Massaker von Katyn

Beim Massaker von Katyn (auch Massenmord oder Massenerschießungen von Katyn, oft kurz Katyn) erschossen Angehörige des sowjetischen Volkskommissariats für Innere Angelegenheiten (NKWD) vom 3. April bis 11. Mai 1940 etwa 4400 gefangene Polen, größtenteils Offiziere, in einem Wald bei Katyn, einem Dorf 20 Kilometer westlich von Smolensk. Diese Tat gehörte zu einer Reihe von Massenmorden an 22.000 bis 25.000 Berufs- oder Reserveoffizieren, Polizisten und anderen Staatsbürgern Polens, darunter vielen Intellektuellen. Die Massenmorde wurden vom sowjetischen Diktator Josef Stalin beschlossen, daraufhin vom Politbüro der Kommunistischen Partei befohlen und an mindestens fünf verschiedenen Orten in den Unionsrepubliken Russland, Ukraine und Weißrussland ausgeführt. Der Ortsname „Katyn“ repräsentiert in Polen diese Mordreihe und wurde zum nationalen Symbol für das Leiden von Polen unter sowjetischer Herrschaft im Zweiten Weltkrieg.

Im Sommer 1942 fanden polnische Zwangsarbeiter der Deutschen bei Katyn ein Massengrab der Ermordeten. Das NS-Regime gab die Funde ab 11. April 1943 bekannt, um die Anti-Hitler-Koalition zu schwächen und von eigenen Verbrechen abzulenken. Die Sowjetunion leugnete ihre Verantwortung, lehnte eine internationale Untersuchung ab und lastete das Verbrechen dem NS-Regime an. An dieser Geschichtsfälschung hielt sie bis 1990 fest.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Kathleen Harriman Mortimer stirbt in Arden, New York. Kathleen Harriman Mortimer war eine amerikanische Multimillionärin, die als Tochter des Unternehmers, Diplomaten und Politikers W. Averell Harriman und später als Gesellschaftsdame Gegenstand der Presseberichterstattung war. Ihr Bericht über eine Reise nach Katyn im Januar 1944 bestärkte US-Präsident Franklin D. Roosevelt in seiner Überzeugung, dass das Massaker von Katyn von den deutschen Besatzern begangen worden sei.
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Gestorben: Reinhart von Eichborn stirbt in Burscheid. Reinhart von Eichborn war ein deutscher Jurist, Lexikograph und Verleger. Er war Zeuge in Untersuchungen zum Massaker von Katyn sowie Verfasser des „Großen Eichborns“, eines deutsch-englischen Wirtschaftslexikons.
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Gestorben: Helge Tramsen stirbt. Helge Andreas Boysen Tramsen war ein dänischer Rechtsmediziner. Er war Mitglied einer Internationalen Ärztekommission, deren Obduktionen das Massaker von Katyn im Sinne der NS-Propaganda aufklären helfen sollten.
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Gestorben: Ferenc Orsós stirbt in Mainz. Ferenc Orsós, Spindl war ein ungarischer Rechtsmediziner, der 1943 in Katyn als Mitglied der internationalen Gutachtergruppe bei der Obduktion der Opfer des Massakers von Katyn tätig war.
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Gestorben: Janina Lewandowska stirbt in Katyn. Janina Lewandowska war eine polnische Soldatin im Zweiten Weltkrieg und wurde Opfer im Massaker von Katyn.

Die Massenmorde > Exekutionsbeschluss

1940

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Vorschlag von Lawrenti Beria an Stalin zur Exekution polnischer Offiziere – März

Staatsterror durch das Innenministerium (NKWD) > „Säuberungen“, Zwangsumsiedlungen und Gulags

1940

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Die Ermordung 26.500 kriegsgefangener polnischer Soldaten und Offiziere im Massaker von Katyn. (Innenministerium der UdSSR)

Bemerkenswertes

Exponierte Ereignisse:
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Auf Berijas Vorschlag befiehlt das Polit­büro der KPdSU die Exekution von „Nationa­listen und konter­revolu­tionären Akti­visten“ im besetzten Polen?– das Massaker von Katyn.

