Metallorganische Chemie

Metallorganische Chemie in der ursprünglichen Definition ist die Chemie der Verbindungen, in denen ein organischer Rest oder eine organische Verbindung direkt an ein Metallatom gebunden ist. Diese Verbindungen (Metallorganyle oder Metallorganische Verbindungen) werden als metallorganische oder auch organometallische Verbindungen bezeichnet. Heute wird der Begriff aber in der Regel weiter gefasst. Man zählt auch Derivate solcher Elemente zu den metallorganischen Verbindungen, die zwar im elementaren Zustand kein Metall bilden, aber eine niedrige Elektronegativität aufweisen wie zum Beispiel Silicium oder Bor. Besser ist es aber in diesen Fällen von elementorganischen Verbindungen (Elementorganyle) zu sprechen.

Metall- oder Element-Organyle enthalten also mindestens ein Kohlenstoffatom und mindestens ein Metall- oder elektropositives Elementatom (E), die aneinander gebunden sind. Die E-C-Bindung ist dabei eine mehr oder weniger polare kovalente Bindung. Der Organylrest kann dabei entweder über eine Einfach-, Doppel- oder sogar Dreifachbindung an das Element gebunden sein, oder gleich mehrfach mit dem Elementatom verknüpft sein wie im Ferrocen (siehe unten). Nicht zu den metallorganischen Verbindungen zählen hingegen die Carbide: Stahl ist beispielsweise trotz seines Kohlenstoffgehalts eine Legierung und keine metallorganische Verbindung.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Peter Pauson stirbt in Glasgow. Peter Ludwig Israel Pauson war ein deutsch-britischer Chemiker, der Professor an der University of Strathclyde war und für Beiträge zur metallorganischen Chemie bekannt ist. Er ist einer der Entdecker von Ferrocen.
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Gestorben: Herbert Schumann stirbt in Berlin. Herbert Schumann war ein deutscher Chemiker, der sich vor allem mit metallorganischen Verbindungen befasst hat. Schumann war lange Zeit Professor für Anorganische Chemie an der TU Berlin.
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Gestorben: Walter Hafner (Chemiker) stirbt in Eurasburg. Walter Hafner war ein deutscher Chemiker, der ein Pionier der Metallorganischen Chemie war.
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Gestorben: Karl Ziegler stirbt in Mülheim an der Ruhr. Karl Waldemar Ziegler war ein deutscher Chemiker. Sein wissenschaftliches Lebenswerk umfasst Beiträge zur Chemie der Kohlenstoffradikale, der lithiumorganischen Verbindungen und der Ringschlussreaktionen, zur Naturstoffchemie und zur metallorganischen Chemie, zu nützlichen organischen Synthesemethoden wie der Wohl-Ziegler-Bromierung und zum Verständnis der lebenden Polymerisation. Seine Arbeiten über die Reaktion von Triethylaluminium mit Ethen führten zur Produktion von Fettalkoholen für biologisch abbaubare Waschmittel und als Koppelprodukt zu hochreinem Aluminiumoxid, das vielfältige Verwendung in der chemischen Industrie findet.
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Geboren: Robert H. Crabtree wird in London geboren. Robert Howard Crabtree ist ein britischer Chemiker. Er ist bekannt für den Iridium-basierenden Crabtree-Katalysator, der für Hydrierungen eingesetzt wird und für sein Lehrbuch über Metallorganische Chemie.

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1997

Forschung > Leibniz-Preisträger:
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Paul KnochelMetallorganische Chemie (Philipps-Universität Marburg)

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