Militärgericht

Finnisches Militärtribunal 1944
Bild: Vilho Uomala, Finnish Defence Forces
Lizenz: PD Finland (simple photos)

Ein Militärgericht oder Militärtribunal ist ein Gericht, das aus Militärrichtern besteht und die Strafgerichtsbarkeit über Angehörige des Militärs ausübt (Militärstrafrecht). Militärstrafgesetze behandeln als Nebenstrafrecht vor allem Straftaten von Militärangehörigen und teilweise Straftaten gegen das Militär. In manchen Staaten obliegt die Anwendung einer besonderen Militärjustiz, in anderen der ordentlichen Gerichtsbarkeit.

Vom Militärgericht zu unterscheiden ist das Standgericht, das während eines lokal ausgerufenen Standrechts gilt. Im Fall einer militärischen Besatzung können Militärgerichte auch für die zivile Bevölkerung des besetzten Gebietes zuständig sein.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Albert Pierrepoint stirbt in Southport. Albert Pierrepoint war von 1932 bis 1956 Henker in Großbritannien. Mit rund 450 Exekutionen, die ihm zugeschrieben werden, war er der meistbeschäftigte Henker seines Landes. Rund 200 seiner Hinrichtungen führte er nach 1945 aufgrund von Urteilen der britischen Militärjustiz in Deutschland und Österreich durch, die meisten davon an Kriegsverbrechern.
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Gestorben: Erhard Milch stirbt in Wuppertal. Erhard Milch war deutscher Heeres- und Luftwaffenoffizier (seit 1940 Generalfeldmarschall) und in der Zeit des Nationalsozialismus von 1933 bis 1945 Staatssekretär des Reichsluftfahrtministeriums (RLM), zugleich Generalinspekteur der Luftwaffe und nach Ernst Udets Suizid im November 1941 bis Juli 1944 Generalluftzeugmeister. Im Nürnberger Milch-Prozess vom 2. Januar bis 17. April 1947 vor dem amerikanischen Militärgerichtshof wurde Milch als Kriegsverbrecher zu lebenslanger Haft verurteilt.
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Gestorben: Hildegardis Wulff stirbt in Freiburg im Breisgau. Hildegardis Wulff war Mitbegründerin des Frauenordens der Benediktinerinnen OSB von der heiligen Lioba in Freiburg im Breisgau Günterstal und Gründerin und Priorin des Klosters der Benediktinerinnen von der heiligen Lioba in der Strada Coroana de Oțel im III. Bezirk Elisabetin, in Timișoara. Nach der Machtübernahme der Kommunisten in Rumänien wurde sie am 18. August 1950 verhaftet und wegen Landesverrat, Spionage für den Vatikan und für die Vereinigten Staaten von Amerika am 19. Februar 1952 vom MilitärgerichtBukarest zu insgesamt 25 Jahren Gefängnis und Zwangsarbeit verurteilt.
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Gestorben: John A. Bennett stirbt in Fort Leavenworth. John A. Bennett war ein Private First Class der US-Armee, der wegen der Vergewaltigung und des versuchten Mordes an einem elfjährigen österreichischen Mädchen zum Tode durch den Strang verurteilt wurde. Nach der Verurteilung wurde er in das US-Militärgefängnis nach Fort Leavenworth, Kansas, verbracht. Nachdem Präsident Kennedy persönlich das Todesurteil des Kriegsgerichtes geprüft und genehmigt hatte, wurde Bennett als letzte Person, die nach dem Uniform Code of Military Justice verurteilt wurde, in den United States Disciplinary Barracks gehängt.
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Gestorben: Karl Eberhard Schöngarth stirbt in Hameln. Karl Georg Eberhard Schöngarth war ein deutscher Jurist, SS-Brigadeführer, Generalmajor der Polizei, Chef der Gestapo Dortmund, Befehlshaber der Sicherheitspolizei und des SD (BdS) im Generalgouvernement, Führer der Einsatzgruppe z.B.V. in Galizien und BdS in den Niederlanden. Schöngarth wurde von einem britischen Militärgericht wegen Kriegsverbrechen zum Tode verurteilt und am 16. Mai 1946 im Gefängnis Hameln hingerichtet.

