Gestorben: Wolfgang Diewerge stirbt in
Essen.
Wolfgang Diewerge war ein
nationalsozialistischer Propagandist in
Joseph Goebbels’
Reichsministerium für Volksaufklärung und Propaganda. Sein Spezialgebiet war die
antisemitische Öffentlichkeitsarbeit, vor allem im Zusammenhang mit Prozessen im Ausland, die sich propagandistisch verwerten ließen. Er spielte auch eine wesentliche Rolle bei der Vorbereitung eines
Schauprozesses gegen
Herschel Grynszpan, dessen Attentat auf einen deutschen Botschaftsmitarbeiter in Paris von den Nationalsozialisten als Auslöser der
Novemberpogrome 1938 genutzt worden war. In Millionenauflage erschienen 1941 seine Pamphlete zum so genannten
Kaufman-Plan und zur
Sowjetunion. Nach dem Krieg gelang Diewerge über die
FDP Nordrhein-Westfalen ein erneuter Einstieg in die Politik. Durch das Eingreifen der britischen Besatzungsbehörden sowie einer Kommission des Bundesvorstandes der FDP wurde dieses Intermezzo jedoch abrupt beendet. 1966 wurde Diewerge aufgrund seiner unter Eid getätigten Aussagen über den von den Nationalsozialisten geplanten
Grynszpan-Prozess wegen
Meineids verurteilt. Schließlich war er als Geschäftsführer zweier Vereine in die
Flick-Spendenaffäre verwickelt.