Millowitsch-Theater

Millowitsch-Theater
Bild: Superbass
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Zeitungsanzeige von 1892
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Das Millowitsch-Theater ist ein privates Theater in Köln, das durch den Volksschauspieler Willy Millowitsch überregional bekannt wurde. Bis 2014 wurde auch die Spielstätte in der Aachener Straße 5 als Millowitsch-Theater bezeichnet. Seit 2015 heißt diese offiziell „Volksbühne am Rudolfplatz“ und wird nur noch je ein Halbjahr von Peter Millowitsch und seinem Ensemble bespielt.



Inhaltsverzeichnis



Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1792 fand der Name Millowitsch mit dem Lohkuchenhändler und Puppenspieler Michael Millowitsch erstmals in Köln Erwähnung. 1793 wurde der Sohn Franz Andreas geboren († 1875), der das Stockpuppentheater von seinem Vater übernahm. Nachdem im November 1822 im rechtsrheinischen Köln die Deutzer Schiffbrücke fertiggestellt worden war, unterhielt er mit einem mobilen Theater die Passanten, die auf die Öffnung der Brücke warteten, wenn ein Schiff vorbeifuhr.

1830 wurde Sohn Josef Caspar geboren († 1867), der eine feste Spielstätte in Köln bezog; es wurde noch immer mit Stockpuppen gespielt. Hierfür beantragte am 16. August 1843 Franz Andreas Millowitsch die Konzession; am 27. November 1845 wurde die Konzession für eine Wanderbühne erbeten. Doch die Bezirksregierung lehnte die Anträge wegen des bereits bestehenden Hänneschen-Theaters ab. Im November 1847 spielte er mit einem Gewerbeschein in Deutz, eröffnete 1849 ein kleines Theater in der Weyerstraße und übergab dieses 1865 an seinen Sohn Josef Caspar Millowitsch. Dieser starb 1867, und erst die nächste Generation mit Wilhelm Josef Millowitsch, der 1854 zur Welt kam († 1909), stellte das Theater auf echte Schauspieler um. So trat die Familie erstmals am 1. Mai 1895 als „Kölner plattdeutsche Volksbühne“ am Neumarkt auf.

Wilhelm Josef Millowitsch spielte zwar nach wie vor die traditionellen Puppentheaterstücke mit Figuren wie dem Hänneschen oder Tünnes und Schäl, aber nach und nach verlagerte sich der Schwerpunkt auf Revuestücke wie die Reise um die Erde in 80 Tagen. Er starb 1909, und seine Frau Emma übernahm bis 1920 die Leitung des Theaters. Danach führte der 1880 geborene Sohn Peter Wilhelm Millowitsch die Bühne. Wegen der Wirtschaftskrise war das Theater gezwungen, an ständig wechselnden Orten zu spielen, bis sich Peter Millowitsch 1936 am heutigen Standort in der Nähe des Rudolfplatzes in Köln niederließ. Am 16. Oktober 1936 wurde mit dem Stück Mädchen für alles die Premiere im neuen Haus gefeiert. Das Gebäude in der Aachener Straße 5 beherbergte bis dahin die Coloniasäle, in denen Tanzveranstaltungen, aber im Ersten Weltkrieg auch militärische Musterungen durchgeführt wurden.

1940 übernahm Peters Sohn Willy die Leitung des Hauses. Die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs beschädigten das Theater nur wenig, und so konnte der Spielbetrieb auf Wunsch von Konrad Adenauer, des damaligen Kölner Oberbürgermeisters, bereits am 19. Oktober 1945 mit dem Dreiakter Das Glücksmädel wieder aufgenommen werden. Im gleichen Jahr starb Willys Vater Peter Wilhelm Millowitsch. Nach dem Krieg leitete Willy Millowitsch das Theater zusammen mit seiner Schwester Lucy Millowitsch, mit der er bis 1969 große Erfolge auf der Bühne feierte.

Am 27. Oktober 1953 wurde mit dem Stück Der Etappenhase des niederdeutschen Dichters Karl Bunje vom NWDR die erste Live-Übertragung eines Bühnenstücks im Fernsehen ausgestrahlt. Das als Ersatz für eine ausgefallene Sportübertragung gedachte Bühnenstück machte das Millowitsch-Theater deutschlandweit bekannt. Es spezialisierte sich fortan überwiegend auf den derb-komischen Schwank als Theaterform. In diesem Genre folgten mehr als 100 weitere Stücke, von denen viele zu Straßenfegern wurden wie Schneider Wibbel, Tante Jutta aus Kalkutta mit einer Einschaltquote von 88 % oder Et fussig Julche, bei dem Tochter Mariele Millowitsch einen ihrer ersten Auftritte hatte.

