Massaker

Ein Massaker ist ein Massenmord unter besonders grausamen Umständen, ein Gemetzel oder Blutbad, häufig im Zusammenhang mit Motiven wie Hass oder Rache. Das Wort leitet sich vom altfranzösischenmaçacre, „Schlachthaus“, her. In der Soziologie wird darunter ein „zumeist kollektives, auf die Vernichtung von Nichtkombattanten“ (Zivilisten oder entwaffnete Soldaten) zielendes Handeln verstanden.

In kriegerischen Konflikten versteht man darunter typischerweise die politisch oder ethnisch motivierte Tötung von Zivilpersonen, Soldaten oder paramilitärischen Kräften nach deren Kapitulation oder nach der Kapitulation ihrer Stadt beziehungsweise ihres Dorfes. Massaker sind somit Massenmorde, die von bewaffneten Einheiten ohne militärische Notwendigkeit außerhalb der eigentlichen Kriegshandlungen verübt werden. Sie dienen der Verbreitung von Terror oder der Abschreckung oder sie sind als systematische Rache- und Strafaktion organisiert. Bei Massakern größeren Ausmaßes an Menschen, die nach ihrer nationalen, religiösen oder ethnischen Gruppenzugehörigkeit ausgesucht werden, handelt es sich unter Umständen um Völkermord.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Georg Rauch stirbt. Georg Rauch war ein ehemaliger Offizier der Waffen-SS und war am Massaker von Sant’Anna di Stazzema beteiligt.
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Gestorben: Saddam Hussein stirbt in al-Kazimiyya bei Bagdad. Saddam Hussein war von 1979 bis 2003 Staatspräsident und von 1979 bis 1991 sowie 1994 bis 2003 Premierminister des Irak. Er regierte das Land diktatorisch und wurde später wegen des Massakers an Schiiten und Kurden zum Tode verurteilt und hingerichtet.
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Gestorben: Raymond Westerling stirbt in Purmerend, Niederlande. Raymond Pierre Paul Westerling war ein niederländischer Kommandant. Während des indonesischen Unabhängigkeitskrieges nach dem Zweiten Weltkrieg war er für Massaker an der Bevölkerung von West-Java und auf Sulawesi verantwortlich.
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Gestorben: Heinz Lammerding stirbt in Bad Tölz. Heinz Bernard Lammerding war ein deutscher Ingenieur sowie SS-Gruppenführer und Generalleutnant der Waffen-SS. Als Hauptverantwortlicher für die Massaker der 2. SS-Panzer-Division „Das Reich“ an französischen Zivilisten in Oradour-sur-Glane und Tulle im Juni 1944, wurde er von einem französischen Gericht in Abwesenheit zum Tod verurteilt, wurde aber von der Bundesregierung nie an Frankreich ausgeliefert.

1971

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Gestorben: John Okello stirbt ?. John Gideon Okello war ein ostafrikansicher Revolutionär und Anführer der Revolution auf Sansibar 1964. Diese Revolution beendete die Vorherrschaft der arabischstämmigen Sansibari und das Sultanat. Der herrschende Sultan Jamshid bin Abdullah wurde entmachtet und Sansibar wurde Republik. Im Anschluss an die Revolution wurden Massaker an der arabischstämmigen Bevölkerung Sansibars verübt.

Natur & Umwelt

1349

Katastrophen:
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Höhepunkt der Pest-Epidemie in Europa verbunden mit antijüdischenMassakern

Skandinavien

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Die Truppen des schwedischen Königs Erik XIV. erobern im Dreikronenkrieg das dänisch regierte Ronneby, massakrieren mehr als 2.000 Einwohner, plündern den Ort und brennen ihn nieder. Die in die Heilig-Kreuz-Kirche geflüchteten Bewohner werden ebenfalls nicht verschont.

Sonstige Ereignisse

1741

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Eingangs verweist Pius X. auf das Schreiben „Immensa pastorum“ , in dem sein Vorgänger Benedikt XIV. bereits die Verhältnisse beim Umgang mit den Ureinwohnern Südamerikas beklagt habe. In Ergänzung hierzu erwähnt er die Apostolischen Rundschreiben In plurimis (1888) und Catholicae Ecclesiae (1890) von Papst Leo XIII. Pius X. bemängelt das erneute Aufkeimen von Knechtschaft und Sklavenhaltung, den Verkauf von Frauen – und das, obwohl die Sklaverei untersagt wurde. Diese neuen Missstände seien auf die Begierde nach Grausamkeit und Habgier zurückzuführen. Ausdrücklich warnt er vor weiteren Massakern an den Indios und die Zerstörung von ganzen Dörfern, die als mögliche Folge das Aussterben der Urbevölkerung nach sich ziehen könnte. (Lacrimabili statu)

Asien

1739

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20. März: Nach Tumulten in der Bevölkerung Delhis, die sich gegen das Eintreiben von Vermögenswerten durch persische Soldaten gewehrt hat, beginnt auf Befehl des Kriegsherrn Nadir Schah in der Stadt ein Massaker, dem mindestens 20.000 Menschen zum Opfer fallen.

