Kunsthandel

Der Begriff Kunsthandel bezeichnet das gewerbsmäßige Handeln mit Kunstwerken. Man unterscheidet zwischen Primär- und Sekundärmarkt. Während Galerien auf dem Primärmarkt tätig sind, betätigen sich Kunsthändler im engeren Sinne mit dem An- und Verkauf von auf dem Markt befindlichen Kunstwerken (Sekundärmarkt). Galerien, die Kunsthandeln in diesem Sinne betreiben, bezeichnet man daher auch als Sekundärmarkt-Galerien. Allerdings übernehmen häufig ebenso Primärmarkt-Galerien den Rück- und Wiederverkauf von Arbeiten der von ihnen vertretenen Künstler.



Geschichte




Künstler hatten in den aufstrebenden Städten des Mittelalters den sozialen Status von Handwerkern inne. Sie waren in Zünften oder Gilden organisiert und stellten auftragsgemäß für hochstehende und wohlhabende Persönlichkeiten, für Freie Städte, Fürsten- und Königshöfe sowie kirchliche Einrichtungen Kunstwerke her und wurden dafür wie Handwerker nach Aufwand und Materialverbrauch entlohnt. Im ausgehenden Mittelalter ging das Handwerk teilweise von der Kunden- zur Warenproduktion über, womit die Künstler mehr und mehr darauf angewiesen waren, mit den Erzeugnissen ihrer Werkstatt auf der Straße oder dem Markt Handel zu treiben. Sie reisten von Stadt zu Stadt, um ihre Werke anzubieten. So betrieb auch Albrecht Dürer auf seinen Reisen nach Italien und in den Niederlanden einen „ausgedehnten Handel mit eigenen und fremden Stichen“. Zur Zeit der Renaissance waren die maßgebenden Künstler Hofkünstler oder privilegierte Hoflieferanten, die durch persönliches Mäzenatentum an Hof und Herrscher gebunden waren. Von einem Kunsthandel im modernen Sinne kann erst nach der Renaissance gesprochen werden. Mit der Lockerung des Kunstpatronats waren bereits im Rom des frühen 17. Jahrhunderts professionelle Kunsthändler aufgetreten, die aber zunächst nur für junge und unerfahrene Künstler eine wichtige Rolle spielten. Sobald ein Künstler einen Ruf erlangt hatte, „arbeitete er nur noch in höchster Not für einen Händler“, der bei „den Malern wie in der Öffentlichkeit schlecht angeschrieben“ war.Ein Kunstmarkt, der diesen Namen verdient, entstand erstmals im 17. Jahrhundert in den Niederlanden. Für Rembrandt, der mit Auftraggebern schlecht zurechtkam, bot er die willkommene Gelegenheit, um die Abhängigkeiten des Patronage- und Auftragssystems abzuschütteln.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Christoph Graf Douglas stirbt in Braunschweig. Christoph Archibald Ludwig Friedrich Graf Douglas war ein deutscher Kunsthistoriker und Kunsthändler.
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Gestorben: Carl Laszlo stirbt in Basel. Carl Laszlo war ein ungarisch-schweizerischer Kunsthändler, Sammler und Autor.
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Gestorben: Ernst Beyeler stirbt in Riehen. Ernst Beyeler war ein Schweizer Galerist, Kunstsammler und Museumsgründer. Er war eine der bekanntesten Persönlichkeiten des internationalen Kunsthandels in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.
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Gestorben: Holly Solomon stirbt in Manhattan, New York City. Holly Solomon als Hollis Dworken war eine US-amerikanische Kunsthändlerin, Galeristin und Schauspielerin.
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Gestorben: Thomas Ammann (Kunsthändler) stirbt in Zürich. Thomas E. Ammann war ein Schweizer Kunsthändler des Impressionismus und der Klassischen Moderne und Sammler von Nachkriegs- und zeitgenössischer Kunst.

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1998

Gründung:
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Die artnet AG ist ein Online-Dienstleister für den internationalen Kunsthandel. Die Hauptniederlassungen des Unternehmens sind in Berlin und New York mit Zweigstellen in China, Großbritannien und Russland.

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