Mittelalter

Mittelalter bezeichnet in der europäischen Geschichte die Epoche zwischen dem Ende der Antike und dem Beginn der Neuzeit, also etwa die Zeit zwischen dem 6. und 15. Jahrhundert. Sowohl der Beginn als auch das Ende des Mittelalters sind Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion und werden recht unterschiedlich angesetzt.

Im Übergang von der Spätantike ins Frühmittelalter zerbrach die politische und kulturelle Einheit des durch die griechisch-römische Antike geprägten Mittelmeerraums. Während das Byzantinische Reich im Osten intakt blieb, ging das Westreich 476 unter. Es bildeten sich neue Reiche innerhalb (wie das Frankenreich, das Westgotenreich auf der Iberischen Halbinsel und die Reiche der Angelsachsen in Britannien) und außerhalb (wie die Herrschaften der Slawen in Ost- und Südosteuropa und die neuen Reichsbildungen in Skandinavien) des ehemaligen weströmischen Reichs. Bevölkert waren diese Reiche von der ansässigen romanisierten Bevölkerung und in der Völkerwanderungszeit eingewanderten Gruppen (germanische Stämme und Slawen).

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Europa

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Die Synode von Mâcon beschließt für das Frankenreich die Abgabe eines „Zehnten“, eine regelmäßige Naturalienabgabe von 10 % der landwirtschaftlichen Erträge. Sie avanciert im Mittelalter zur ergiebigsten Steuerquelle. Auf derselben Synode lässt König Guntram I. mehrere der 43 anwesenden Bischöfe wegen politischer Opposition absetzen.

Verwendung

1289

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Die Universitätsmatrikel ist das Verzeichnis der Mitglieder einer Universität. Diese werden dort anhand von Matrikelnummern identifiziert. An vielen Universitäten können sich auch Vereinigungen von Mitgliedern der Universität in die Matrikel eintragen lassen. Die individuelle Registrierung als universitätszugehörige Person bedeutete im europäischen Mittelalter und in der Frühen Neuzeit die neue Zugehörigkeit zu einer anderen Gerichtsbarkeit. Die ältesten erhaltenen Matrikeln stammen aus den Universitäten in Bologna , Heidelberg und Wien.

Sonstige Ereignisse

1215

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Lateinische Kirche: vom Mittelalter bis zum Lehrentscheid des Vierten Laterankonzils (Abendmahlsstreit)

Ableitungen, Rezeption

1525

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Davon abgeleitet ist der Begriff Spießer oder Spießbürger für einen Menschen mit konservativen, bürgerlichen Ansichten. Dies kommt daher, dass der Spieß (wie der Kriegsflegel, im Gegensatz zu den Waffen des Adels wie Lanze und Schwert) im europäischen Mittelalter eine leicht herzustellende Waffe war, deren Einzelteile aus billigen, zur Genüge vorhandenen Materialien bestanden und die von Bürgern und Bauern bei Aufständen gegen die Obrigkeit verwendet wurde. Beispiele sind die Hussiten- (1419-1434) oder Bauernkriege.

Byzantinisches Reich/Osmanisches Reich

1453

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Eroberung von Konstantinopel (1453): Konstantinopel (heute Istanbul) wird am 29. Mai von den Osmanen unter Sultan Mehmed II. erobert. Dies gilt als endgültiges Ende des Byzantinischen Reichs, dessen letzter Kaiser bei der Einnahme der Stadt fällt. Die Halbinsel Peloponnes verbleibt unterdessen noch bis 1460 und das Kaiserreich Trapezunt bis 1461 unter griechischer Herrschaft. Faktisches Ende des Oströmischen Reiches, früher mit dem Ende des Mittelalters gleichgesetzt.

Wissenschaft & Technik

1685

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Der Hallenser Gymnasialdirektor und spätere Geschichtsprofessor Christoph Cellarius (1638–1707) veröffentlicht das Lehrbuch Historia universalis, in antiquam, medii aevi novam divisa, darin wird erstmals die Dreiteilung der Weltgeschichte in Altertum, Mittelalter und Neuzeit in einem Lehrbuch festgehalten.

