Letzte Worte

Unter den letzten Worten versteht man das, was ein Mensch im Angesicht seines Todes der Nachwelt als das Wesentliche seines Lebens hinterlässt. Sie werden seit Jahrtausenden von verschiedenen Völkern für bewahrenswert erachtet. Obwohl sie nicht immer zweifelsfrei verbürgt sind, haben doch einige ihren Weg in den Sprichwortschatz und das Gedächtnis der Welt gefunden. Auch in der bildenden und darstellenden Kunst sowie in Literatur und Musik spielen sie eine große, mitunter tragende Rolle.

Es gibt drei Arten von letzten Worten im engeren Sinne:



Geschichte




Schon die frühen Hochkulturen zeichneten die letzten Worte bedeutender Persönlichkeiten auf. In der griechischen Mythologie hatten Sterbende die Gabe der Prophetie. So weissagte der sterbende Patroklos seinem Bezwinger Hektor in der Ilias den baldigen Tod. Auch die letzten Worte einiger griechischer Philosophen sind bekannt (Anaxagoras, Archimedes, Epikur, Plotin, Sokrates) und Sueton überlieferte in seinen Büchern über die ersten zwölf römischen Kaiser immerhin fünf letzte Worte (von Augustus, Caesar, Galba, Nero und Vespasian). Aber nicht nur in der westlichen Kultur hatten und haben die letzten Äußerungen Gewicht. Auch die chinesischen und indischen Völker hinterließen einige. Als Beispiele seien Zhuangzi und Buddha erwähnt.Mit dem Aufkommen des Christentums wurden die letzten Worte vieler Märtyrer als Zeugnisse der Standhaftigkeit im Glauben bis in den Tod aufgezeichnet. Die Aufzeichnung erfolgte jedoch oft erst Generationen nach dem Tod und diente bestimmten Absichten, zum Beispiel der Begründung einer Heiligsprechung oder der Schaffung eines moralisch nachahmenswerten Vorbildes, so dass bei solcher Überlieferung Zweifel begründet sein können. Am Ende des Mittelalters entstanden unter dem Eindruck der damals grassierenden Seuchen und der Angst vor einem unvorbereiteten Tod (Schutzheiliger: Christophorus) so genannte Artes moriendi. Diese lehrten die Kunst, nach dem Vorbild Christi zu sterben. So sollten auch die letzten Worte an seine letzten Worte angelehnt sein: „Herr, in deine Hände befehle ich meinen Geist.“ An diese Worte hielten sich unter anderem Luther und Kolumbus.Es gab aber auch persönlich gefasste letzte Worte, die dann ihrerseits als beispielgebend betrachtet werden konnten. So äußerte Michel de Montaigne 1595 den Wunsch nach einem Kompendium letzter Worte:Im 17. Jahrhundert entstanden erste Sammlungen letzter Worte, allerdings zunächst noch sehr spezialisiert auf Märtyrer als gute und Verbrecher als schlechte Beispiele. Erst ab dem 19. Jahrhundert gab es dann allgemeinere Anthologien.Im England des 18. und 19. Jahrhunderts war es üblich, dass Mörder auf dem Blutgerüst so genannte dying declarations verlasen, die dann als Einblattdrucke verbreitet wurden. Diese Flugblätter folgten immer einem bestimmten Schema und hatten nicht viel Individualität....

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