik Deutschland im KonzentrationslagerMauthausen (Fritz Koenig)

1975

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Politik > Kirchen, Bauwerke und Gedenkstätten > Gedenkstätten: Gedenkstein für die KZ-Opfer von Börnicke auf dem Gelände der einstigen Fabrik aus dem Jahr (Nauen)

1943

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Arbeitskommandos der Häftlinge: Kommando Rüstung Wien : 300 Häftlinge

Tagesgeschehen

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Wien: Simon Wiesenthal ist tot. Er hatte 13 Konzentrationslager überlebt und es sich dann zur Aufgabe gemacht, die Täter zu finden und sie vor Gericht zu bringen. Er starb im Alter von 96 Jahren in Österreichs Hauptstadt.
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Berlin/Vatikan. Ein Vergleich von Papst Johannes Paul II. zwischen Holocaust und Abtreibung sorgt für Aufregung. In seinem Buch schreibt das Oberhaupt der katholischen Kirche, ein rechtmäßig gewähltes Parlament habe die Wahl Adolf Hitlers in den 1930er Jahren ermöglicht und mit der Macht ausgestattet, die der Einrichtung von Konzentrationslagern und der so genannten Endlösung den Weg bereitet hätten. Heutzutage müssten die gesetzlichen Regelungen zur Abtreibung in Frage gestellt werden, fährt der Papst fort. „Parlamente, die solche Gesetze schaffen und verkünden, müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie ihre Machtbefugnisse überschreiten und in einem offenen Konflikt mit dem Gesetz Gottes und dem Gesetz der Natur verharren.“ Die umstrittene Passage in dem neuen Papst-Buch „Erinnerung und Identität -Gespräche an der Schwelle zwischen den Jahrtausenden“ empört den Zentralrat der Juden in Deutschland. "Die Spitze der katholischen Kirche habe nicht begriffen oder wolle nicht begreifen, dass man den Holocaust nicht mit der Abtreibung vergleichen könne, sagte der Zentralratspräsident, Paul Spiegel.
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London/Vereinigtes Königreich. Der britische Premierminister Tony Blair hat Londons Bürgermeister Ken Livingstone am Mittwoch aufgefordert, sich für die beleidigenden Äußerungen gegenüber einem jüdischen Zeitungs-Journalisten zu entschuldigen. Livingstone hatte letzte Woche einem Reporter des Londoner „Evening Standard“ bei einer Pressekonferenz vorgehalten, er verhalte sich wie „ein KZ-Aufseher“.
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Berlin/Deutschland. Aus Anlass des 60. Jahrestages der Befreiung des KonzentrationslagersAuschwitz hat Bundeskanzler Gerhard Schröder seine Scham über den millionenfachen Mord an den Juden bekannt und zum Kampf gegen Antisemitismus aufgerufen.
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Deutschland: Martin Hohmann hält eine Bundestagsrede, die einen Monat später zur Entlassung eines Brigadegenerals führt.

Persönlichkeiten > Ehrenbürger

2006

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Edgar Deichmann (* 1913). Unter dem Druck des Nationalsozialismus war Edgar Deichmann 1937 nach Brasilien ausgewandert; Teile seiner Familie starben in deutschen Konzentrationslagern. Er besuchte Syke in den 1970er Jahren und nahm den Dialog mit Schülern und jungen Menschen auf, um für Toleranz zu werben. Er nahm die Ehrung stellvertretend für alle Syker Juden an, die die Zeit des Holocaust nicht überlebt haben.

2006

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Edgar Deichmann (* 1914). Unter dem Druck des Nationalsozialismus war Edgar Deichmann 1937 nach Brasilien ausgewandert; Teile seiner Familie starben in deutschen Konzentrationslagern. Er besuchte Syke in den 1970er Jahren und nahm den Dialog mit Schülern und jungen Menschen auf, um für Toleranz zu werben. Er nahm die Ehrung stellvertretend für alle Syker Juden an, die die Zeit des Holocaust nicht überlebt haben.

Rundfunk, Film & Fernsehen

2009

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Film: "Die Gesichter des Bösen - Hitlers Henker." (Über Konzentrationslager und Täter der NS-Judenvernichtung) (Michael Kloft)

2003

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Film: Das Mädchen mit dem lila Winkel. Wie die 18-jährige Hermi das Konzentrationslager überlebte. (Fritz Poppenberg)
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Rundfunk: Das tschechoslowakische Fernsehen Československá televize strahlt die erste Folge der Krimiserie Die Kriminalfälle des Major Zeman (Die dreißig Fälle des Major Zeman), Regie: Jiří Sequens aus. Die erste Episode der chronologisch aufgebauten Serie trägt den Titel Tod am See und handelt davon, wie der junge Jan Zeman 1945 vom Konzentrationslager heimkehrt und beschließt, Polizist zu werden. Eine weitere Folge (Fuchsjagd) hat den kommunistischen Februarputsch Klement Gottwalds im Jahr 1948 zum Thema. Major Zeman unterscheidet sich nicht nur von der Anlage und vom Aufbau her von herkömmlichen (weitestgehend unpolitischen) Fernsehkrimiserien, wie sie in öffentlich-rechtlichen Anstalten beiderseits des Eisernen Vorhangs seit den 1960er Jahren üblich waren, sie gilt vor allem als regimetreue Propaganda der sogenannten "Normalisierung" nach dem Prager Frühling 1968.

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