Beispiele für Personalunionen

1800

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Ähnliche Personalunion zwischen England (bzw. ab 1707 Großbritannien) und Irland bereits seit dem Mittelalter, zuletzt militärisch erzwungen um 1690 und um 1740 bis zum Act of Union

Kunst & Kultur

1866

Kunst:
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Am Stock-im-Eisen-Platz im Stadtzentrum von Wien beginnt der Bau des Haas-Hauses. Architekten für das im Stil des Historismus errichtete Gebäude des Teppichhauses Philipp Haas & Söhne sind August Sicard von Sicardsburg und Eduard van der Nüll. Es handelt sich um das erste seit dem Mittelalter neu errichtete Haus an dieser Stelle.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2007

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Werk > Beiträge in Buchpublikationen: Die Chöre der Engel und der Teufel im Chorgestühl – die Grundlagen der mittelalterlichen Musikpraxis. In: Ludger Stühlmeyer (Hrsg.): Stationen der Kirchenmusik im Erzbistum Bamberg. Bamberg (Barbara Stühlmeyer)

2001

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Werk: das Bildobjekt con’tinuo präsentiert im Steirischen Herbst; diese intermediäre Arbeit nimmt u. a. Bezug auf die Kreisfigur S über die Anima des mittelalterlichenPhilosophen und Alchimisten Ramon Llull (Norbert Walter Peters)

1992

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Veröffentlichungen: als Herausgeber: Die Kontakte zwischen Ostbaltikum und Skandinavien im frühen Mittelalter. Almquist och Wiksell, Stockholm 1982, ISBN 91-22-01503-5. (Alexander Loit)

1965

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Publikation: Entstehung des Deutschen Reiches und mittelalterliches Rittertum, in: „Die Bundeswehr“, 10. (Karl-Hermann von Brand)

1957

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Veröffentlichungen: Aachener Goldschmiedekunst im Mittelalter (Ernst Günther Grimme)

Politik & Weltgeschehen

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Deutsche Soldaten sprengen in der Picardie trotz zahlreicher Proteste von Historikern auf beiden Seiten den Donjon der Burg Coucy, einer der bedeutendsten mittelalterlichenFeudalburgen in Europa. (27. März)

1917

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Erster Weltkrieg: 27. März: Deutsche Soldaten sprengen in der Picardie trotz zahlreicher Proteste von Historikern auf beiden Seiten den Donjon der Burg Coucy, einer der bedeutendsten mittelalterlichenFeudalburgen in Europa.

1453

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen > Byzantinisches Reich/Osmanisches Reich: Eroberung von Konstantinopel : Konstantinopel (heute Istanbul) wird am 29. Mai von den Osmanen unter Sultan Mehmed II. erobert. Dies gilt als endgültiges Ende des Byzantinischen Reichs, dessen letzter Kaiser bei der Einnahme der Stadt fällt. Die Halbinsel Peloponnes verbleibt unterdessen noch bis 1460 und das Kaiserreich Trapezunt bis 1461 unter griechischer Herrschaft. Faktisches Ende des Oströmischen Reiches, früher mit dem Ende des Mittelalters gleichgesetzt. (1453)
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Im Vertrag von Arras verständigen sich mit König Karl VII. von Frankreich und Herzog Philipp dem Guten die Herrscher von Frankreich und von Burgund über eine Beilegung ihres jahrelang schwelenden Konfliktes, des Bürgerkriegs der Armagnacs und Bourguignons. Mit England kommt hingegen bei dieser auf einen Friedensschluss ausgerichteten Zusammenkunft, die zu den wichtigsten Friedenskonferenzen im Mittelalter gerechnet wird, kein Einvernehmen zustande, der Hundertjährige Krieg geht noch fast zwei Jahrzehnte weiter.

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2006

Preisträger:
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Francesca dell'Acqua (Salerno), „für hervorragende Verdienste um die italienische Kunstgeschichte, insbesondere die Erforschung der farbigen Glasfenster von der Spätantike bis zum hohen Mittelalter.“ (Hanno-und-Ilse-Hahn-Preis)

2004

Preisträger:
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Walter Pohl – Forschungsstelle für Geschichte des Mittelalters, Österreichische Akademie der Wissenschaften (Wittgenstein-Preis)

Tagesgeschehen

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Tübingen/Deutschland: Nach einem in der Fachzeitschrift Nature veröffentlichten Aufsatz gelingt es Wissenschaftlern erstmals, das Erbgut des Pesterregers zu entschlüsseln, der im Mittelalter den sogenannten Schwarzen Tod auslöste und geschätzte 25 Millionen Todesopfer forderte.

Rundfunk, Film & Fernsehen

2014

Film:
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Eine Reise in das Mittelalter, Komplett-Media , ISBN 978-3-8312-8146-6, © 2012 A&E Television Networks, LLC

2014

Film:
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Das Mittelalter im Südwesten, Komplett-Media , ISBN 978-3-8312-8142-8, © Südwestrundfunk und Westdeutschen Rundfunk,.

"Mittelalter" in den Nachrichten