Kugelstoßen

Kugelstoßen (auch Kugelstoß) ist eine Wurfdisziplin der Leichtathletik, bei der eine Metallkugel durch explosionsartiges Strecken des Arms möglichst weit gestoßen wird. Der Wettkämpfer hat zum Schwungholen einen Kreis mit einem Durchmesser von 2,13 Metern (7 englische Fuß) zur Verfügung. Der Stoß wird nur als gültiger Versuch gewertet, wenn der Sportler den Kreis nach dem Aufschlagen der Kugel kontrolliert nach hinten verlässt. Im Wettkampf stehen drei Versuche zur Verfügung. Weitere drei gibt es für die besten acht Stoßer/Stoßerinnen.

Kugelstoßen ist auch eine Teildisziplin im Mehrkampf (Siebenkampf, Zehnkampf). Es gibt auch bei den Highland Games und beim Sportabzeichen dem Kugelstoßen ähnliche Disziplinen. Der Weltrekord der Männer steht bei 23,12 m, der der Frauen bei 22,63 m. Zum Programm der Olympischen Spiele gehört das Kugelstoßen für die Männer seit 1896 und für die Frauen seit 1948.



Technik




Kugelstoßen ist eine technisch anspruchsvolle Disziplin, die hohe Koordinationsfähigkeit und enorme Schnellkraft erfordert.Die Kugel wird auf die Fingerwurzeln der Wurfhand gelegt und seitlich neben dem Kinn am Hals gehalten.Für den Schulsport und das Erlernen empfehlen Sportwissenschaftler den Standstoß bzw. den Stoß mit Nachstellschritt. Dabei wird der Oberkörper nur leicht geneigt und bewegt sich in einer Streck-Drehbewegung mit Beinunterstützung von einer seitlichen Grundposition in Abstoßrichtung.Die O'Brien-Technik (auch: Rückenstoß- oder Angleittechnik) wurde in den 1950er Jahren vom US-Amerikaner Parry O’Brien eingeführt, der damit mehrere Jahre das Kugelstoßen dominierte. Dabei dreht sich der Athlet in stark gebeugter Haltung mit dem Rücken zur Stoßrichtung ein und dreht sich in einem flüssigen Bewegungsablauf in die gestreckte Abstoßphase, wobei ein Bein während der Halbdrehung zusätzlichen Schwung verleiht. Während des Abstoßes wird das Gewicht auf das Schwungbein verlagert.Die Drehstoßtechnik wurde 1976 vom sowjetischen Kugelstoßer Alexandr Baryschnikow eingeführt, der damit erstmals die 22-Meter-Marke erreichte. Der Athlet vollführt dabei eine eineinhalbfache Drehung, bei der das Gewicht von einem Bein auf das andere verlagert wird. Die durch die Drehung verursachte Beschleunigung des Körpers wird auf die Kugel übertragen. Diese Technik kann für besonders schwere Athleten von Vorteil sein, ist aber auch die technisch anspruchsvollste.Die Vorteile der Drehstoßtechnik kommen nur bei optimalem Bewegungsablauf und extrem guter Koordinationsfähigkeit zur Geltung. Deshalb beherrschte die Angleittechnik mit Athleten wie Udo Beyer, Ulf Timmermann und Werner Günthör auch lange Zeit danach noch die großen internationalen Wettbewerbe. Erst seit Ende der 1990er Jahre wurde die Drehstoßtechnik mit Siegen US-amerikanischer Athleten wieder zunehmend beliebter.Generell eignet sich das Angleiten mehr für große athletische Sportler, der Drehstoß für etwas kleinere, aber sehr schwere Stoßer. Ausschlaggebend ist dabei die optimale Übertragung der Körperkraft auf den Beschleunigungsweg der Kugel. Bei der Drehstoßtechnik ist der Beschleunigungsweg leicht länger. Allerdings wird ein Teil der Kraft darauf verwendet, der Zentrifugalkraft der Kugel während der Drehung entgegenzuwirken.

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Personen > Bekannte Schüler

1954

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Josef Klik (* 1935), mehrfacher Deutscher Meister im Kugelstoßen, Diskuswerfen und Zehnkampf, Abitur (König-Heinrich-Schule)

Meilensteine

1988

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Erste Weite über 23 Meter: 23,06 m, Ulf Timmermann (DDR)

1977

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Erste Weite über 22 Meter: 22,32 m, Helena Fibingerová (TCH)

1976

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Erste Weite über 22 Meter: 22,00 m, Alexander Baryschnikow (URS)

1972

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Erste Weite über 21 Meter: 21,03 m, Nadeschda Tschischowa (URS)

1969

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Erste Weite über 20 Meter: 20,09 m, Nadeschda Tschischowa (URS)

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1988

Sportlicher Erfolg:
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gewinnt Thomas Nuss bei den Paralympics in Seoul eine Silbermedaille im Diskuswerfen und eine Bronzemedaille im Kugelstoßen (SpVgg Rommelshausen)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1999

Statistik > Weltbestenliste > Frauen:
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Österreichischer Rekord: 19,21 m Valentina Fedjuschina, Casablanca, 13. Juli

1988

Statistik > Weltbestenliste > Frauen:
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Schweizer Rekord: 18,02 m Ursula Stäheli, Zug, 14. August

1987

Statistik > Weltbestenliste > Männer:
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Österreichischer Rekord: 20,79 m Klaus Bodenmüller, Linz, 13. Juni

Tagesgeschehen

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Daegu/Südkorea: Der Deutsche David Storl gewinnt bei den 13. Leichtathletik-Weltmeisterschaften den Weltmeistertitel im Kugelstoßen.

Sport

2012

Bedeutende Sportler:
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Tomasz Majewski (POL), 2008 und

2001

Bestleistung:
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Kugelstoßen: 16,14 m (Roberto Moya)

2001

Bedeutende Sportler:
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John Godina (USA), 1995, 1997 und

1999

Bedeutende Sportler:
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Astrid Kumbernuss (GER), 1995, 1997 und

1993

Bedeutende Sportler:
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Werner Günthör (SUI) 1987, 1991 und

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