Moskauer Kreml

Blick auf den Moskauer Kreml von der Großen Steinernen Brücke über dem Moskwa-Fluss (2007)

Der Moskauer Kreml (russischМосковский Кремль; wiss. TransliterationMoskovskij Kremlʹ) ist der älteste Teil der russischen Hauptstadt Moskau und deren historischer Mittelpunkt. Die ursprüngliche, aus dem Mittelalter stammende Burg an der Moskwa wurde ab Ende des 15. Jahrhunderts als Zitadelle neu errichtet. Bis zum 16. Jahrhundert diente sie den Großfürsten von Moskau und anschließend bis zur Verlegung der Hauptstadt nach Sankt Petersburg Anfang des 18. Jahrhunderts den russischen Zaren als Residenz. In Mittelalter und früher Neuzeit war der Kreml zugleich Sitz der Metropoliten und späteren Patriarchen von Moskau. Nach der Oktoberrevolution wurde er 1918 erneut zum Zentrum der Staatsmacht: Zunächst Sitz der Sowjet-Regierung, ist er seit 1992 der Amtssitz des Präsidenten der Russischen Föderation. Der Name „Kreml“ wird daher auch als Synonym für die gesamte sowjetische bzw. russische Führung verwendet.

Kennzeichnend für das architektonische Ensemble des Moskauer Kremls ist sein Befestigungskomplex, der aus einer dreieckigen Begrenzungsmauer mit 20 Türmen besteht. Er wurde zum größten Teil in den Jahren 1485 bis 1499 erbaut und ist bis heute gut erhalten. Nach seiner Fertigstellung diente er mehrfach als Vorbild für ähnliche Festungen, die in weiteren russischen Städten entstanden. Innerhalb der Kremlmauern befinden sich zahlreiche Sakral- und Profanbauten – Kathedralen, Paläste und Verwaltungsgebäude – aus verschiedenen Epochen. Der Kreml ist nicht zuletzt ein Museum und wurde als politisches und ehemals religiöses Zentrum Russlands 1990 in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen. Zusammen mit dem benachbarten Roten Platz, der ebenfalls auf dieser Liste steht, gilt der Kreml gemeinhin als bedeutendste Sehenswürdigkeit Moskaus.

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Religion

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Iwan Kalita legt im Moskauer Kreml den Grundstein der ersten Steinkirche in Moskau, der Mariä-Himmelfahrts-Kathedrale. Die Einweihung erfolgt nach einjähriger Bauzeit am 4. August 1327. Der Chronist bringt den Kirchenbau mit der Verlegung des Metropolitensitzes nach Moskau und dem persönlichen Wunsch des Metropoliten Peter in Verbindung.

Kunst & Kultur

1485

Kultur:
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Der Bau der heutigen Mauer um den Moskauer Kreml wird begonnen.

Russland

1918

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12. März: Moskau wird von Lenin zur Hauptstadt Russlands erklärt, Regierungssitz wird der Moskauer Kreml.

Politik & Weltgeschehen

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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Nach der Machtübernahme durch die Bolschewiki in Russland wird Moskau anstelle von Petrograd zur Hauptstadt der Russischen SFSR. Die Regierung zieht in den Moskauer Kreml. (12. März)
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Russisch-Osmanischer Krieg: Zar Peter I. erklärt in der Uspenski-Kathedrale im Moskauer Kreml den Krieg gegen das Osmanische Reich.
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Polnisch-Russischer Krieg: im Zuge des Polnisch-Russischen Krieges von 1609–1618 formiert sich in einem ersten Landwehr-Aufgebot (Opoltschenije) unterschiedlichster, sich auch gegenseitig befehdender Gruppen unter der militärischen Führung von Prokopy Lyapunov der nationale Widerstand gegen die polnische Herrschaft. Die Truppen rücken am 3. März gegen Moskau vor, das bei den Straßenkämpfen am 19. März in Flammen aufgeht. In den kommenden Wochen werden die Polen bis auf den innersten Verteidigungsring, den Moskauer Kreml, zurückgedrängt.
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Polnisch-Russischer Krieg: das polnische Heer unter Stanisław Żółkiewski erreicht Moskau und besetzt den Moskauer Kreml.

