Massenpanik

Der Begriff Massenpanik bezeichnet ein Unglück mit einer großen Zahl von Beteiligten auf engem Raum, bei dem die räumliche Beengtheit mitursächlich für den Verlauf des Unglücks ist. Er legt die Vorstellung nahe, dass eine Menschenmasse bei Großveranstaltungen oder Schadensereignissen in Panik gerät und es zu unkontrollierten Fluchtbewegungen kommt. Ursache einer Massenpanik können gefährliche äußere Umstände (wie ein Brand oder der Einsturz eines Gebäudes) oder das Verhalten Einzelner innerhalb einer Menschenmasse sein. Die Begriffe Massenunfall, Massenunglück und Massenpanik werden in den Medien häufig synonym verwendet. Eine Massenpanik tritt nur im Verlauf eines sehr geringen Anteils von Massenunglücken auf.
Dirk Helbing (Professor für Soziologie) nannte den Begriff Massenpanik „oft missverständlich“, eine Katastrophe passiere meist nicht, „weil Leute in einen Zustand psychologischer Panik verfallen“. Opfer sind vielmehr „das Resultat eines physikalischen, nicht eines psychologischen Effekts.“ Daher würde man in der Forschung den Begriff „crowd disaster“ oder auch Massenunglück bevorzugen.

Im übertragenen Sinn gibt es Massenpaniken auch in Form von Verkaufslawinen an den Aktienmärkten oder massenhafter Auflösung von Bankeinlagen (siehe z. B. Panik von 1907).

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Natur & Umwelt

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Katastrophen: Eine ausbrechende Massenpanik kostet in einem Fußgängertunnel bei Mekka das Leben von 1.427 muslimischen Pilgern, die sich auf der Haddsch befinden.
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Katastrophen: Bei einer Massenpanik im Nationalstadion von Lima sterben 328 Menschen, etwa 500 werden verletzt. Als der Schiedsrichter kurz vor Spielende ein Tor der Fußballelf Perus im Olympiaqualifikationsspiel gegen Argentinien nicht anerkennt, kommt es zu Tumulten. Das Abfeuern von Tränengas seitens der Polizei auf die Fußballfans lässt tausende Zuschauer flüchten, doch sind die Ausgänge noch geschlossen.

Rundfunk, Film & Fernsehen

Rundfunk:
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Der am Ende einer Ausgabe von Louisiana Hayride mit einem Liveauftritt von Elvis Presley von Horace Lee Logan formulierte Satz Elvis has left the building löst unter weiblichen Fans eine Massenpanik aus. Die Phrase findet darüber hinaus Eingang in die westliche Popkultur.

Tagesgeschehen

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Abidjan/Elfenbeinküste: Bei einer Massenpanik während der zentralen Silvesterfeier kommen 61 Menschen ums Leben, mehr als 200 werden verletzt.
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Madrid/Spanien: Bei einer Massenpanik in der Madrid Espacios y Congresos Halle im Casa de Campo starben drei Frauen
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Phnom Penh/Kambodscha: Bei einer Massenpanik während des jährlichen Wasserfests sterben nach Regierungsangaben ungefähr 378 Menschen.
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Neu Delhi/Indien: Bei einer Massenpanik bei einem Hindu-Tempel in der Nähe von Naina Devi kommen mindestens 145 Menschen ums Leben.
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Lusaka/Sambia: Bei einem Fußballländerspiel gegen die Republik Kongo werden mindestens 12 Menschen zu Tode getrampelt, 46 weitere Personen zum Teil schwer verletzt, als es nach dem 3:0 der Gastgeber im Chililabombwe gegen den Kongo zu einer Massenpanik kommt.

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