Lotte Ingrisch

Lotte Ingrisch, geb. Charlotte Gruber (* 20. Juli 1930 in Wien), ist eine österreichische Schriftstellerin.

Lotte Ingrisch bei einer Podiumsdiskussion in Pinkafeld 2017
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Inhaltsverzeichnis



Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Tochter von Emma und Karl Gruber geboren, war Charlotte Gruber von 1949 bis 1965 mit dem Philosophen Hugo Ingrisch verheiratet, dessen Nachname zu ihrem Künstlernamen wurde. Seit 1966 war Ingrisch Ehefrau des 1996 verstorbenen österreichischen Komponisten Gottfried von Einem, für den sie auch etliche Libretti und Liedertexte schrieb. Am bekanntesten ist wohl die gnostische Mysterienoper Jesu Hochzeit, deren Uraufführung 1980 im Theater an der Wien zu einem Theaterskandal wegen angeblicher Blasphemie führte und ihr eine Briefbombe des Terroristen Franz Fuchs, allerdings an eine veraltete Adresse, bescherte.

Lotte Ingrisch veröffentlichte in ihrer frühen Schaffensperiode (1950er und 1960er Jahre) zunächst unter dem Pseudonym Tessa Tüvari humoristische, dann unter eigenem Namen psychologische Romane. Ab Mitte der Sechzigerjahre schrieb sie Komödien, Zauberpossen, Science-Fiction, Hörspiele, Fernsehspiele, Libretti und Sachbücher.

Seit 1970 beschäftigt sie sich, auch in ihren Büchern, mit Bewusstseins-, Sterbe- und Jenseits-Forschung, Tierrecht, Sozialutopien und einer rechtshemisphärischen Reformpädagogik. Daneben schrieb sie, außer Beiträgen zur Transzendenz, zwei Kriminalromane. Sie lebte zu dieser Zeit mit ihrem Gatten Gottfried von Einem hauptsächlich im Waldviertel, vor allem in Rindlberg (Ort der Gemeinde von Bad Großpertholz), Oberdürnbach (Gemeinde Maissau) und zuletzt Weikertschlag an der Thaya. Zu diesen wegen ihrer Störzonen geomantisch interessanten Orten nimmt sie in ihren Büchern immer wieder Bezug. Nach dem Tod ihres Mannes schenkte sie ihr Haus in Oberdürnbach als Gottfried von Einem-Museum der Gemeinde Maissau, die dort alljährlich Konzerte veranstaltet.

1990 übereignete Lotte Ingrisch ihren bis dato vorliegenden literarischen Vorlass dem Österreichischen Literaturarchiv. 1993 gründete sie die „Schule der Unsterblichkeit“, um den Menschen die Angst vor dem Tod zu nehmen, und engagierte sich für ein selbstbestimmtes Sterben in Würde. Ingrisch ist Vizepräsidentin der Gottfried von Einem Musik-Privatstiftung und gründete 2010 die Internationale Gottfried von Einem-Gesellschaft, die sie zu ihrer Universalerbin machte und deren Präsident der Komponist und Dirigent Heinz Karl (Nali) Gruber ist. Durch ihre Ehe mit Gottfried von Einem ist sie die Stiefmutter des ehemaligen österreichischen Innen-, Wissenschafts- und Verkehrsministers a.D. Caspar Einem.

Zum Abschluss eines Gesprächs über ihre Wohnung in der Wiener Hofburg sagte Lotte Ingrisch im Herbst 2014: Ich freue mich schon auf den kleinsten Raum, in dem ich je gewohnt haben werde – auf den Sarg. […] Ich wünschte, ich wäre tot. Wenn in Österreich die Sterbehilfe legal wäre, hätte ich mich schon längst für die Müllabfuhr gemeldet. Ich bin 84 und habe mein Lied gesungen. Ende der Vorstellung.



Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Prosawerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Verliebter September (1958)
  • Das Engelfernrohr (1960)
  • Fest der hungrigen Geister (1961)
  • Amour noir (fertiggestellt 1960, verlegt erst 1985)
  • Salzburg fr jedermann (1978)
  • Reisefhrer ins Jenseits (1983)
  • Bauerngrten. Das ntzliche Paradies (1984)
  • Schmetterlingsschule oder Die Vernderung der Welt im Kopf (1986)
  • Die Kapelle der Gefahren (1988)
  • Donnerstagebuch (1988) ? ein esoterischer Briefwechsel mit dem verstorbenen Jrg Mauthe
  • Auf den Flgeln des Gesanges. Musikalische Novellen und Erzhlungen aus zwei Jahrhunderten (1988) ? Coautor Gottfried von Einem
  • Die Pestsule (1989)
  • Nchtebuch (1989)
  • Herr Jacopo reitet (1990)
  • Feenschrei ? Ein Wegweiser in die Elbenwelt (1991)
  • Der Engel des Alters oder Methusalem im Wunderland (1993)
  • Die schne Mrderin (1994)
  • Das Lotte Ingrisch-Lesebuch (1995)
  • Das Leben beginnt mit dem Tod (1996)
  • Ratte und Brenfrulein. Die Jenseitsreise des Gottfried von Einem (1997)
  • Mich hetzen Klnge ? Die Componierzettelchen des Gottfried von Einem (1999) ? herausgegeben von Lotte Ingrisch
  • Unsterblichkeit. Protokolle aus dem Jenseits. Eine Dokumentation der Hoffnung (2000)
  • Rindlberg (2000)
  • Schmetterlingsschule oder Die Vernderung der Welt im Kopf (2000)
  • Die Kelten erwachen (CD)(2000)
  • Reisefhrer ins Jenseits (Buch und CD)(2000, 2011)
  • Unsterblichkeit. Protokolle aus dem Jenseits (2000)
  • Die schne Mrderin (2001)
  • Die ganze Welt ist Spa. Ein Leben in Anekdoten (2002, 2012)
  • Das Fest der hungrigen Geister
  • Die ganze Welt ist Spa! Ein Leben in Anekdoten von Lotte Ingrisch und Gottfried von Einem (2002)
  • Der Himmel ist lustig. Jenseitskunde oder Keine Angst vorm Sterben (2003)
  • Physik des Jenseits (2004)
  • Der Geister-Knigge (2006)
  • Die neue Schmetterlingsschule oder die Rckkehr der Seele in den Unterricht (2006)
  • Eine Reise in das Zwielichtland (2007)
  • Die schne Kunst des Sterbens (2008)
  • Die Erde - unterirdisch, berirdisch, auerirdisch (2010)
  • Die doppelte Lotte (2011)

Hrspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Alle Vglein, alle
  • Clementis wilde Jagd oder Ich bin ein phallisches Mdchen, Musik von Gottfried von Einem
  • Nachtmeerfahrt, Musik Heinz Karl Gruber
  • Mord im Internat
  • Hchste Zeit, dass die Delphine kommen
  • Eine leidenschaftliche Verwechslung
  • Ein Abend zu dritt, Musik von Gottfried von Einem
  • Der Brutigam
  • Der Unstern
  • Harlekins Himmelfahrt
  • Solo

Fernsehspiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wiener Totentanz (1969)
  • Plejade (1970)
  • Der Schneemann brennt (1971)
  • Der Hutmacher (1972)
  • Teerosen, Musik von Gottfried von Einem (1977)
  • Schlange sucht passendes Paradies (1977)
  • Fairy (1977)
  • Abendlicht oder die Liebe im Alter (1977)

Theaterstcke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Salzpuppen (1963)
  • Vanillikipferln (1964)
  • Mrderballett, spter Schwarze Damen Zeit (1964)
  • Letzte Rose (1964)
  • Donau so blau (1965)
  • Ein Abend zu dritt (1965)
  • Die Witwe (1965)
  • Wastopol (1967)
  • Die Wirklichkeit und was man dagegen tut (1968)
  • Glckliches Leben (1968)
  • Affe des Engels (1969)
  • Wiener Totentanz
  • Firmung des Einhorns (1971)
  • Kybernetische Hochzeit
  • Damenbekanntschaften (1973) ? unter diesem Titel wurden im S. Fischer Verlag die vier auch aus dem sterreichischen Fernsehen schon bekannten Einakter
    • Ein Abend zu dritt
    • Die Heiratsschwindlerin, Posse mit Musik (1973)
    • Vanillikipferln

