Macht

Macht bezeichnet sozialwissenschaftlich einerseits die Fähigkeit einer Person oder Interessengruppe, auf das Verhalten und Denken einzelner Personen, sozialer Gruppen oder Bevölkerungsteile einzuwirken. Andererseits stellt eine Extremposition der Macht die Durchsetzungsfähigkeit dar, einseitig definierte Ziele zu erreichen, ohne sich selbst äußeren Ansprüchen gegenüber beteiligten Personen zu unterwerfen oder diesen entgegenkommen zu müssen (wollen). Dies ist bei Vorliegen der Möglichkeit einer Einflussnahme mittels Strafandrohung der Fall, wobei auf die Zielpersonen ein unterdrückender Zwang ausgeübt wird, sich zu fügen. Im Falle von gegensätzlichen oder unvereinbaren Interessenpositionen der Zielpersonen ist es daher beispielsweise für Personen, die absolute Macht ausüben, nicht erforderlich, ein Austauschverhältnis oder einen Kompromiss einzugehen. Vor allem diesbezüglich grenzen sich die in weiten Teilen deckungsgleichen Begriffe Macht und Einfluss voneinander ab, wobei die Übergänge fließend sind. Die beiden Sichtweisen werden auch als „Macht über … haben“ und „Macht zu tun“ umschrieben. Als zentraler Begriff der Sozialwissenschaften ist Macht in seinem Bedeutungsumfang umstritten.

Gemäßigte (alltägliche) Machtverhältnisse beschreiben hingegen mehrseitige (Austausch-)Verhältnisse, bei denen oft eine Seite die stärkere Ausgangs- oder Verhandlungsposition ausübt (beispielsweise durch die verfügbare Möglichkeit der Einflussnahme durch Belohnung, Bevorzugung oder durch überlegenes Wissen) und das von anderer Seite akzeptiert wird. Von anderer Seite wird auf Widerspruch verzichtet, nichts gegen die Ausübung der Macht unternommen, oder eine Duldung, Befolgung oder Anpassung vollzogen.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Heinrich Popitz stirbt in Freiburg im Breisgau. Heinrich Popitz war ein deutscher Soziologe, der vor dem Hintergrund der Philosophischen Anthropologie bedeutende Beiträge zur Allgemeinen Soziologie leistete. Popitz publizierte insbesondere zu elementaren Begriffen wie Soziale Norm, Soziale Rolle oder Macht und Gewalt.

1960

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Geboren: Alice Creischer wird in Gerolstein geboren. Alice Creischer ist eine deutsche Konzeptkünstlerin, die sich in ihrem Werk vorwiegend mit Themen von Macht und Wirtschaft auseinandersetzt.
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Geboren: Werner Schiffauer wird in Lichtenfels geboren. Werner Schiffauer ist ein deutscher Kulturwissenschaftler, Ethnologe und Publizist. Er lehrt Vergleichende Kultur- und Sozialanthropologie an der Europa-Universität Viadrina in Frankfurt (Oder). Schiffauer betreibt eine Anthropologie industrieller, spätmoderner Gesellschaften mit Arbeitsschwerpunkten auf den Problemkreisen Identität, Wissen sowie Macht und Disziplinierung bzw. allgemein Macht-Wissens-Komplexen im foucault'schen Sinne.
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Geboren: Heinrich Popitz wird in Berlin geboren. Heinrich Popitz war ein deutscher Soziologe, der vor dem Hintergrund der Philosophischen Anthropologie bedeutende Beiträge zur Allgemeinen Soziologie leistete. Popitz publizierte insbesondere zu elementaren Begriffen wie Soziale Norm, Soziale Rolle oder Macht und Gewalt.

Antike

46 v. Chr.

Römisches Reich:
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Caesar entdeckt die Funktion des Geldes als Machtmittel. Zum ersten Mal wird ein noch lebender römischer Bürger auf einer Münze verewigt. Bis dahin wurden nur historische Ereignisse zur Propaganda abgebildet. Die neuen Münzen sind Ausdruck des Personenkults um den Römischen Diktator.

