Malaria

Malaria – auch Sumpffieber, Wechselfieber, Marschenfieber, Febris intermittens oder Kaltes Fieber genannt – ist eine Infektionskrankheit, die von einzelligen Parasiten der Gattung Plasmodium hervorgerufen wird. Sie wird heutzutage hauptsächlich in den Tropen und Subtropen durch den Stich einer weiblichen Stechmücke (Moskito) der Gattung Anopheles übertragen. Außerhalb dieser Gebiete lösen gelegentlich durch den Luftverkehr eingeschleppte Moskitos die sogenannte „Flughafen-Malaria“ aus. Hierbei sind alle Personen im direkten Umfeld von Flughäfen gefährdet, z. B. Flughafenbedienstete oder Anwohner. Bis auf eine Übertragung durch Bluttransfusion und Laborunfälle ist eine Mensch-zu-Mensch-Ansteckung nur gelegentlich von der Mutter auf das ungeborene Kind möglich, wenn die Plazenta (besonders während der Geburt) verletzt wird. Der Mensch und die Anopheles-Mücken stellen das einzige nennenswerte Erregerreservoir humanpathogener Plasmodien dar.

Mit wissenschaftlichen Computermodellen wurden für das Jahr 2010 rund 1,2 Millionen Todesfälle aufgrund einer Malariainfektion errechnet, nachdem Daten von 1980 bis 2010 gesammelt worden waren. Den Modellen nach erreichte die Zahl der Malariatoten im Jahr 2004 mit 1,8 Millionen einen Höhepunkt.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: William Trager stirbt in New York City. William Trager war ein US-amerikanischer Parasitologe, bekannt für Forschungen zur Malaria.
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Gestorben: Reuben Leon Kahn stirbt in Miami. Reuben Leon Kahn war ein US-amerikanischer Immunologe. Er ist bekannt wegen seiner Forschungen auf dem Gebiet der Blutreaktionen, wie dem Test auf Syphilis (1923). Später fand er auch Tests auf Tuberkulose, Malaria und Lepra. Kahn forschte und lehrte an der University of Michigan.
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Gestorben: Josef Mengele stirbt in Bertioga, Brasilien. Josef Mengele war ein deutscher Mediziner und Anthropologe. Er wurde 1937 Assistent des Erbbiologen und Rassenhygienikers Otmar Freiherr von Verschuer und meldete sich 1940 freiwillig zur Waffen-SS. Nach einem Fronteinsatz als Truppenarzt bei der 5. SS-Panzer-Division „Wiking“ wurde Mengele von Mai 1943 bis Januar 1945 als Lagerarzt im Konzentrations- und Vernichtungslager Auschwitz eingesetzt. In dieser Funktion nahm er Selektionen vor, überwachte die Vergasung der Opfer und führte menschenverachtende medizinische Experimente an Häftlingen durch. Er sammelte Material und betrieb Studien zur Zwillingsforschung, zu Wachstumsanomalien, zu Methoden der Unfruchtbarmachung von Menschen und Transplantation von Knochenmark sowie zur Therapie von Fleckfieber und Malaria. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs wurde er zwar als NS-Kriegsverbrecher gesucht, aber nie gefasst. Er starb 1979 im brasilianischen Badeort Bertioga. Mengele ertrank, als er beim Schwimmen im Meer einen Schlaganfall erlitt. 1985 wurden im Zuge einer intensivierten Fahndung seine unter falschem Namen beerdigten Gebeine entdeckt und identifiziert.
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Gestorben: Werner Schulemann stirbt in Bonn. Werner Schulemann war ein deutscher Pharmakologe. Er wirkte von 1938 bis 1955 als Professor an der Universität Bonn und beschäftigte sich insbesondere mit der Entwicklung von Arzneistoffen zur Behandlung von Malaria. Für seine Forschungsleistungen wurde er 1939 in die Leopoldina aufgenommen und 1969 mit der Schmiedeberg-Plakette ausgezeichnet.

1962

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Geboren: Volker Heussler wird geboren. Volker Theo Heussler ist ein deutscher Parasitologe, bekannt für Forschungen zur Malaria.

Europa

1167

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Ein Großteil des deutschen Ritterheeres Friedrich Barbarossas fällt in Italien der Malaria zum Opfer.

Sonstige Ereignisse

1880

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entdeckt Alphonse Laveran den Erreger der Malaria. Die Krankheit wurde schon im 5. Jh. v.? Chr. von Hippokrates von Kos genau beschrieben. (Entdecker)

Ereignisse

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Der französische Militärarzt Charles Louis Alphonse Laveran entdeckt in einer Blutprobe den Malariaerreger Plasmodium falciparum.