Weitere Publikumslieblinge waren über viele Jahre die Kölner Volksschauspielerin Elsa Scholten, die seit 1920 beim Millowitsch-Theater spielte, sowie Franz Schneider (seit etwa 1946), Lotti Krekel (seit 1958), Frank Barufski (seit 1959) und Walter Hoor. Zu den nicht theatergebundenen Mitwirkenden gehörten Bubi Scholz und Günter Lamprecht (Der Meisterboxer), Peter René Körner (Tante Jutta aus Kalkutta) oder Eddi Arent (Der müde Theodor). Trude Herr übernahm ab 1948 kleine Rollen am Millowitsch-Theater.

1998 wurde das Theater von Willys Sohn Peter Millowitsch übernommen; Willy Millowitsch starb 1999. Mit seinen 430 Sitzplätzen gehört das Theater zu den größten privat geführten Kölner Bühnen. Es werden weiterhin Schwänke gespielt, die überwiegend Peter Millowitsch schreibt. Es treten Mundartgruppen wie die Bläck Fööss, die Paveier oder De Räuber sowie andere Kölner Ensembles wie die Wise Guys oder Basta im Millowitsch-Theater auf.

Das Ensemble des Millowitsch-Theaters bei Käsch in de Täsch, 2015: Leo Mader, Samy Orfgen, Peter Millowitsch, Ariana Weil, Dimytri Alexandrow, Robert Sertic
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Gegenwart[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Anfang 2015, verbunden mit einer umfangreichen Sanierung des Theaters, firmiert die Spielstätte unter der Bezeichnung Volksbühne am Rudolfplatz. Getragen vom Verein Freie Volksbühne Köln verfügt der Saal heute über 402 Plätze, davon 356 im Parkett und 46 auf dem Balkon. Das Theater wird nun jeweils ein halbes Jahr lang von Peter Millowitsch mit dem Millowitsch-Theater genutzt. In der anderen Jahreshälfte folgen zunächst Veranstaltungen der Theater-, Konzert- und Gastspieldirektion Otto Hofner GmbH. Die verbleibenden fünf Monate nutzt die Volksbühne am Rudolfplatz selbst die Spielstätte und setzt dabei auf Comedy-, Kabarett- und Musikdarbietungen. Das Theater ist weiterhin Sitz der Millowitsch Theater GmbH.



Theaterstcke (Auswahl groer Erfolge; Premierendatum)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • So leben wir alle Tage (11. Oktober 1933)
  • Mdchen fr alles (16. Oktober 1936)
  • Das Glcksmdel (19. Oktober 1945)
  • Der Etappenhase (27. Oktober 1953)
  • Drei klsche Jungen (17. Januar 1954, 1965 und 1980)
  • Das Glcksmdel (15. Mai 1954)
  • Die spanische Fliege (16. August 1958)
  • Der keusche Lebemann (3. Mai 1959)
  • Schneider Wibbel (13. Juni 1959)
  • Der Meisterboxer (20. Februar 1960 und 1968)
  • Der blaue Heinrich (9. Juli 1960 und 1983)
  • Im Nachtjackenviertel (11. Mrz 1961 und 1975)
  • Tante Jutta aus Kalkutta (24. Mrz 1962)
  • Die drei Scheinheiligen (4. September 1964)
  • Paris ist eine Reise wert (20. Oktober 1966)
  • Der unglubige Thomas (3. Mai 1967)
  • Paradies der flotten Snder (19. April 1968)
  • Et fussig Julche (1978)
  • Der mde Theodor (19. Mai 1979)
  • Das Liebesverbot (22. September 1984)
  • Adel verpflichtet zu nichts (1985)
  • Die Prinzessin vom Nil (1987)
  • Der wahre Jakob (1988)
  • Bei uns im Viertel (1989)
  • Der Raub der Sabinerinnen (1991)
  • Der keusche Lebemann (1992)
  • Wo laufen sie denn? (1996)
  • Liebesgre aus Nippes (1997)
  • Der Knig vom Friesenplatz (1998)
  • Mitgemacht, Bargeld lacht (1999)
  • Ufos vverm Aldermaat (2000)
  • Klngel bei Klettenbergs (2001)
  • Et ktt wie et ktt (2002)
  • Saionara Tante Klara (2003)
  • Taxi nach Ehrenfeld (2004)
  • Einmol Prinz zo sin (2005)
  • D'r Papst ktt (2006)
  • Echt Klnisch Wasser (2007)
  • Man kennt sich, man hilft sich (2008)
  • Wenn im Puff dat Licht ausjeht (2009)
  • Bauer braucht Sau (2010)
  • Fr eine Handvoll Flnz (2011)
  • Tanzmariechen XXL (2012)
  • Dat nennt man Camping (2013)
  • Annemie ich kann nit mih (2014)
  • Ksch in de Tsch (2015)


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Peter Fuchs, Chronik zur Geschichte der Stadt Kln, Band 2, 1991, S. 131.
  2. ?Peter Fuchs, Chronik zur Geschichte der Stadt Kln, Band 2, 1991, S. 161.
  3. ?Siehe dazu den Musterungsaufruf vom 5. Mai 1917 in den Coloniaslen:
  4. ?ARD und Deutsches Rundfunkarchiv/Monika Estermann/Edgar Lersch, 1945-1949, 1997, S. 27.
  5. ?Willy Millowitsch, Prisma Starguide
  6. ?Horst O. Hermanni, Von John Gabin bis Walter Houston, 2009, S. 387.
  7. ?VOLKSBHNE AM RUDOLFPLATZ - VERMIETUNG. In: www.volksbuehne-rudolfplatz.de. Abgerufen am 15.Oktober 2015.
  8. ?Volksbhne am Rudolfplatz: Neues Programm im Millowitsch-Theater. In: www.rundschau-online.de. Abgerufen am 15.Oktober 2015.
  9. ?Impressum. In: www.millowitsch.de. Abgerufen am 15.Oktober 2015.

