Mord

Mord steht allgemein für ein vorsätzliches Tötungsdelikt, dem gesellschaftlich ein besonderer Unwert zugeschrieben wird. In der Regel unterscheiden historische und aktuelle Strafrechtssysteme zwischen einer einfachen oder minder qualifizierten vorsätzlichen Tötung und einer besonders verwerflichen Form, nach deutschem Sprachgebrauch dem „Mord“. Die Definition und systematische Stellung der in der Regel mit einem höheren Strafmaß sanktionierten zweiten Tötungsart variiert jedoch recht stark zwischen den verschiedenen Rechtssystemen.

Aus Sicht der strafrechts-dogmatischen Systematik wird „Mord“ in unterschiedlichen Rechtsordnungen als Grundtatbestand, Qualifikation oder eigenes Delikt sui generis angesehen. Hinsichtlich der Definition bezieht die Unterscheidung sich in den meisten Fällen entweder auf das „ethische Moment des Gesamtbilds der Tat“ oder auf das „psychologische Moment der Entschlussfassung“. Im letzteren Fall unterscheidet sich Mord von anderen Tötungsdelikten oft nur in der mens rea, dem subjektiven Tatbestand. Diese auf das römische Recht zurückgehende Abgrenzung zwischen Affekts- und Vorbedachtstötung, die kennzeichnend für das psychologische Moment der Entschlussfassung ist, wird von Teilen der Literatur als „Weltrecht“ (Kohler) angesehen. Dies ist jedoch zweifelhaft, da eine über alle Zeiten und Kulturen anerkannte Definition des Mordes nicht existiert. Im Völkerstrafrecht wird Mord wegen der daraus resultierenden Abgrenzungsschwierigkeit zum Teil mit vorsätzlicher Tötung gleichgesetzt.

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Hintergrund

2004

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wurde Joseph Massino, das Oberhaupt der Bonanno-Familie, für den Mordauftrag an „Sonny Black“ Napolitano verurteilt, der Pistone unbewusst in die „Familie“ eingeschleust hatte. (Donnie Brasco)

Fakten

2004

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wurde Belforts Schwester entführt, worunter er sehr litt. 2007 gestand Elaine Paiva den Mord an dieser. (Vitor Belfort)

Tagesgeschehen

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München/Deutschland: Im Prozess um den Tod des Managers Dominik Brunner verurteilt das Landgericht I die beiden Angeklagten wegen Mordes und Körperverletzung mit Todesfolge zu langjährigen Haftstrafen.
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München/Deutschland: Knapp fünf Monate nach dem tödlichen Überfall auf Dominik Brunner wird gegen die beiden mutmaßlichen Täter Anklage wegen Mordes erhoben.
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Berlin/Deutschland: Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) legt ein neues Gesetz zur „Strafzumessungsregel“ vor. Demnach könnten in Zukunft Kriminelle wieder in früherem Umfang von der Kronzeugenregelung Vorteile erhoffen. Der mögliche Strafnachlass gilt allerdings nicht für Mord.
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Fort Campbell/USA: Ein Militärgericht im US-Bundesstaat Kentucky verurteilt den 24-jährigen Sergeant Paul Cortez zu 100 Jahren Haft wegen der Vergewaltigung und Mord an einem 14-jährigen Mädchens im Irak und entlässt ihn unehrenhaft aus der Armee. Cortez gab wie ein Mitangeklagter zu, das Massaker von Mahmudija vom März 2006 geplant und mit drei weiteren Soldaten ausgeführt zu haben. Man habe das Mädchen ausspioniert, sei in das Haus eingedrungen, die Eltern und sechsjährige Schwester des späteren Opfers erschossen, um sich dann an der 14-Jährigen zu vergehen. Diese sei nach der Tat erschossen worden. Nach guter Führung kann Cortez bereits nach zehn Jahren der Verbüßung seiner Tat auf eine Entlassung unter Bewährung hoffen.
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Lübeck/Deutschland: Das Landgericht Lübeck verurteilt den Schwerverbrecher „Christian Bogner“ zu lebenslanger Freiheitsstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung. Das Gericht sieht es als erwiesen an, dass Bogner um eine neue Identität zu erlangen, im Oktober 2004 den Gärtner Engelbert Danielsen aus Eutin in eine Falle lockte und tötete. Damit erkennen die Richter eine besondere Schwere der Schuld Bogners an. Der mitangeklagte Bruder Bogners, Martin Lenz, wird wegen Beihilfe zum Mord und Gefangenenbefreiung zu drei Jahren und drei Monaten Haft verurteilt.

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