Monotheletismus

Der Monotheletismus (von griechischmonos – einzig, und thelô – wollen) ist eine christologische Lehre, der zufolge Christus zwei Naturen – eine göttliche und eine menschliche –, aber nur einen Willen (Ziel, Zielausrichtung) besitzt. Christus habe zwar eine eigene menschliche Natur, sein Wille sei jedoch von Gott vollständig diktiert.

Er wurde Anfang des 7. Jahrhunderts unter dem oströmischen Kaiser Herakleios entwickelt, um die auf dem Konzil von Chalcedon festgelegte Zweinaturenlehre Christi mit der monophysitischen Lehre auszusöhnen. Die Monophysiten sollten auf diese Weise wieder in die Reichskirche eingegliedert werden, aus der sie zuvor exkommuniziert worden waren.

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Kunst & Kultur

Kultur & Religion:
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Nach dem Tod von Papst Honorius I. wählt der römische Klerus Severinus zu dessen Nachfolger. Er weigert sich, die monotheletische Glaubensformel Ecthesis, die Kaiser Herakleios vorgeschlagen hatte, anzuerkennen, woraufhin dieser ihm zunächst die Bestätigung der Wahl verweigert; sie wird 640 nachgeholt, so dass dieses Jahr als offizielles Beginn des Pontifikats des Severinus gilt.

Religion

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Beginn des Dritten Konzils von Konstantinopel, von der katholischen und der orthodoxen Kirche als sechstes ökumenisches Konzil anerkannt (bis 681); es verdammt die monotheletische Lehre und spricht postum das Anathema über Papst Honorius I. aus, der eine Annäherung an Vertreter dieser Lehre gesucht hat.
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Martin I. beruft eine Synode in den Lateran, an der 105 (zumeist italienische) Bischöfe teilnehmen. Die Synode verurteilt am 31. Oktober in 20 Punkten die Lehre des Monotheletismus, was zu einer Verstimmung mit Byzanz führt.

634 n. Chr.

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Sophronios wird Patriarch von Jerusalem. Er ist vehementer Gegner der von Kaiser Herakleios vertretenen monotheletischen Lehre.

Politik & Weltgeschehen

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Auf Befehl des byzantinischen Kaisers Konstans II. lässt der Exarch von Ravenna, Theodoros Kalliopas, Papst Martin I. festnehmen und für ein Jahr auf Naxos inhaftieren, ehe ihm der Prozess gemacht wird. Dieser Aktion liegen Differenzen in der Christologie zwischen Rom und Byzanz zugrunde (siehe: Monotheletismus)

Ereignisse

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Ende des Dritten Konzils von Konstantinopel. Dessen Beschlüsse zur Verurteilung der monotheletischen Lehre erkennen die Maroniten nicht an, die sich daraufhin von der katholischen Kirche abspalten.

681 n. Chr.

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28. März: Das dritte Konzil von Konstantinopel verhängt über den im Jahr 638 verstorbenen Papst Honorius I. das Anathema, weil er die nunmehr als Häresie angesehene Lehre des Monotheletismus geduldet hat.

Asien

694 n. Chr.

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Die monotheletischenMaroniten wehren den Versuch des byzantinischen Kaisers Justinian II. ab, sie zu unterwerfen.

"Monotheletismus" in den Nachrichten