Amerika

Amerika & Karibik:
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In Washington, D.C. unterzeichnen US-Außenminister John Milton Hay und der kolumbianische Botschafter Thomas Herran einen Vertrag, der die Rechte zum Weiterbau des Panama-Kanals den USA überträgt. Der Bau wurde 1881 von Frankreich begonnen. Nachdem Tausende von Arbeitern an Malaria und Gelbfieber starben, boten sie den Verkauf der Baurechte in Höhe von 40 Mio. US-Dollar an

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1949

Gründung:
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Die Mepha Holding AG mit Sitz in Aesch ist ein international tätiges Schweizer Pharmaunternehmen, das auf Generika, Generika mit galenischen Vorteilen, eigene Spezialitäten, insbesondere im Malaria-Bereich, sowie neu auch auf Biosimilars spezialisiert ist.

Tagesgeschehen

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Brüssel/Europäische Union. Handelskommissar Pascal Lamy präsentiert einen Gesetzesentwurf, der Entwicklungsländern Zugang zu billigen Medikamenten, zum Beispiel gegen die Seuchen AIDS und Malaria, ermöglichen soll. So genannte Zwangslizenzen sollen es Ländern der Dritten Welt ermöglichen, patentgeschützte Medikamente legal zu kopieren. Ein Reimport in die EU solcher Generika ist verboten.
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Die WTO hat Entwicklungsländern die Umgehung von Patentrechten im Pharmaziebereich grundsätzlich erlaubt. Damit soll die Bekämpfung von Krankheiten wie AIDS und Malaria erleichtert werden. Die USA hatte diesen Beschluss lange blockiert, hat aber letztlich den Widerstand aufgegeben.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1950

Leben und Wirken:
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Pyrimethamin , ein Diaminopyrimidin zur Behandlung der Malaria (Gertrude Belle Elion)

Vorsätze

2010

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Dekade zur Zurückdrängung der Malaria in den Entwicklungsländern, insbesondere in Afrika (UNO), 2001 bis (2000er)

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2010

Preisträger:
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Fotis Kafatos (Imperial College, London) (für seine Arbeiten am MalariaparasitenPlasmodium und seine Übertragung durch die Anophelesmücke) (Robert-Koch-Medaille)

Wissenschaft & Technik

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Die Genome der Auslöser der Malaria, Plasmodium yoelii yoelii und Plasmodium falciparum, sowie am 4. Oktober des Überträgers, der Stechmückenart Anopheles gambiae wurden vollständig entschlüsselt.

1863

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Gleich nach ihrer Rückkehr von ihrer Reise in den Kongo im Vorjahr beginnt Alexandrine Tinné die Erforschung des Gazellenflusses zu planen. Begleitet von dem deutschen Forscher Baron Theodor von Heuglin, dem Botaniker und Arzt Hermann Steudner, 65 Leibwächtern und 40 Maultieren, beladen mit Geschenken für die Einheimischen (Glasperlen, Spielzeug und Kleidung), macht sie sich bereits am 2. Februar auf den Weg. Gemeinsam mit ihrer Mutter und Tante beobachtet sie die Natur und schreibt ihre Beobachtungen nieder. Pflanzen werden gesammelt, gezeichnet und in Herbarien abgelegt. Auch auf dieser Reise kauft Tinné Menschen aus der Sklaverei frei. Beim weiteren Vorgehen nach Westen über den Djurfluss erliegt Steudner am 10. April in dem Dorf Wau jedoch einer Malaria-Erkrankung. Als auch Heuglin erkrankt und Tinnés Mutter an einem plötzlichen Fieber verstirbt, bricht Alexandrine die Forschungsreise ab und begibt sich auf die Rückreise nach Khartum.

1862

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Januar: Alexandrine Tinné macht sich von Kairo aus nilaufwärts auf den Weg, um John Hanning Speke zu treffen. Gemeinsam wollen sie sich dann auf die Suche nach der Quelle des Nils machen. Als Speke nicht am vereinbarten Treffpunkt eintrifft, macht Tinné sich mit ihren Leuten alleine auf den Weg. Auf dem Landweg stößt sie in die kaum erforschten Regionen im Kongo vor und gelangt am 30. September nach Gondokoro. Der Expedition fehlt es jedoch an Trägern und Lebensmitteln und nach mehreren Malariaanfällen bricht Tinné die Reise ab und macht sich bald auf den Rückweg. Auf dieser Reise begegnet sie erstmals unmittelbar Sklaven-Karawanen, dokumentiert dies, schreckt auch nicht davor zurück, sich mit den Sklavenhändlern anzulegen und kauft etliche Menschen frei, denen sie anbietet, sich ihrem Gefolge anzuschließen. Gleich nach ihrer Rückkehr nach Kairo beginnt sie die Erforschung des Gazellenflusses zu planen.

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