Kristallstrukturanalyse

Kristallstrukturanalyse ist die Bestimmung des atomaren Aufbaus eines Kristalls durch Beugung geeigneter Strahlung am Kristallgitter. Sehr häufig wird hierfür monochromatische Röntgenstrahlung verwendet, da sich diese verhältnismäßig einfach als charakteristische Röntgenstrahlung einer Röntgenröhre erzeugen lässt. Hierfür hat sich der Begriff Röntgenstrukturanalyse (Röntgenkristallographie) eingebürgert. Alternativ lassen sich auch Neutronenstrahlen oder Synchrotronstrahlung verwenden. Die Kristallstrukturanalyse mit Elektronenstrahlen ist aufgrund der starken Wechselwirkung zwischen den eingestrahlten Elektronen und dem Kristall besonders schwierig und für Routineuntersuchungen noch nicht ausgereift.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Jerome Karle stirbt in Annandale, Virginia. Jerome Karle war ein US-amerikanischer Physikochemiker und Kristallograph. Für Beiträge zur Entwicklung „direkter Methoden zur Kristallstrukturanalyse“ erhielt er 1985 zusammen mit Herbert A. Hauptman den Nobelpreis für Chemie.
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Gestorben: Martha L. Ludwig stirbt in Ann Arbor, Michigan. Martha L. Ludwig war eine US-amerikanische Biochemikerin und Kristallographin. Sie wirkte fast 40 Jahre an der University of Michigan, wo sie sich hauptsächlich mit der Kristallstrukturanalyse von Enzymen beschäftigte.
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Gestorben: Katharina Boll-Dornberger stirbt in Ost-Berlin. Katharina Boll-Dornberger, auch als Käte Dornberger-Schiff bekannt (geb. Schiff, gesch. Dornberger, verehel. Boll), war eine österreichisch-deutsche Physikerin. Sie wirkte ab 1956 als Professorin an der Humboldt-Universität zu Berlin und leitete von 1956 bis 1968 das zur Forschungsgemeinschaft der Deutschen Akademie der Wissenschaften zu Berlin gehörende Institut für Strukturforschung in Berlin-Adlershof. Mit ihrer Forschung trug sie zur Etablierung des Fachgebiets der Kristallstrukturanalyse in der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) bei. Auf ihre Arbeiten geht unter anderem das Konzept der sogenannten Order-Disorder-Strukturen in der Kristallographie zurück.
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Gestorben: Rosalind Franklin stirbt in London. Rosalind Elsie Franklin war eine Biochemikerin und Spezialistin für die Röntgenstrukturanalyse von kristallisierten Makromolekülen. Als Wissenschaftlerin leistete sie weitreichende Forschungsarbeiten zur Struktur von Kohlen und Koks als Brennstoff sowie von Viren. Ihre wichtigsten Forschungsergebnisse waren Röntgenbeugungsdiagramme der DNA und deren mathematische Analyse; sie trugen wesentlich zur Aufklärung der Doppelhelixstruktur der DNA bei. Ihr gemeinsam mit ihrem Doktoranden Gosling im April 1953 zu diesem Thema veröffentlichter Forschungsartikel erschien parallel zum Artikel von James Watson und Francis Crick zur Struktur der DNA und bestätigte deren theoretisches Modell.
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Geboren: Ada Yonath wird in Jerusalem geboren. Ada E. Yonath ist eine israelische Strukturbiologin am Weizmann-Institut für Wissenschaften in Rechowot, Israel. Sie entwickelte Verfahren für die Kristallisation von Ribosomen, was schließlich erlaubte, mit Hilfe der Röntgenstrukturanalyse deren Struktur bis hinab auf die atomare Ebene aufzuklären. In der Folge gelang es ihr, den Wirkmechanismus von mehr als 20 Antibiotika aufzuklären. Ihr wurde zusammen mit Venkatraman Ramakrishnan und Thomas A. Steitz der Nobelpreis für Chemie 2009 „für die Studien zur Struktur und Funktion des Ribosoms“ zugesprochen.

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