Als
Kreuzweg (Weg des Kreuzes) bezeichnet man ursprünglich die Nachahmung der
Via Dolorosa (
lat. „schmerzensreiche Straße“) in
Jerusalem als
Stationsweg vor
Wallfahrtskirchen. Aus dem
Heiligen Land zurückgekehrte
Pilger legten Nachbildungen der heiligen Orte in ihrer Heimat an. Oftmals übertrugen sie exakt die Länge der Via Dolorosa auf ihren heimischen Kreuzweg. Das Ziel des in der Heimat angelegten Kreuzwegs war nicht selten ein
Kalvarienberg (von lat.
calvariae locus; Schädelstätte), auf dem sich eine „Grabeskirche“ oder eine Darstellung der Kreuzigungsszene befand. Diejenigen, die sich nicht leisten konnten, selbst nach Jerusalem zu pilgern, wollten sich den
Leidensweg Jesu Christi, wie er seit dem Mittelalter in Jerusalem mit mancherlei frommen Ausschmückungen gezeigt und beschritten wurde, trotzdem so gut wie möglich vergegenwärtigen.
Obwohl Pilgerfahrten nach Jerusalem auch im ostkirchlichen Bereich beliebt waren und sind, ist der Kreuzweg eine rein westliche Andachtsform geblieben. In der unierten Ukrainischen Kirche, die papsttreu ist, aber die griechische Liturgie verwendet, kam es in den letzten Jahren zu Abspaltungen, als die Mehrheit sich für eine Aufgabe der Kreuzwegsandachten und anderer lateinischer Traditionen entschied.