Modellstaat

Als Modellstaat bezeichnet man drei westdeutsche Staaten, die auf Initiative des französischen Kaisers Napoleon Bonaparte gegründet wurden. Gemeint sind das Großherzogtum Berg mit der Hauptstadt Düsseldorf (1806–1813), das Königreich Westphalen mit der Hauptstadt Kassel (1807–1813) sowie teilweise das Großherzogtum Frankfurt mit der Hauptstadt Aschaffenburg (1810–1813), wenngleich letzteres nicht ausdrücklich in diesem Sinne gegründet wurde, sondern das Fürstentum Aschaffenburg fortführte. Die Staaten organisierten Gebiete neu, die im Rahmen der französischen Machtpolitik zerfallen waren oder deren Fürsten abgesetzt worden waren. Sie selbst zerfielen 1813 nach der Völkerschlacht bei Leipzig, als Napoleon eine große Niederlage erlitt.

Modellstaat hießen diese Satellitenstaaten, weil Napoleon die Gebiete nicht einfach nur verwaltet sehen wollte. Sie sollten ein Vorbild an rationaler Staatsorganisation werden und auf andere deutsche Staaten (vor allem Preußen) ausstrahlen. Sie führten die rechtliche Gleichheit der Bürger durch den Code civil ein, schreckten jedoch in der Regel davor zurück, beispielsweise die Bauernbefreiung konsequent durchzuführen.

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Typen der Rheinbundstaaten

1808

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Die erste Gruppe bildeten die meist von Verwandten Napoleons regierten „Modellstaaten“. Dazu zählt das Königreich Westphalen unter Jérôme Bonaparte. Das Großherzogtum Berg wurde zunächst von Joachim Murat und nach dessen Ernennung zum König von Neapel von einem Beauftragten Napoleons verwaltet. Der dritte Modellstaat war das von Dalberg bis 1813 geführte Großherzogtum Frankfurt. Der für seine Nachfolge vorgesehene Eugène de Beauharnais konnte wegen des Zusammenbruchs der napoleonischen Vorherrschaft dieses Amt nicht mehr antreten. Diese Neugründungen sollten durch ihre Rechts- und Gesellschaftspolitik Vorbild für die übrigen Rheinbundstaaten werden.

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