Machtergreifung

Mit Machtergreifung (auch Machtübernahme bzw. Machtübergabe) wird die Ernennung Adolf Hitlers zum Reichskanzler durch Reichspräsident Paul von Hindenburg am 30. Januar 1933 bezeichnet, im Kontext aber auch die anschließende Umwandlung der bis dahin bestehenden parlamentarischen Demokratie der Weimarer Republik in eine nach dem Führerprinzip agierende zentralistische Diktatur. Hitler übernahm die Führung einer Koalitionsregierung von NSDAP und nationalkonservativen Verbündeten (DNVP, Stahlhelm), in welcher neben ihm vorerst zwei Nationalsozialisten Regierungsämter bekleideten. Nachdem am 1. Februar der Reichstag aufgelöst worden war, schränkten die Machthaber in den folgenden, von nationalsozialistischem Terror gekennzeichneten Wochen die politischen und demokratischen Rechte durch Notverordnungen ein. Als entscheidende Schritte auf dem Weg zur Diktatur gelten die Reichstagsbrandverordnung vom 28. Februar 1933 und das Ermächtigungsgesetz vom 24. März 1933.

Einige Historiker halten die bekannten Bezeichnungen Machtergreifung und Machtübernahme für wertend oder nicht präzise; sie verwenden die Begriffe Machtübergabe oder Machtübertragung.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Sigurd Raschèr stirbt in Shushan, New York. Sigurd Raschèr war ein deutscher Saxophonist in der klassischen Musik im 20. Jahrhundert. Er lebte zeitweilig in Berlin, bis er 1933 nach der Machtergreifung der Nazis nach Dänemark emigrierte. Er verlegte seinen Wohnsitz nach Schweden, wo er Ann Mari Wigen heiratete. Eine Konzertreise führte ihn 1939 nach Boston und New York und er blieb nach dem Kriegsausbruch in Europa in den USA. Konzertreisen führten regelmäßig nach Europa und USA wie auch Meisterkurse an zahllose Universitäten, Colleges und Musikhochschulen.
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Gestorben: Stephan Buchkremer stirbt. Stephan Buchkremer gründete 1941 die Domwache, um den Aachener Dom vor dem Bombenkrieg des Zweiten Weltkrieges zu schützen. Buchkremer war vor der Machtergreifung der Nationalsozialisten in der Bündischen Jugend (u.? a. im Deutschen Pfadfinderbund) aktiv und leitete nach deren Verbot die Gruppe Grenzdeutsche Jungenschaft in der Illegalität bis zu ihrer zwangsweisen Auflösung.
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Gestorben: Golo Mann stirbt in Leverkusen. Professor Golo Mann war ein deutsch-schweizerischer Historiker, Publizist und Schriftsteller. Golo Mann war ein Sohn des Literaturnobelpreisträgers Thomas Mann. Nach der Machtergreifung der Nationalsozialisten emigrierte er über Frankreich und die Schweiz in die USA. Mitte der 1950er Jahre kehrte er nach Deutschland zurück und übersiedelte später in die Schweiz. Nach einer Tätigkeit als Professor für Politikwissenschaft in Stuttgart arbeitete er als freier Publizist und einflussreicher Kommentator des Zeitgeschehens. Er verkehrte mit Politikern wie Konrad Adenauer und Willy Brandt, für den er sich zunächst als Berater einsetzte und dessen Ostpolitik er unterstützte. Ablehnend verhielt er sich gegenüber der Studentenbewegung; 1980 engagierte er sich für den Wahlkampf von Franz Josef Strauß.
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Gestorben: Wilhelm Kinkelin stirbt in Pfullingen. Wilhelm Kinkelin war ein deutscher Mediziner, der noch vor der nationalsozialistischen „Machtergreifung“ in die Sturmabteilung (SA) eintrat, und ab 1937 in verschiedenen Funktionen im Rasse- und Siedlungshauptamt, im Stab des Reichsbauernführers, im Reichssicherheitshauptamt und im Reichsministerium für die besetzten Ostgebiete (RMfdBO) arbeitete. Ab 1943 war er Leiter des Amtes „Blutpflege und Rassenkultur“ im Reichsamt für Agrarpolitik der NSDAP. Sein höchster Dienstgrad war SS-Brigadeführer. Daneben arbeitete er in der Forschungsgemeinschaft Deutsches Ahnenerbe und betätigte sich vor und nach dem Krieg als schwäbischer Heimatforscher.
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Gestorben: Bertha Sander stirbt in Bodiam bei Robertsbridge, East Sussex, England. Bertha Regina Sander war eine deutsche Innenarchitektin und Fachautorin jüdischer Abstammung. Auf Grund der für Juden zunehmend diskriminierenden Lebensbedingungen nach der Machtergreifung durch die Nationalsozialisten verließ sie 1936 Deutschland und lebte seitdem in England. Bertha Sander zählte zu den wenigen Frauen, die bereits vor 1945 als (Garten-) Architektin, Innenarchitektin oder Kunstgewerblerin tätig waren.

