Mesopotamien

Mesopotamien (altgriechischΜεσοποταμίαMesopotamia; aramäischܒܬ ܢܗܪܝܢBeth Nahrin; arabisch بلاد ما بين النهرين, DMGBilād mā baina n-Nahrain; kurdisch/türkisch Mezopotamya), auch Zweistromland, bezeichnet die Kulturlandschaft in Vorderasien, die durch die großen Flusssysteme des Euphrat und Tigris geprägt wird.

Zusammen mit Anatolien, der Levante im engeren Sinne und dem Industal gehört es zu den wichtigen kulturellen Entwicklungszentren des Alten Orients. Mit Zweiterer bildet es einen großen Teil des sogenannten Fruchtbaren Halbmonds, in welchem sich Menschen erstmals dauerhaft niederließen. Es entwickelten sich Stadtstaaten, Königreiche – Neuerungen für die Menschheit mit den Erfindungen der Schrift, der ersten Rechtsordnung, der ersten Menschheitshymnen, des Ziegelsteins, des Streitwagens, des Biers, und der Keramik: Evolutionen in der Stadtentwicklung, Kultur- und Technikgeschichte. Im Süden mit den Sumerern, durchsetzt von gutäischen Königsdynastien, entwickelte sich die erste Hochkultur der Menschheitsgeschichte. Ihnen folgten die Akkader, Babylonier, im Norden das Königreich Mittani, in Mittelmesopotamien die Assyrer, dann das medische Königreich, welches das assyrische Großreich eroberte in einer Union mit den Babyloniern. Die Meder hatten fast 200 Jahre ein Großreich inne, ehe mit den Persern erstmals eine außerhalb Mesopotamiens entstandene Kultur dauerhafte Kontrolle über die Region erlangte. Auf die Perser folgten die Makedonier, Parther, Sassaniden, Araber und schließlich die Osmanen, deren Herrschaft im 17. Jahrhundert durch die persischen Safawiden kurzzeitig unterbrochen wurde.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Caracalla stirbt in Mesopotamien. Caracalla war von 211 bis zu seinem Tod römischer Kaiser. Sein offizieller Kaisername war – in Anknüpfung an den beliebten Kaiser Mark Aurel – Marcus Aurelius Severus Antoninus. „Caracálla“ war nur ein Spitzname, der von der Bezeichnung seines Kapuzenmantels abgeleitet wurde.

138 n. Chr.

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Gestorben: Mithridates I. (Parthien) stirbt /137 v. Chr.. Mithridates I., auch Arsakes VI. Energetes, genannt Philhellen (Freund der Griechen), war von 171 v. Chr. bis zu seinem Tod König von Parthien. Er stammte aus dem Arsakidengeschlecht und war der Sohn von König Phriapatios. Mithradates erweiterte das parthische Großreich durch die Eroberung des westlichen Irans, Mediens und Teilen des graeco-baktrischen Reiches. 141 v. Chr. schlug er den Seleukiden Demetrios II. Infolge dieses Sieges gelangte Mesopotamien unter parthische Herrschaft. Demetrios II. geriet in parthische Gefangenschaft.

Asien

1256

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Die Mongolen treffen in Mesopotamien ein und zerstören die über 4000 Jahre alten Bewässerungssysteme der Sumerer derart gründlich, dass die Bevölkerung innerhalb eines vergleichsweise kurzen Zeitraums von 25 auf etwa 1,5 Millionen Menschen zurückgeht. Die Anlagen werden nie wieder aufgebaut.

636 n. Chr.

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Schlacht von Kadesia (nach neueren Überlegungen erst 638): Die Sassaniden unter Feldherr Rostam Farrokhzād unterliegen den Arabern unter ihrem Feldherrn Saad ibn Abi Waqqas und müssen Mesopotamien räumen. Rostam fällt im Kampf. Auch Ktesiphon fällt kurz darauf in arabische Hand.

Kaiserreich China

97 n. Chr.

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Eine Gesandtschaft des Generals Ban Chao unter dessen Offizier Gan Ying, die das Römische Reich erreichen sollte, kehrt in Mesopotamien um. Gan Ying verfasst einen Reisebericht, der im Buch der Späteren Han überliefert ist.

Osmanisches Reich

1534

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Mesopotamien wird vom Osmanischen Reich besetzt.

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1975

Gründung:
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Babylon war eine deutsche Rockband. Sie wurde 1975 in Berlin-Mitte gegründet und bestand bis 1989. Nach anfänglichem häufigem Musikerwechsel und damit verbundenem Stilwechsel entwickelte sich die Band in den 1980er Jahren zu einer der bedeutsamsten Hardrockbands der DDR. Die Band nannte sich nach der Stadt Babylon in Mesopotamien.

