Kurort

Rosengarten vor dem Regentenbau im bayerischen Staatsbad Bad Kissingen

Als Kurort werden Gemeinden oder Gemeindeteile bezeichnet, denen aufgrund ihrer besonderen Eignung für eine medizinische Therapie (zum Beispiel im Rahmen einer Kur) ein entsprechendes Prädikat verliehen wurde. Kurorte, in denen Wasserkuren (Badekur oder Trinkkur) praktiziert werden, bezeichnet man auch als Badeorte. Kurorte an der Küste werden als Seebäder bezeichnet.

Prägend für einen Kurort ist das Vorhandensein natürlicher Heilmittel des Bodens, des Wassers oder des Klimas oder die Möglichkeit für eine Physiotherapie nach Kneipp.



Geschichte




Heiße Dämpfe, Mineral- und Thermalquellen zu therapeutischen Zwecken wurden schon von den Römern verbreitet genutzt, die Heilbäder anlegten, u.a. Aquae Sulis (heute: Bath), Aquae Arnementiae (heute: Buxton), Aquae Granni (heute: Aachen), Aquae Mattiacorum (heute: Wiesbaden), Aquae (heute: Baden-Baden), Aquae Helveticae (heute: Baden AG), Aquae Cutiliae (heute: Terme di Cotilia).1581 erschien das balneologische Werk Neuw Wasserschatz des Botanikers und Mediziners Tabernaemontanus, der deshalb als Begründer deutscher Kurorte wie Bad Schwalbach gilt. 1632 veröffentlichte Johann Nopp in Aachen frühe medizinische Baderegeln in seinem Werk Aacher Chronick, das ist eine kurtze, historische Beschreibung aller gedenckwürdiger Antiquitäten und Geschichten, sampt zugefügten Privilegien und Statuten.Die ersten modernen Bade- oder Kurorte entstanden im 18. Jahrhundert in England für die Ober- und Mittelschicht. Maßgeblichen Einfluss auf die britische Badekultur hatte der Mediziner Richard Russell (1687–1759), der sich intensiv mit der gesundheitsfördernden Wirkung von Meerwasser befasste und einer der Pioniere der Thalassotherapie war. Beispiele aus dieser Zeit sind Bath, Brighton, Buxton und Harrogate.Ab dem 19. Jahrhundert übertrug sich diese Entwicklung auch auf das europäische Festland. Die mecklenburgischen Ostseebäder wie Heiligendamm, die böhmischen Kurorte Karlsbad, Lázně Kyselka und Marienbad, die nassauischen Kurorte Wiesbaden, Schlangenbad, Bad Schwalbach und Bad Ems (vgl. Bäderstraße Taunus) oder die österreichischen Kurorte Bad Ischl oder Bad Gastein entwickelten sich bald zum Treffpunkt der gehobenen Gesellschaft. Auch in Russland entwickelten sich die Kurbäder im 19. Jahrhundert, berühmtes Beispiel ist Sotschi.In Japan wurden schon in frühester Zeit die heißen Quellen (Onsen) zum Baden benutzt, nach der Öffnung des Landes im 19. Jahrhundert wurden in einigen Orten mit diesen Quellen nach westlichem Vorbild Kurorte eingerichtet, die heute beliebte Touristenziele sind, etwa Beppu.

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Geografie > Ortsteile

1900

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Bad Oberdorf (822? m) hat wegen seines Schwefelmoorbades bereits lange vor dem Hauptort Bad Hindelang den Titel des Bades durch Prinzregent Luitpold von Bayern zugesprochen bekommen.

Geboren & Gestorben

Geboren:
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Wolfgang Liebe (Apotheker) wird in Liebenwerda geboren. Wolfgang Liebe ist der älteste noch tätige Apotheker in Deutschland. Er führte seine Apotheke in der brandenburgischen KurstadtBad Liebenwerda als privatwirtschaftliches Unternehmen seit 1947 bis heute, selbst durch die Zeit der DDR-Planwirtschaft hindurch. Liebe ist Ehrenbürger seiner Heimatstadt und Ehrendoktor der International University of Kyrgyzstan (IUK) in Bischkek, Kirgisistan.

Persönlichkeiten > Weitere Persönlichkeiten, die mit der Stadt in Verbindung stehen

1872

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Der inzwischen nahezu vergessene Komponist Bernhard Hopffer (* 7. August 1840 in Berlin) starb am 20. August 1877 auf dem Jagdschloss Niederwald bei Rüdesheim. Hopffer studierte Musik im „Kullak'schen Conservatorium“ und lebte als Komponist in Berlin. Die letzten Lebensjahre verbrachte er aufgrund eines Lungenleidens in verschiedenen Kurorten. Er schrieb Sinfonien, Kammermusik, Lieder – unter anderem „Lockung“, op. 22 no. 1 nach Joseph von Eichendorff – sowie eine Oper? »Frithjof«, die 1871 in Berlin uraufgeführt wurde. (Rüdesheim am Rhein)

O

1885

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Oppolzergasse, 1874 benannt nach dem Mediziner Johann von Oppolzer (1808–1871) und seinem Sohn, dem Astronomen Theodor von Oppolzer (1841–1886). Johann von Oppolzer war ab 1850 Professor für Medizin an der Universität Wien und 1860/61 deren Rektor. Aufgrund seiner häufig verordneten Badekuren wurde er zu einem Förderer der österreichischen Badekurorte. Daneben setzte sich Oppolzer auch für die Elektrotherapie ein und wurde damit zu einem wichtigen Vertreter der Zweiten Wiener Medizinischen Schule. Theodor von Oppolzer war ab 1875 Professor für Astronomie an der Universität Wien. Bekannt wurde er durch seinen Canon der Finsternisse , in dem er etwa 8.000 Sonnenfinsternisse und über 5.000 Mondfinsternisse zwischen 1208? v.? Chr. und 2163? n.? Chr. berechnete. Der Asteroid (1492) Oppolzer ist nach ihm benannt, ebenso der Mondkrater Oppolzer. Die Gasse entstand 1862 nach der Demolierung der Wiener Stadtmauern. Zuvor bestand in dieser Gegend eine Gasse, die um 1770 Hühnerloch hieß und dann Kleppergasse (nach den damaligen Pferdeställen in der Teinfaltstraße? 8; „Klepper“ bezeichnete umgangssprachlich ein unterernährtes oder altersschwaches Hauspferd). (Liste der Straßennamen von Wien/Innere Stadt)

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