Martens’sche Klausel

Die Martens’sche Klausel, englisch Martens Clause, ist ein wichtiger Grundsatz des humanitären Völkerrechts. Sie wurde vom russisch-estnischen Diplomaten und Juristen Friedrich Fromhold Martens im Rahmen der Haager Friedenskonferenz von 1899 formuliert und gibt für Situationen in Kriegen und bewaffneten Konflikten, die nicht ausdrücklich durch geschriebenes internationales Recht reguliert sind, Brauch, Gewissen und Menschlichkeit als Maßstäbe zur Bewertung von Handlungen und Entscheidungen vor. Die Klausel ist in einer Reihe von völkerrechtlichen Verträgen explizit enthalten und gilt darüber hinaus als Völkergewohnheitsrecht. Obwohl sie mehrfach in Gerichtsentscheidungen zitiert wurde, ist ihre konkrete praktische Relevanz unter Juristen allerdings umstritten.

mehr zu "Martens’sche Klausel" in der Wikipedia: Martens’sche Klausel

Juristische Praxis

1950

thumbnail
Entscheidung des Brüsseler Militärgerichts (Conseil de guerre de Bruxelles) vom 8. Februar

1945

thumbnail
Entscheidung des niederländischen Kassationsgerichts vom 12. Januar 1949 im Verfahren gegen SS-Obergruppenführer Hanns Rauter, Generalkommissar für das Sicherheitswesen in den Niederlanden von 1940 bis

"Martens’sche Klausel" in den Nachrichten