Politik & Weltgeschehen

1171

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Der englische König Heinrich II. trifft in Irland ein, um die von ihm 1169 zugelassenen Eroberungstruppen unter Strongbow zu unterstützen und an zu großem Machtgewinn zu hindern.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1916

Werk:
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Machtverhältnis und Machtmoral (Alfred Vierkandt)

1896

Hauptwerke:
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(dt. 1950) Die herrschende Klasse (im Vordergrund steht das Prinzip der Ungleichverteilung der Macht) (Gaetano Mosca)

Rundfunk, Film & Fernsehen

1963

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Film: Der Rabe -Duell der Zauberer ist eine US-amerikanische Horror-Komödie aus dem Jahr 1963. Richard Matheson schrieb das Drehbuch zum Film in Anlehnung an das Gedicht Der Rabe von Edgar Allan Poe. Auf den deutschen Kinoleinwänden war der Film erst am 4. Juli 1980 zu sehen, am 6. Oktober 2003 erschien er erstmals auf DVD. Der Film handelt vom Machtkampf der Zauberer Craven und Scarabus.

Stab:
Regie: Roger Corman
Drehbuch: Richard Matheson
Produktion: Roger Corman
Musik: Les Baxter
Kamera: Floyd Crosby
Schnitt: Ronald Sinclair

Besetzung: Vincent Price, Peter Lorre, Boris Karloff, Hazel Court, Olive Sturgess, Jack Nicholson, Connie Wallace, William Baskin, Aaron Saxon

Tagesgeschehen

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Leipzig: Der Parteivorsitzende der Grünen, Reinhard Bütikofer, kritisiert Bundesinnenminister Otto Schily (SPD) heftig wegen der Durchsuchungsaktion gegen die Zeitschrift „Cicero“. Der „Leipziger Volkszeitung“ (Montagausgabe) sagt Bütikofer: „Otto Schily geriet in den letzten Jahren immer in Versuchung, sich selbst mit dem Staat zu verwechseln. Damit läuft er Gefahr, das Wesen demokratisch verliehener Macht zu verkennen.“
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Deutschland: Die SPD plant, trotz ihrer Verluste bei der Bundestagswahl an der Macht zu bleiben. Sie will §10 der Bundestags-Geschäftsordnung ändern, wonach Fraktionen Vereinigungen von Mitgliedern einer Bundestagspartei oder „solcher Parteien“ sind, „die aufgrund gleichgerichteter politischer Ziele in keinem Land miteinander im Wettbewerb stehen“. Durch diese Interpretation würde die seit 50 Jahren akzeptierte CDU/CSU-Fraktion in zwei Fraktionen gesprengt, sodass die SPD die größte Fraktion wäre und daraus das Recht auf den Bundeskanzler ableiten könnte. CDU-Politiker Friedbert Pflüger kritisiert das gegenüber dpa: „Dieses Vorgehen trägt putschartige Züge.“ Man könne nicht mit einem Trick eine seit 50 Jahren gelebte und allseits akzeptierte Fraktionsgemeinschaft sprengen, um an der Macht zu bleiben. Laut Wolfgang Schäuble, dem stellvertretenden Vorsitzenden der CDU/CSU-Fraktion, offenbare die SPD mit ihrem Plan einen „Mangel an demokratischer Kultur“.
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Berlin/Vatikan. Ein Vergleich von Papst Johannes Paul II. zwischen Holocaust und Abtreibung sorgt für Aufregung. In seinem Buch schreibt das Oberhaupt der katholischen Kirche, ein rechtmäßig gewähltes Parlament habe die Wahl Adolf Hitlers in den 1930er Jahren ermöglicht und mit der Macht ausgestattet, die der Einrichtung von Konzentrationslagern und der so genannten Endlösung den Weg bereitet hätten. Heutzutage müssten die gesetzlichen Regelungen zur Abtreibung in Frage gestellt werden, fährt der Papst fort. „Parlamente, die solche Gesetze schaffen und verkünden, müssen sich darüber im Klaren sein, dass sie ihre Machtbefugnisse überschreiten und in einem offenen Konflikt mit dem Gesetz Gottes und dem Gesetz der Natur verharren.“ Die umstrittene Passage in dem neuen Papst-Buch „Erinnerung und Identität -Gespräche an der Schwelle zwischen den Jahrtausenden“ empört den Zentralrat der Juden in Deutschland. "Die Spitze der katholischen Kirche habe nicht begriffen oder wolle nicht begreifen, dass man den Holocaust nicht mit der Abtreibung vergleichen könne, sagte der Zentralratspräsident, Paul Spiegel.

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