Antike

273 n. Chr.

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Römisches Reich / Imperium Galliarum: Reichskrise des 3. Jahrhunderts: Das im Vorjahr unterworfene Palmyra erhebt sich unter Apsaeus erneut gegen Rom. Zunächst soll der Statthalter von MesopotamienMarcellinus zum Gegenkaiser ausgerufen werden. Dieser weigert sich jedoch und verrät den Aufstand an Kaiser Aurelian. In Palmyra wird daraufhin Septimius Antiochus zum Gegenkaiser ausgerufen. Aurelian erobert die Stadt mit Hilfe der Legio III Italica erneut und macht sie dem Erdboden gleich. Weiterhin schlägt er eine Revolte von Firmus in Ägypten nieder. Aurelian feiert seinen Triumph in Rom.

253 n. Chr.

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Römisches Reich: Der König des Sassanidenreichs, Schapur I., beendet seinen Feldzug gegen Rom mit der Eroberung der Stadt Antiochia am Orontes in der Provinz Syria. Aus Schapurs Sicht wichtiger ist aber seine nun unbestrittene Herrschaft über Mesopotamien und Armenien.
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Römisches Reich: In Mesopotamien wählen drei Tage nach dem Mord am römischen Kaiser Caracalla die Soldaten den Usurpator Macrinus zu seinem Nachfolger. Er befindet sich gerade auf einem Feldzug gegen die Parther und kommt während seiner gesamten Amtszeit bis 218 nicht nach Rom.

Ereignisse

500 n. Chr.

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Um 500: Anastasios I., oströmische Kaiser von Konstantinopel, herrscht über den Großteil des Balkans, Kleinasien, Syrien und Palästina, Tiele des Zweistromlandes (Mesopotamien) sowie über Ägypten und Libyen. Damit ist sein Herrschaftsgebiet (das Byzantinisches Reich) weitgehend deckungsgleich mit dem späteren Osmanischen Reich in dessen größter Ausdehnung.

231 n. Chr.

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Römisch-Persische Kriege: Der Sassanidenherrscher Ardaschir I. beginnt den Kampf mit Rom, um Nordmesopotamien unter seine Herrschaft zu bringen.

165 n. Chr.

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Die Antoninische Pest wird von Legionären aus Mesopotamien eingeschleppt und verheert als erstes die römische Stadt Nisibis.

118 n. Chr.

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Kaiser Hadrian gibt Mesopotamien und Armenien an das Partherreich zurück. Rückverlegung der Ostgrenze des Römischen Reichs an den oberen Euphrat.

114 n. Chr.

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Feldzug des römischen Kaisers Trajan gegen das persische Partherreich. Eroberung von Armenien und Mesopotamien sowie des heutigen Kurdistans.

Politik & Weltgeschehen

667 n. Chr.

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Kalif Muawiya I. macht Ziyad ibn Ali zum Statthalter in Basra, d. h. über Mesopotamien und die iranischen Gebiete.

635 n. Chr.

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Die Araber erobern das christliche Syrien mit der Hauptstadt Damaskus sowie das christliche Palästina und attackieren die Perser in Mesopotamien.

298 n. Chr.

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Römisch-Persische Kriege: Das Römische Reich und das persische Sassanidenreich schließen den Frieden von Nisibis, in dem die Perser fünf Provinzen östlich des Tigris und das nördliche Mesopotamien abtreten müssen. Nisibis wird zur einzigen Handelsstadt zwischen den beiden Reichen bestimmt. Der Vertrag bedeutet für Rom einen großen Prestigegewinn, für die persische Seite jedoch eine entsprechend große Demütigung.

297 n. Chr.

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Sommer: Römisch-Persische Kriege: Caesar Galerius greift das persische Heer unter Großkönig Narseh an, das im Vorjahr Armenien und Mesopotamien von den Römern erobert hat. In der Schlacht bei Satala (beim heutigen Sadak, Türkei) werden die Perser vernichtend geschlagen. Selbst der königliche Harem wird von den Römern erobert.

262 n. Chr.

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Reichskrise des 3. Jahrhunderts im Römischen Reich: Der römischen Orientarmee unter Septimius Odaenathus gelingt es, die Provinz Mesopotamien vom Sassanidenreich zurückzuerobern. Angeblich dringt er sogar bis zur persischen Hauptstadt Seleukia-Ktesiphon vor, ohne diese jedoch erobern zu können.

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