Europa

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Bei der Rückeroberung der etwa 10.000 Einwohner umfassenden Stadt Tripoli auf dem Peloponnes durch ägyptische Truppen des Osmanischen Reichs unter Ibrahim Pascha wird die christliche Bevölkerung massakriert und der Ort niedergebrannt. Damit wird ein griechisches Massaker des Jahres 1821 an der türkischen Festungsbesatzung und Zivilisten anlässlich der Griechischen Revolution gerächt.
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In Cesena veranstalten päpstliche Söldner auf Weisung des päpstlichen Legaten, des späteren Gegenpapstes Clemens VII., ein Blutbad unter den Einwohnern, die sich neuerlich gegen die Obrigkeit erhoben hatten.

Ereignisse

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Griechische Aufständische unter Theodoros Kolokotronis erobern in der Griechischen Revolution die zuvor belagerte Stadt Tripoli auf dem Peloponnes und massakrieren die Bevölkerung muslimischen Glaubens.

Ereignisse > Wirtschaft

1896

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Die Schriftgießerei von Hermann Berthold wird in die H. Berthold AG umgewandelt. (11. März)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1899

Werk > Öffentliche Denkmäler:
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Loreleybrunnen (Heinrich-Heine-Denkmal) in der Bronx, Joyce-Kilmer-Park (Ernst Herter)

Politik & Weltgeschehen

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Griechische Revolution: Eine osmanische Flotte landet auf der Insel Chios im Ägäischen Meer und richtet ein Massaker unter den griechischen Einwohnern an. Der größere Teil der Bewohner wird in die Sklaverei verschleppt. Das Massaker ist eine Reaktion auf den Unabhängigkeitskampf aller Griechen.
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Koalitionskriege: Die Franzosen erstürmen das seit 3. Mai belagerte Tarragona. Es kommt zu einem Massaker der eindringenden Soldaten an der Widerstand leistenden Stadtbevölkerung.
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Nach Tumulten in der Bevölkerung Delhis, die sich gegen das Eintreiben von Vermögenswerten durch persische Soldaten gewehrt hat, beginnt auf Befehl des Kriegsherrn Nadir Schah in der Stadt ein Massaker, dem mindestens 20.000 Menschen zum Opfer fallen. (20. März)
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Aufständische Flamen verüben in der Stadt Brügge ein Massaker an einer einquartierten französischen Garnison, die sogenannte Brügger Frühmette. Der verhasste Gouverneur Jacques de Châtillon kann mit einigen Getreuen entfliehen. (18. Mai)

1296

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30. März: Bei einem Straffeldzug gegen das von John Balliol regierte Schottland erobert der englische König Eduard I. mit seiner Armee die Stadt Berwick-upon-Tweed. Es kommt zu einem zweitägigen Massaker an der Bevölkerung.

Tagesgeschehen

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Bagdad/Irak: Die irakische Staatsanwaltschaft fordert die Todesstrafe für den als „Chemie-Ali“ bekannten Cousin Saddam Husseins, Ali Hassan al-Madschid, aufgrund des Völkermordes an den Kurden 1988. Nach allgemeiner Auffassung gilt er als Organisator des Massakers, bei dem Tausende zum Teil durch Giftgas getötet wurden.
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Bagdad: Saddam Hussein wird in Bagdad kurz nach 4 Uhr MEZ exekutiert. In einem Prozess um das Massaker von Dudschail war der irakische Ex-Diktator am 5. November 2006 zum Tode durch den Strang verurteilt worden. US-Präsident George W. Bush feiert die Nachricht von der Hinrichtung als Meilenstein der Demokratie im Irak, während die Staaten der EU fast ausnahmslos die Vollstreckung als ebenso barbarische Menschenrechtsverletzung beurteilen wie die von Saddam zu verantwortenden Massaker.
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Assen/Niederlande: In Assen wurde von Verteidigungsminister Kamp, trotz schärfster Proteste von Massaker-Überlebenden, die niederländische Srebrenica-Schutzeinheit mit einem Ehrenzeichen ausgezeichnet. Die Blauhelm-Soldaten waren im Jahre 1995 als UN-Schutzeinheit „Dutchbat“ für die Stadt Srebrenica zuständig, als in dieser von Serbischen Einheiten über 8.000 Personen massakriert wurden.
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Bagdad/Irak: Heckenschützen richten in der irakischen Hauptstadt schiitischen Pilgern ein Blutbad an. Nach Angaben der Regierung werden dabei rund 20 Menschen getötet, mehr als 300 Personen verletzt. Während des Pilgerfests mit hunderttausenden Teilnehmern schießen die Attentäter in verschiedenen Stadtteilen von Gebäudedächern oder aus Ruinen heraus auf die Gläubigen. Den Sicherheitskräften gelingt es vier der Terroristen zu töten.
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Bagdad/Irak: Der frühere Diktator Saddam Hussein muss sich zweieinhalb Jahre nach seinem Sturz vor einem Sonder-Tribunal für mutmaßliche Verbrechen gegen die Menschlichkeit verantworten. Mit ihm sind sieben führende Mitglieder der Baath-Partei angeklagt. Erster Anklagepunkt ist ein Massaker in der Stadt Dedscheel. Dort waren 1982 nach einem missglückten Attentat auf Saddam 143 Männer und Jungen hingerichtet worden. Weitere zwölf Anklagen reichen vom Giftgasangriff in der kurdischen Stadt Halabdscha (1988) bis hin zum Massenmord an zehntausenden Schiiten nach deren Aufstand 1991. Die irakische Öffentlichkeit beachtet den unter strengster Geheimhaltung abgehaltenen Prozess relativ wenig, da man ihn als Schauprozess der USA interpretiert. Größer ist das Interesse hingegen in den Nachbarländern.

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