1329

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Errichtung des Moskauer Kreml aus Holzbauten.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1942

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Werk > Vokalinstrumentale Werke > Lied: Die Ostsee – Radionow, aus der Schauspielmusik „Das Glockenspiel im Kreml“ (Aram Chatschaturjan)

1851

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Werk: Blick von der Krimski-Brücke auf den Kreml bei rauem Wetter (Вид на Кремль с Крымског моста в ненастную погоду) (Alexei Kondratjewitsch Sawrassow)

1851

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Werk: Blick von der Krimski-Brücke auf den Kreml bei rauem Wetter (??? ?? ?????? ? ???????? ????? ? ????????? ??????) (Alexei Kondratjewitsch Sawrassow)

1806

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Werk: Gotisches Zeltdach am Nikolausturm des Moskauer Kremls (Luigi Rusca)

Tagesgeschehen

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Moskau/Russland: Der Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski wird der angeblichen Unterschlagung von Einnahmen in Höhe von 20 Milliarden Euro von einem Gericht für schuldig befunden.
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Moskau/Russland. Bei einem Selbstmordattentat in der Innenstadt von Moskau sind mindestens fünf Menschen getötet worden. Zehn weitere wurden verletzt, als sich eine oder zwei vermutlich tschetschenische Frauen in der Nähe des Kremls in die Luft sprengten.

Rundfunk, Film & Fernsehen

1992

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Film: Stalin ist eine US-amerikanische Filmbiografie aus dem Jahr 1992. Der von HBO produzierte und von Ivan Passer inszenierte Fernsehfilm erzählt die Geschichte um Stalins Aufstieg zur Macht bis zu seinem Tod und umfasst die Zeitspanne von 1917 bis 1953. Dank seines guten Rufes und der damals vorherrschenden Politik von Glasnost und Perestroika erreichte Produzent Mark Carliner, dass der Film als erster Spielfilm überhaupt eine Drehgenehmigung für den Moskauer Kreml erhielt. Obwohl der Film fast ausschließlich an Originalschauplätzen gedreht wurde und Carliner darauf Wert legte, dass der Film, nach der Überprüfung mehrerer Wissenschaftler und Historiker, „die Wahrheit widerspiegelt“, liegt der Fokus weniger auf dem historischen Kontext als auf Stalins Charakter. Das wurde von vielen Filmkritikern als Mangel angesehen, wobei sie gleichzeitig Robert Duvalls Darstellung lobten. Allerdings interpretierte Duvall Stalin auf seine eigene Weise, sodass der Film nicht die historische Wahrheit zeigt. Der Film hatte mehrere Filmpreisnominierungen, darunter drei Auszeichnungen bei den Golden Globe Awards 1993, wobei Duvall als Bester Hauptdarsteller einer Mini-Serie oder eines TV-Films seinen vierten Golden Globe erhielt. Eine deutschsprachige Veröffentlichung ist nicht bekannt.

Stab:
Regie: Ivan Passer
Drehbuch: Paul Monash
Produktion: Mark Carliner
Musik: Stanisław Syrewicz
Kamera: Vilmos Zsigmond
Schnitt: Peter Davies

Besetzung: Robert Duvall, Julia Ormond, Maximilian Schell, Jeroen Krabbé, Joan Plowright, Frank Finlay, Roshan Seth, Daniel Massey, András Bálint, John Bowe, Jim Carter, Murray Ewan, Stella Gonet, Jelena Seropowa, Colin Jeavons, Miriam Margolyes, Kevin McNally, Clive Merrison, Lisa Orgolini, Joanna Roth, Emil Wolk, Aleksandr Feklistov, Ravil Isyanov, Robert Szilvasi, Oleg Tabakow

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