Mario Adorf

Mario Adorf auf der Frankfurter Buchmesse 2016
Bild: Siebbi

Mario Adorf (* 8. September 1930 in Zürich, Schweiz) ist ein deutscher Schauspieler. Er gehört zu den profiliertesten zeitgenössischen Darstellern auf der Bühne, im Kino und im Fernsehen. Daneben betätigt sich Adorf als Schriftsteller und Hörbuchautor.



Inhaltsverzeichnis



Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mario Adorf, 1971
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Auf dem Berlin
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Mario Adorf wurde als nichteheliches Kind der aus der Eifel stammenden deutschen Röntgenassistentin Alice Adorf und eines verheirateten Italieners, des kalabrischen Chirurgen Matteo Menniti, im schweizerischen Zürich geboren. Er wuchs bei seiner Mutter in Mayen in der Eifel auf, wo er nach dem Besuch des Borromäerinnen-Kindergartens und der Volksschule das städtische Realgymnasium absolvierte. Ab 1950 studierte er an der wiedergegründeten Universität Mainz Philosophie, Psychologie, Kriminologie, Literatur, Musikgeschichte und Theaterwissenschaften. Er betätigte sich in einer Studentenboxstaffel sowie an der Studentenbühne.

Im Jahr 1953 ging er zur Fortsetzung seines Studiums in seine Geburtsstadt Zürich und arbeitete dort als Statist und Regieassistent am Schauspielhaus Zürich. Kurz darauf brach er sein Studium ab. Es folgte eine Schauspielausbildung an der Otto-Falckenberg-Schule in München. 1954 trat er mehrmals an den Münchner Kammerspielen auf. Im Anschluss an seine Schauspielausbildung hatte Adorf von 1955 bis 1962 bei den Münchner Kammerspielen ein Engagement als Schauspieler.

Nach einigen kleineren Filmrollen wurde er durch seine Darstellung eines psychopathischen Frauenmörders in Nachts, wenn der Teufel kam allgemein bekannt. Danach war er viele Jahre auf Schurkenrollen festgelegt. In Winnetou 1. Teil übernahm er die Rolle von Winnetous bösartigem Gegenspieler Santer, der Winnetous Schwester Nscho-tschi (Marie Versini) erschoss. In einem Interview erklärte Adorf 2013, dass ihn Menschen bis zum heutigen Tag auf diese Rolle ansprechen und beichten, ihm diese Filmtat lange nicht verziehen zu haben . In der Kriminalkomödie Die Herren mit der weißen Weste verkörperte er den Ganoven Bruno „Dandy“ Stiegler.

Erfolge feierte Adorf auch im internationalen Kino. Sein schauspielerisches Repertoire drückte sich meist in Charakteren aus, die zwischen raubeinigen Knechten oder Ganoven und edlen Mafiosi oder ehrenwerten Signori liegen. Auffällig zeigt sich auch Adorfs Vorliebe für die italienische Kultur. In dem italienischen Film Die Ermordung Matteottis spielte er den „Duce“ Mussolini. Andererseits konnte Adorf auch sein komödiantisches Talent mehrfach unter Beweis stellen.

Daneben erhielt er Engagements durch den Jungen Deutschen Film. So interpretierte er in der Verlorenen Ehre der Katharina Blum den zwielichtigen Kommissar Beizmenne, in der Blechtrommel den Vater Matzerath. Ab Mitte der achtziger Jahre wandelte sich sein Film-Image indes und Adorf wurde zur Idealbesetzung von Patriarchen, insbesondere von mächtigen Unternehmern wie in dem Fernsehvierteiler Der große Bellheim.

Adorf trat in zahlreichen Fernsehfilmen, vorzugsweise in denen des Regisseurs Dieter Wedel, auf und betätigte sich als Theaterschauspieler. 2007 gehörte er unter dem Vorsitz des US-amerikanischen Filmemachers Paul Schrader zur Jury der Filmfestspiele von Berlin. In mehr als 50 Jahren hat Adorf in über 120 Filmen mitgespielt. In den letzten Jahren trat er zudem mehrfach als Buchautor (und vortragender Sänger) in Erscheinung. Außerdem war er als Synchronsprecher tätig und lieh beispielsweise dem Drachen in Dragonheart seine Stimme.