Europa

1757

Siebenjähriger Krieg in Europa:
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14. März: In Portsmouth wird der britische Admiral John Byng nach einem Todesurteil von einem Peloton an Bord der HMS Monarch erschossen. Die Entscheidung des Kriegsgerichts, er habe die geltenden Fighting Instructions nicht eingehalten, ist umstritten.

China / Japan

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In der Republik China wird General Zhang Xueliang wegen angeblicher Anstiftung zum Aufstand in der Provinz Xi’an (Zwischenfall von Xi'an) von einem Militärgericht zu vier Jahren Gefängnis verurteilt.

Politik & Weltgeschehen

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In Nürnberg beginnt vor einem US-Militärgerichtshof der Ärzteprozess gegen 23 ehemalige KZ-Ärzte wegen Verbrechen gegen die Menschlichkeit.
Ereignisse > Politik und Weltgeschehen:
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In Portsmouth wird der britische Admiral John Byng nach einem Todesurteil von einem Peloton an Bord der HMS Monarch erschossen. Die Entscheidung des Kriegsgerichts, er habe die geltenden Fighting Instructions nicht eingehalten, ist umstritten. (14. März)

Tagesgeschehen

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Fort Campbell/USA: Ein Militärgericht im US-Bundesstaat Kentucky verurteilt den 24-jährigen Sergeant Paul Cortez zu 100 Jahren Haft wegen der Vergewaltigung und Mord an einem 14-jährigen Mädchens im Irak und entlässt ihn unehrenhaft aus der Armee. Cortez gab wie ein Mitangeklagter zu, das Massaker von Mahmudija vom März 2006 geplant und mit drei weiteren Soldaten ausgeführt zu haben. Man habe das Mädchen ausspioniert, sei in das Haus eingedrungen, die Eltern und sechsjährige Schwester des späteren Opfers erschossen, um sich dann an der 14-Jährigen zu vergehen. Diese sei nach der Tat erschossen worden. Nach guter Führung kann Cortez bereits nach zehn Jahren der Verbüßung seiner Tat auf eine Entlassung unter Bewährung hoffen.
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Fort Hood/USA: Die durch den Folter skandal von Abu Ghuraib weltweit bekannt gewordene US-Soldatin Lynndie England ist von einem US-Militärgericht der Misshandlung irakischer Häftlinge für schuldig befunden worden. Das Gericht entschied am Montag im texanischen Fort Hood, dass die 22-Jährige sich in sechs der sieben Anklagepunkte strafbar gemacht habe. Die Strafe beträgt nur drei Jahre Haft, obwohl der Staatsanwaltschaft 4–6 Jahre gefordert hat. Ein erstes Militär verfahren gegen die Obergefreitin der Reserve war im Mai noch geplatzt.
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Fort Hood/USA. Ein amerikanisches Militärgericht verurteilt die Soldatin Sabrina Harman wegen Misshandlung von Gefangen im irakischen Gefängnis Abu Ghraib zu einer Haftstrafe von 6 Monaten. Dieses Strafmaß bleibt weit unter den von der Anklage geforderten drei Jahren.
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Fort Hood/USA. Ein US-Militärgericht verurteilt den Soldaten Javal Davis wegen der Beteiligung an Folterungen im US-Abu-Ghuraib-Gefängnis im Irak zu sechs Monaten Haft.
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Niedersachsen/Deutschland. Wegen seiner Mitwirkung an der bei der Folterung von Zivilisten im Irak wurde ein britischer Soldat von einem Militärgericht in seinem heimischen Stützpunkt Bergen in Niedersachsen zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Bisher hatten sich nur US-Soldaten wegen ähnlicher Delikte verantworten müssen.

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