Typologie autoritärer Regime > Unvollständige totalitäre und prätotalitäre Regime

1933

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Deutsches Reich kurz nach der Machtübernahme (Autoritarismus)

Prominente Anwohner

1898

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Ceciliengärten 27: Als einer der prominentesten und bedeutendsten Anwohner der Siedlung arbeitete und lebte von 1929 bis 1933 der Maler und Grafiker Hans Baluschek im Atelierturm an der Semperstraße, in dem er eine „Ehrenwohnung“ hatte. Er musste hierfür keine Miete entrichten und konnte seinen künstlerischen Neigungen unbeschwert nachgehen. Baluschek wurde vornehmlich durch realistische Darstellungen des sozialen Lebens bekannt und illustrierte unter anderem Werke von Gerhart Hauptmann und Richard Dehmel. Später wurde er auch als Verfasser eigener Novellen bekannt (beispielsweise Spreeluft, 1913). Er war Mitbegründer der Berliner Secession und des Bundes proletarisch revolutionärer Schriftsteller (1919). Baluschek leitete die Große Berliner Kunstausstellung und war Vorsitzender der Schöneberger Kunst-Deputation. Als marxistisch und politisch unzuverlässig verfemt, legte er nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 alle Ämter nieder. An ihn erinnert in der Semperstraße? 1 eine im Jahr 1981 enthüllte Gedenktafel, die neben dem Text eine Straßenszene in der für Baluschek typischen Art zeigt

Bemerkenswertes

Exponierte Ereignisse:
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Drei Monate nach der nationalsozialistischen Machtergreifung werden alle Gewerkschaften in Deutschland verboten.

Arten

1976

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Moraxella atlantae Bøvre et al.

Auflage

1981

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140? 429 (Dagbladet (Norwegen))

Politik & Weltgeschehen

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: In Deutschland beginnen Nationalsozialisten und ihre Helfershelfer aus Kreisen von Professoren und Studenten in über 20 Städten nach der Machtergreifung mit der Bücherverbrennung im Rahmen der Aktion „Wider den undeutschen Geist“. Die Liste der verbrannten Bücher umfasst Dutzende Autorinnen und Autoren, die entweder jüdische Vorfahren haben oder pazifistisches oder kommunistisches Gedankengut verbreiten. Grundlage bilden die Schwarzen Listen des Bibliothekars Wolfgang Herrmann. (10. Mai)
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Mit seiner Verkündung tritt das am Vortag beschlossene Gesetz zur Behebung der Not von Volk und Reich, das so genannte Ermächtigungsgesetz, in Kraft. Damit können von der Reichsregierung beschlossene Reichsgesetze von der Reichsverfassung abweichen, womit diese im Zuge der Nationalsozialistischen Machtergreifung de facto außer Kraft gesetzt wird. (24. März)
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Im Zuge der „Machtergreifung“ in Deutschland durch die NSDAP wird durch Erlass von Reichspräsident Hindenburg das Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda gegründet, dessen Minister Joseph Goebbels wird. (13. März)
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Die nationalsozialistische Führung des Freistaates Braunschweig initiiert wenige Tage nach der Machtergreifung in Deutschland den so genannten Warenhaussturm, eine Gewaltaktion gegen „jüdische Kaufhäuser“, die von SA- und SS-Mitglied Friedrich Alpers und NSDAP-Innenminister Dietrich Klagges organisiert und von SA und SS durchgeführt wird. (11. März)

1925

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Mit dem Butler Act wird in Tennessee per Gesetz verboten, an staatlichen oder staatlich geförderten Schulen die Evolutionstheorie von Charles Darwin zu lehren, wenn diese Lehre sich auf die Abstammung des Menschen von „niedrigeren“ Lebewesen bezieht. (13. März)

Rundfunk, Film & Fernsehen

1989

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Film: Der wiedergefundene Freund ist ein britisch-französisch-deutscher Spielfilm aus dem Jahr 1989. Das Drehbuch stammt von Harold Pinter und basiert auf der gleichnamigen Erzählung Der wiedergefundene Freund von Fred Uhlman, die vor allem um das Jahr 1933 zur Zeit der sog. „Machtergreifung“ in Deutschland spielt.