Als Taschenbuch verlegt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die Heiratsschwindlerin (1973)
  • Das trumende Licht ? Einakter
  • Der rote Brutigam (1974)
  • Der Schacht zum Hades (1975) ? Teil der Tetralogie zusammen mit ?Wiener Totentanz?, ?Die Witwe? und ?Letzte Rose?
  • Geisterstunde (1976)
  • Kabale und Liebe (1976) ? Textbearbeitung als Libretto fr Gottfried von Einem
  • Die Fnfte Jahreszeit (1978)
  • Herr Floridus (1978)Auch: Herzreise oder Die Zeit der Zeit ist vorbei (1981)
  • Jesu Hochzeit (1980) ? Libretto fr Gottfried von Einem
  • Prinz Chocolat ? Libretto fr Gottfried von Einem
  • Lambert Veigerl macht sein Testament (1980)
  • Mysterienkomodie (1978)
  • Tulifant (1990) ? Libretto fr Gottfried von Einem
  • Wiener Totentanz, frher: Sdamerika (1990)
  • berlat den Elementen Euch mit Ihren Geistern (1991)
  • Paracelsusspiel, Musik von Gottfried von Einem (1991)
  • Anubis weint (1992)
  • Der Zimmerherr (1995)
  • Das trumende Licht, Melodram (1995)
  • Der Liebestod, auch: Der Zimmerherr (1995)
  • Luzifers Lcheln (1998) ? letztes Libretto fr Gottfried von Einem, erst nach dessen Tod uraufgefhrt am 4. Februar 1998

Liedtexte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Liderliche Lieder zur Gitarre (1982) ? Liedertexte fr Gottfried von Einem
  • Waldviertler Lieder (1984)
  • Prinzessin Traurigkeit oder Ein Knguruh im Schnee (1992) ? Liedertexte fr Gottfried von Einem
  • Alchemistenspiegel (1990) ? Liedertexte fr Gottfried von Einem
  • Vier Tierlieder (1996) ? Liedertexte fr Gottfried von Einem

Ungespielt, unproduziert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Das Schlo der Eurydike (1965)
  • Der Alchimist (1965)
  • Die Sieger sind impotent (1965)
  • Kater Murr, Musik von Gottfried von Einem, vom NDR als pornographisches Hrspiel bestellt und eben deshalb nie produziert (1968, der Auftrag erfolgte in Weinlaune)
  • Ballett Rheumatic (1969)
  • Till Eulenspiegel (1970)
  • Die Mondhexe, von der BBC beauftragtes sechsteiliges SF-Serial (1971)
  • Blue Box, auch: Spielzeit (1972)
  • Comeback (1976)
  • Mirjam und der lord (1976)
  • Tanz am Strand (1982)
  • Darwins Engel, Evolutionskomdie (2009)


Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Lotte Ingrisch-Einem: Ich habe ein heimliches Gspusi mit dem Nirwana, Gesprch mit Wojciech Czaja, in: Tageszeitung Der Standard, Wien, 31. Oktober / 1., 2. November 2014, Beilage Immobilien-Standard, S. I 1
  2. ?Jrg Mauthes Sohn versuchte die Weiterfhrung dieses Werkes gerichtlich zu untersagen, siehe Das doppelte Lottchen. Kniffliger Gerichtsfall in Wien: Hat ein Briefschreiber aus dem Jenseits Urheberrechte? In: Der Spiegel. Nr.14, 1991 (online). Ob diese Untersagung gelang ist nicht berliefert, 1996 gab es mit ISBN 978-3-7046-0112-4 jedenfalls noch eine Auflage.

Lotte Ingrisch bei einer Podiumsdiskussion in Pinkafeld 2017Bild: Stefan97Lizenz: CC-BY-SA-4.0
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Lotte Ingrisch, geb. Charlotte Gruber (* 20. Juli 1930 in Wien), ist eine österreichische Schriftstellerin.

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Geboren & Gestorben

Geboren:
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Lotte Ingrisch wird in Wien geboren. Lotte Ingrisch, geb. Charlotte Gruber, ist eine österreichische Schriftstellerin.

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Lotte Ingrisch ist heute 87 Jahre alt. Lotte Ingrisch ist im Sternzeichen Krebs geboren.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

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Die ganze Welt ist Spaß. Ein Leben in Anekdoten

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Reiseführer ins Jenseits (Buch und CD)

2011

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Die doppelte Lotte

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Die Erde - unterirdisch, überirdisch, außerirdisch

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Darwins Engel, Evolutionskomödie

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