Mediatisierung

Mediatisierung („Mittelbarmachung“) ist ein Begriff aus der Geschichte des Heiligen Römischen Reiches und des Deutschen Bundes. Im Reich gab es Fürsten und Grafen (die „wirklichen“ Fürsten und Reichsgrafen), die Anteil an der Souveränität des Heiligen Römischen Reichs hatten. Voraussetzung war meistens der Besitz eines reichsständischen Territoriums (Ausnahme: die sogenannten Personalisten). Mit der Mediatisierung 1803/1806 verloren sie die meisten dieser Rechte und wurden standesherrlich größeren Territorien ein- und untergeordnet; als „Standesherren“ blieb ihnen die Ebenbürtigkeit mit den weiterhin souveränen Häusern erhalten. Dagegen bedeutete die damalige Mediatisierung für die Gruppe der Reichsfreiherren den Verlust ihrer Reichsunmittelbarkeit, also des Vorrechts, erstinstanzlich bei Reichsgerichten klagen zu dürfen.

Im Deutschen Bund war die Mediatisierung kleinerer Staaten zeitweise ein Thema. Vor allem in der Frankfurter Nationalversammlung 1848/1849 gab es eine solche Mediatisierungsfrage, bei der die kleinsten deutschen Staaten größeren zugeschlagen worden wären. Die betroffenen Staaten protestierten, und es fand sich keine politische Mehrheit für ein Thema, das den Ärger nicht zu lohnen schien.

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Geboren & Gestorben

1847

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Gestorben: Johann Baptist Peter von Carl stirbt. Johann Baptist Peter von Carl war 1806 Bürgermeister der Stadt Augsburg. Er war einer von zwei Bürgermeistern, die 1806, nach der Mediatisierung, eingesetzt wurden.
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Gestorben: Therese Mathilde von Mecklenburg-Strelitz stirbt auf Schloss Taxis bei Dischingen. Therese (Mathilde Amalia), Herzogin zu Mecklenburg war die Ehefrau des Fürsten Karl Alexander von Thurn und Taxis. Durch ihre Initiative und ihr Verhandlungsgeschick konnte sie nach der Mediatisierung des fürstlichen Hauses Thurn und Taxis infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803, der Bildung des Rheinbundes im Jahre 1806 und dem damit verbundenen Ende der Kaiserlichen Reichspost das Postunternehmen der Thurn und Taxis auf Lehnsbasis erhalten. Wie ihre Schwester Königin Luise von Preußen scheiterte sie bei ihren Verhandlungen mit Napoleon, konnte aber auf dem Wiener Kongress die Interessen des Hauses Thurn und Taxis durchsetzen.
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Gestorben: Elisabeth zu Fürstenberg stirbt auf Schloss Heiligenberg. Maria Elisabeth Alexandrina Augusta Carolina Josepha Walburga, Fürstin zu Fürstenberg war 1806 bis 1816 eine treibende Kraft der mediatisierten deutschen Reichsstände, die versuchten ihre alten Privilegien wiederzugewinnen. Auf dem Wiener Kongress bat sie in deren Namen am 22. Oktober 1814 den österreichischen Kaiser Franz, die deutsche Kaiserkrone wieder anzunehmen.
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Geboren: Therese Mathilde von Mecklenburg-Strelitz wird in Hannover geboren. Therese (Mathilde Amalia), Herzogin zu Mecklenburg war die Ehefrau des Fürsten Karl Alexander von Thurn und Taxis. Durch ihre Initiative und ihr Verhandlungsgeschick konnte sie nach der Mediatisierung des fürstlichen Hauses Thurn und Taxis infolge des Reichsdeputationshauptschlusses von 1803, der Bildung des Rheinbundes im Jahre 1806 und dem damit verbundenen Ende der Kaiserlichen Reichspost das Postunternehmen der Thurn und Taxis auf Lehnsbasis erhalten. Wie ihre Schwester Königin Luise von Preußen scheiterte sie bei ihren Verhandlungen mit Napoleon, konnte aber auf dem Wiener Kongress die Interessen des Hauses Thurn und Taxis durchsetzen.
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Geboren: Elisabeth zu Fürstenberg wird in Regensburg geboren. Maria Elisabeth Alexandrina Augusta Carolina Josepha Walburga, Fürstin zu Fürstenberg war 1806 bis 1816 eine treibende Kraft der mediatisierten deutschen Reichsstände, die versuchten ihre alten Privilegien wiederzugewinnen. Auf dem Wiener Kongress bat sie in deren Namen am 22. Oktober 1814 den österreichischen Kaiser Franz, die deutsche Kaiserkrone wieder anzunehmen.

Europa

1220

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Nordhausen am Harz wird am 27. Juli von König und späterem Kaiser Friedrich II. zur Freien Reichsstadt erhoben, was es bis zur Mediatisierung 1802 bleibt.

Die Entwicklung Badens unter Karl Friedrich > Territoriale Entwicklung

1803

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– der Reichsdeputationshauptschluss gliederte Baden mediatisierteReichsstädte, sowie zahlreiche säkularisierte geistliche Gebiete ein (Karl Friedrich (Baden))

Religion

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Bayerns König Maximilian I. Joseph akzeptiert das mit dem Heiligen Stuhl ausgehandelte und nachgebesserte Konkordat. Es regelt unter anderem Fragen aus der Säkularisation des Kirchenbesitzes und der Mediatisierung der Reichsstände.

"Mediatisierung" in den Nachrichten