Stab:
Regie: Jerry Schatzberg
Drehbuch: Harold Pinter
Produktion: Anne Francois
Musik: Philippe Sarde
Kamera: Bruno de Keyzer
Schnitt: Martine Barraqué

Besetzung: Jason Robards, Christien Anholt, Samuel West, Bert Parnaby, Barbara Jefford, Jacques Brunet, Françoise Fabian, Maureen Kevin, Shabah Ronay, Dorothea Alexander

1945

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Film: Der Film Kolberg des Regisseurs Veit Harlan wurde am 30. Januar 1945, dem 12. Jahrestag der nationalsozialistischen Machtergreifung, gleichzeitig in Berlin und in der umkämpften Atlantikfestung La Rochelle uraufgeführt.

Stab:
Regie: Veit Harlan
Drehbuch: Veit Harlan Alfred Braun Thea von Harbou
Produktion: Wilhelm Sperber
Musik: Norbert Schultze
Kamera: Bruno Mondi
Schnitt: Wolfgang Schleif

Besetzung: Heinrich George, Kristina Söderbaum, Horst Caspar, Gustav Diessl, Paul Wegener, Otto Wernicke, Charles Schauten, Claus Clausen, Irene von Meyendorff, Heinz Lausch, Kurt Meisel, Paul Bildt, Jakob Tiedtke, Hans Hermann Schaufuß, Franz Schafheitlin, Herbert Klatt, Theo Shall, André Saint-Germain, Margarete Schön, Inge Drexel, Paul Henckels, Greta Schröder, Otz Tollen, Jaspar von Oertzen, Franz Herterich, Josef Dahmen, Werner Scharf, Fritz Hoopts

1933

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Film: Morgenrot ist ein deutscher Spielfilm von Gustav Ucicky aus dem Jahr 1933, der am 2. Februar 1933 uraufgeführt wurde, kurz nach der „Machtergreifung“ Hitlers.

Stab:
Regie: Gustav Ucicky
Drehbuch: Gerhard Menzel
Produktion: Universum Film
Produktionsleiter: Günther Stapenhorst
Musik: Herbert Windt
Kamera: Carl Hoffmann
Schnitt: Eduard von Borsody

Besetzung: Rudolf Forster, Fritz Genschow, Paul Westermeier, Camilla Spira, Gerhard Bienert, Friedrich Gnaß, Adele Sandrock, Hans Leibelt, Eduard von Winterstein, Franz Nicklisch, Else Knott

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1991

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Werk > Hörspiele: Die Stein ist die Stein ist die Stein ist die... - Vier Aspekte ein und desselben Phänomens (SDR) (Heinz von Cramer)

1984

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Publikation: Die Machtergreifung. Der Aufstieg der NSDAP und die Zerstörung der Weimarer Republik (Martin Broszat)

1983

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Literatur: Bochum: George Tabori bringt 1983 sein drittes Holocaust-Drama heraus, dessen Uraufführung exakt am 50. Jahrestag der Machtergreifung am 30. Januar 1983 am Schauspielhaus Bochum stattfindet. Der Titel Jubiläum ist offenkundig ironisch gewählt. Dabei verwendet er erstmals historisches Material. Das Stück wird 1983 mit dem Mülheimer Dramatikerpreis ausgezeichnet.

1979

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Werk: Die Machtergreifung in Kaiserslautern und deren Vorgeschichte. Stadtarchiv Kaiserslautern, Kaiserslautern (Heinz Friedel)

Kunst & Kultur

2012

Einzelausstellung:
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chittagong blues Rauminstallation aus Terrakotta, Zeichnung und Filmen, PUC- Kulturzentrum und Galerie Pamme-Vogelsang Köln. (Nele Ströbel)

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