Die Opfer > Fund der Massengräber bei Katyn 1943

1943

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Fotografien aus dem „Amtlichen Material der Massenmorde zu Katyn“, April

Tagesgeschehen

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Moskau/Russland: Die Duma erkennt das Massaker von Katyn als nationale Tragiöde und die Schuld der damaligen sowjetischen Führung unter Josef Stalin an.
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Katyn/Russland: Ministerpräsident Wladimir Putin und sein polnischer Amtskollege Donald Tusk gedenken erstmals gemeinsam des Massakers vor 70 Jahren.

Rundfunk, Film & Fernsehen

2007

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Weiterführende Informationen > Film: Andrzej Wajda: Das Massaker von Katyn

2007

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Film: Das Massaker von Katyn (Originaltitel: Katyń) ist ein 2007 uraufgeführter Film des polnischen Regisseurs und Oscar-Preisträgers Andrzej Wajda über das Massaker von Katyn. Der Film basiert auf dem Buch „Post mortem -The Katyn Story“ von Andrzej Mularczyk.

Stab:
Regie: Andrzej Wajda
Drehbuch: Andrzej Wajda Władysław Pasikowski Przemysław Nowakowski
Produktion: Michał Kwieciński
Musik: Krzysztof Penderecki
Kamera: Paweł Edelman

Besetzung: Artur Żmijewski, Maja Ostaszewska, Andrzej Chyra, Jan Englert, Danuta Stenka, Magdalena Cielecka, Agnieszka Glińska, Paweł Małaszyński, Maja Komorowska, Władysław Kowalski, Antoni Pawlicki, Joachim Paul Assböck, Stanisława Celińska, Alicja Dąbrowska, Krzysztof Kolberger, Olgierd Łukaszewicz

2001

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Weiterführende Informationen > Film: Michael Apted: Enigma – Das Geheimnis

1992

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Film: – Die Katyn Lüge (Michael Kloft)

1990

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Weiterführende Informationen > Film: Marcel ?ozi?ski: Las katy?ski in der Internet Movie Database (englisch)

Politik & Weltgeschehen

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Bei dem Flugzeugabsturz bei Smolensk sterben der polnische Präsident Lech Kaczyński und zahlreiche polnische Politiker, Militärs und Würdenträger. Insgesamt sterben 96 Menschen. Die Delegation war auf dem Weg zur Gedenkfeier des 70. Jahrestags des Massakers von Katyn.
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Die Sowjetunion gibt das Massaker von Katyn zu. Präsident Michail Sergejewitsch Gorbatschow bestätigt eine Tötungsentscheidung der sowjetischen Führung unter Josef Stalin. Auf Betreiben des NKWD wurden im Frühjahr 1940 mehr als 21.000 kriegsgefangene Polen, auch an anderen Orten, hingerichtet.
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Der Großdeutsche Rundfunk meldet, dass in Katyn bei Smolensk Massengräber mit polnischen Offizieren aufgefunden worden sind. In der Folgezeit streitet die Sowjetunion eine Verwicklung in das Massaker von Katyn ab.
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Die polnische Exilregierung, vertreten durch Ministerpräsident W?adys?aw Sikorski und der sowjetische Botschafter in Großbritannien, Iwan Michailowitsch Maiski, schließen das Sikorski-Maiski-Abkommen zur gemeinsamen Bekämpfung des Dritten Reichs, das aber auf Grund des zwei Jahre später bekannt werdenden Massakers von Katyn keine praktische Bedeutung erlangt. (30. Juli)
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Josef Stalin und weitere Mitglieder des Politbüros der KPdSU unterzeichnen den Befehl zur Exekution von „Nationalisten und konterrevolutionären Aktivisten” in den von der Sowjetunion besetzten Gebieten Polens. Beim darauf folgenden Massaker von Katyn werden ca. 10.000 polnische Intellektuelle und Beamte ermordet. (5. März)

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