Seine erste Ehefrau war die Schauspielerin Lis Verhoeven. Aus dieser Beziehung stammt die Tochter Stella Adorf, ebenfalls Schauspielerin. Adorf ist seit 1985 in zweiter Ehe verheiratet.

Adorf sprach 1999 den Prolog für das Udo-Jürgens-Lied Die Krone der Schöpfung, das mit den Berliner Philharmonikern aufgenommen wurde. Außerdem sprach er im selben Jahr den Richter der Toten in dem Musical Elisabeth in Essen.

Seine besondere Verbundenheit zu Mayen (Eifel), der Heimat seiner Kindheit, drückte Adorf wiederholt durch örtliche Engagements, zum Beispiel aktuell als Schirmherr der dortigen Burgfestspiele, aus. Die Stadt Mayen verlieh ihm im Jahre 2001 die Ehrenbürgerschaft.

Seit dem 30. August 2004 ist Adorf Ehrenmitglied von Alemannia Aachen.

Adorfs Archiv befindet sich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin.



Politisches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als seinen größten Wunsch gibt er an, in einer Lebensverfilmung von Karl Marx die Hauptrolle zu übernehmen. Adorf prophezeit „das Ende des Kapitalismus“.



Gesellschaftliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adorf engagiert sich seit 2009 als „Botschafter für gutes Hören“ für die Entstigmatisierung Hörgeschädigter. Zusammen mit einem Hörgerätehersteller wirbt er für einen positiven Umgang mit Hörgeräten und sensibilisiert für die frühzeitige Erkennung und den Ausgleich von Hörminderungen.



Filme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erzählungen und Geschichten

  • 1994: Der Dieb von Trastevere. Geschichten aus Italien. Kiepenheuer & Witsch, Kln 1994, ISBN 3-462-02330-6
  • 1996: Der Fenstersturz und andere merkwrdige Geschichten. Kiepenheuer & Witsch, Kln, ISBN 3-462-02576-7.
  • 2000: Der rmische Schneeball. Wahre und erfundene Geschichten. Kiepenheuer & Witsch, Kln, ISBN 3-462-03036-1.
  • 2003: Der Fotograf von San Marco: Die italienischen Erzhlungen. Kiepenheuer & Witsch, Kln, ISBN 3-462-03354-9.

Erinnerungen

Gespräch/ Interview

  • Gero von Boehm: Mario Adorf. 13. September 2006. Interview in: Begegnungen. Menschenbilder aus drei Jahrzehnten. Collection Rolf Heyne, Mnchen 2012, ISBN 978-3-89910-443-1, S.379-388


Tontrger (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Filmdokumentationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lebenslnglich Schauspieler ? 65 Jahre Mario Adorf Filmportrt von Ilona Kalmbach. Deutschland 1995 (ARD, Eigenproduktion des WDR), 45 Minuten.
  • Die Besten im Westen ? Mario Adorf. Filmportrt von Ulrike Brincker. Deutschland 2008 (WDR), 45 Minuten.


Auszeichnungen & Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stern von Mario Adorf auf dem Boulevard der Stars in Berlin, 2010
Bild: Siebbi
Adorf bei der Berlinale 2011
Bild: Siebbi


Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Mario Adorf wird 75 Jahre alt. In einem Buch erzhlt er vom Leben mit seiner Mutter Alice ?Fast wie ein richtiger Herr? In: Berliner Zeitung, 8. September 2005, abgerufen am 25. Juli 2016.
  2. ?Mario Adorf fhlt sich von Bsewicht Santer verfolgt In: Focus Online, 5. Dezember 2013, abgerufen am 25. Juli 2016.
  3. ?Mrchenonkel und Mafiapate In: news.de (Abgerufen am 8. September 2010.)
  4. ?Mario-Adorf-Archiv Bestandsbersicht auf den Webseiten der Akademie der Knste in Berlin.
  5. ?Mario Adorf prophezeit Ende des Kapitalismus. In: Recklinghuser Zeitung
  6. ?Botschafter Mario Adorf bei widex-Hrgerte
  7. ?Mario Adorf mit der Goldenen Zeile ausgezeichnet. In: Mitteldeutsche Zeitung. (mz-web.de [abgerufen am 17.Mai 2017]).
  8. ?ddp Deutscher Depeschendienst GmbH: Mario Adorf bekommt den Orden, vom 6. Februar 2009, abgerufen am 6. Februar 2009.
  9. ?Mario Adorf erhlt Ehrendoktorwrde der Johannes Gutenberg-Universitt Mainz, Meldung in: Informationsdienst Wissenschaft vom 10. November 2010, abgerufen am 11. November 2010.
  10. ?Mario Adorf erhlt die Ehrendoktorwrde der Johannes Gutenberg-Universitt Mainz, mit Bildern und Videolink, vom 19. November 2010, abgerufen am 23. November 2010.
  11. ?Mayen benennt Burgweg nach Mario Adorf. In: Rhein-Zeitung, 30. Juni 2014, abgerufen am 25. Juli 2016.
  12. ?Ehrenpreis fr Mario Adorf beim Filmfestival Locarno (Memento vom 21. August 2016 imInternet Archive) In: idowa.de, 8. August 2016.

Mario Adorf auf der Frankfurter Buchmesse 2016Bild: SiebbiLizenz: Creative Commons Attribution V3.0
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Stern von Mario Adorf auf dem Boulevard der Stars in Berlin, 2010Bild: SiebbiLizenz: Creative Commons Attribution V3.0
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Adorf bei der Berlinale 2011Bild: SiebbiLizenz: Creative Commons Attribution V3.0
Bild: Siebbi

Mario Adorf (* 8. September 1930 in Zürich, Schweiz) ist ein deutscher Schauspieler. Er gehört zu den profiliertesten zeitgenössischen Darstellern auf der Bühne, im Kino und im Fernsehen. Daneben betätigt sich Adorf als Schriftsteller und Hörbuchautor.

mehr zu "Mario Adorf" in der Wikipedia: Mario Adorf

Geboren & Gestorben

Geboren:
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Mario Adorf, deutscher Schauspieler

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Mario Adorf ist heute 87 Jahre alt. Mario Adorf ist im Sternzeichen Jungfrau geboren.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2011

Tonträger:
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Adorf liest Goethe. Verlag Herder, ISBN 978-3451318924.

2010

Tonträger:
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Mario Adorf liest die Lieblingsballaden der Deutschen. Verlag Herder, ISBN 978-3451316074.

2008

Tonträger:
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Tod und Teufel? : Hörspiel. München? : Der Hörverl., ISBN 978-3-86717-321-6

2008

Tonträger:
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Weihnachten mit Mario Adorf – Die schönsten Weihnachtsgeschichten & Lieder. Hamburg? : Tchibo GmbH

2008

Tonträger:
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Mario Adorf liest Alexander Granach, Da geht ein Mensch. München? : Kunstmann, ISBN 978-3-88897-542-4

Kunst & Kultur

2012

Ausstellung:
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Mario Adorf...böse kann ich auch, Akademie der Künste, Berlin

Rundfunk, Film & Fernsehen

2014

Film:
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Der letzte Mentsch

2014

Film:
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Altersglühen

2013

Film:
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Krokodil (TV)

2013

Film:
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Pinocchio (TV)

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2014

Auszeichnungen & Ehrungen:
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In Mayen wird eine Straße nach ihm benannt

2012

Auszeichnungen & Ehrungen:
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Goldene Kamera für sein Lebenswerk

2012

Auszeichnungen & Ehrungen:
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Berlin & Beyond Film Festival: Auszeichnung für sein Lebenswerk

2011

Auszeichnungen & Ehrungen:
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Best Human Brand Lifework bei den Best Human Brands Awards

2010

Auszeichnungen & Ehrungen:
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Ehrendoktorwürde der Johannes Gutenberg-Universität Mainz

"Mario Adorf" in den Nachrichten