50.9363333333336.9368333333333Koordinaten: 50° 56′ 11″ N, 6° 56′ 13″ O

Millowitsch-TheaterBild: SuperbassLizenz: CC-BY-SA-4.0
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Das Ensemble des Millowitsch-Theaters bei Käsch in de Täsch, 2015: Leo Mader, Samy Orfgen, Peter Millowitsch, Ariana Weil, Dimytri Alexandrow, Robert SerticBild: SuperbassLizenz: CC-BY-SA-4.0
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Das Millowitsch-Theater ist ein privates Theater in Köln, das durch den Volksschauspieler Willy Millowitsch überregional bekannt wurde. Bis 2014 wurde auch die Spielstätte in der Aachener Straße 5 als Millowitsch-Theater bezeichnet. Seit 2015 heißt diese offiziell „Volksbühne am Rudolfplatz“ und wird nur noch je ein Halbjahr von Peter Millowitsch und seinem Ensemble bespielt.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Willy Millowitsch, deutscher Schauspieler und Leiter des Millowitsch-Theaters stirbt 90-jährig in Köln. Er wurde bundesweit vor allem durch die zahlreichen Fernsehübertragungen aus seinem Theater bekannt.
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Gestorben: Frank Barufski, deutscher Schauspieler, Hörspielsprecher und Moderator stirbt 85-jährig in seiner Geburtsstadt Köln. Bekannt wurde er u. a. durch Fernsehaufzeichnungen aus dem Millowitsch-Theater und mehreren Paul-Temple-Hörspielen.
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Gestorben: Lucy Millowitsch, deutsche Schauspielerin und Leiterin des Millowitsch-Theaters stirbt 85-jährig in Köln. Sie wurde bundesweit vor allem durch die zahlreichen Fernsehübertragungen aus ihrem Theater bekannt.
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Gestorben: Elsa Scholten, deutsche Schauspielerin stirbt 79-jährig in Köln. Sie gehörte zu den großen Stars des Millowitsch-Theaters und wurde durch zahlreiche Fernsehübertragungen bundesweit sehr bekannt.
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Geboren: Peter Millowitsch wird in Köln geboren. Peter Millowitsch ist ein deutscher Volksschauspieler, Bühnenautor und Leiter des privaten Kölner Millowitsch-Theaters.

Aufführungen

1955

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von Willy Millowitsch und John Olden (Fernsehregie) , mit Franz Schneider als Großvater und Willy Millowitsch, Elsa Scholten, Trude Herr, Robert Jansen, Karl-Heinz Hillebrand, Jakob Kauhausen, Lilo Stiegelmeier, Edi Hoven (Der verkaufte Großvater)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1960

Werke > Film:
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Der Liebesonkel (Fernseh-Aufzeichnung aus dem Millowitsch-Theater) (Topsy Küppers)

Rundfunk, Film & Fernsehen

1968

Film:
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Der Meisterboxer (Aufzeichnung aus dem Millowitsch-Theater) (Günter Lamprecht)

1965

Film > Fernsehfilme:
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Drei kölsche Jungen (Aufzeichnung aus dem Millowitsch-Theater) (Mariele Millowitsch)

1958

Film > Drehbuch und Regie:
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Die spanische Fliege (Übertragung aus dem Millowitsch-Theater) (Kurt Meister)
Rundfunk:
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Mit dem Stück Der Etappenhase von Karl Bunje überträgt der NWDR Köln erstmals eine Theateraufführung aus dem KölnerMillowitsch-Theater.

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2009

Theaterstücke (Auswahl großer Erfolge; Premierendatum):
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Wenn im Puff dat Licht ausjeht

2006

Theaterstücke (Auswahl großer Erfolge; Premierendatum):
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D'r Papst kütt

1999

Theaterstücke (Auswahl großer Erfolge; Premierendatum):
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Der König vom Friesenplatz

1998

Theaterstücke (Auswahl großer Erfolge; Premierendatum):
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Liebesgrüße aus Nippes

1996

Theaterstücke (Auswahl großer Erfolge; Premierendatum):
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Wo laufen sie denn?

Kunst & Kultur

2012

Theater und Musical:
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Tanzmariechen XXL (Theater), Millowitsch-Theater (Madlen Kaniuth)

1984

Theater:
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Das Glücksmädel von Max Reimann und Otto Schwartz Millowitsch-Theater Köln (Rudolf Knor)

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