Naharija

Naharija
Wappen von Naharija
Basisdaten
hebrisch:?????
arabisch:??????
Staat: Israel
Bezirk:Nord
Koordinaten:330?N, 356?OKoordinaten:330?21?N, 355?59?O
Hhe:15m
Flche:10,233km
Einwohner:54.305 (2015)
Bevlkerungsdichte:5.307 Einwohner je km
Gemeindeart:Stadt
Website:
Naharija

Naharija (hebräisch נהריה [naha'rija], arabisch نهاريا, DMG Nahārīyā; Alternativschreibweise Nahariya bzw. Nahariyya) ist eine Stadt am Mittelmeer nördlich von Haifa im Nordbezirk Israels mit 54.305 (Stand 2015) Einwohnern.



Inhaltsverzeichnis



Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Altertum bestand an der Stelle Naharijas zwar schon einmal ein phönizischer Hafen, die heutige Stadt wurde aber erst 1934 von jüdischen Einwanderern aus Deutschland gegründet und war zunächst eine landwirtschaftliche Siedlung privat wirtschaftender Bauern (Moschawa). Zu den Gründern gehörten der Investor Joseph Loewy (1885–1949), der Agronom Selig Eugen Soskin (1873–1959), der Bankier Heinrich Cohn (1895–1976) und der Ingenieur Simon Reich (1883–1941). Zunächst ließen sich etwa hundert Familien, die zwischen 1933 und 1939 vor den anwachsenden Diskriminierungen und Verfolgungen in Nazi-Deutschland geflohen waren, in Naharija nieder. Es kamen viele Handwerker aus Mitteleuropa und Arbeiter aus Osteuropa dazu, sodass die Siedlung bis zum Kriegsbeginn 1939 etwa tausend Einwohner zählte. Die Landwirtschaft reichte als Ernährungsgrundlage damit nicht mehr aus. Schon früh begannen einzelne Siedler, kleine Hotels einzurichten, um Erholungssuchende aufnehmen zu können. Aus kleinen Betrieben wurden im Lauf der Zeit Großunternehmen der Lebensmittelindustrie wie etwa die Molkerei Strauss oder die Fleischerei Soglowek. Der Handwerksbetrieb von Stef Wertheimer aus Kippenheim entwickelte sich zu Israels größtem Industrieunternehmen. Weltbekannt wurde auch „Naharija-Glas“ von Andreas Meyer aus Rheda.

Naharija war in den ersten Jahrzehnten seines Bestehens ein Zentrum deutschsprachiger Kultur in Israel. Die Bedeutung von deutschsprachigen Autorinnen und Autoren wie Erich Bloch (1897–1994) aus Konstanz, Jenny Cramer (1887–1975) aus Stuttgart oder Fritz Wolf (1908–2006) aus Heilbronn wurde erst in jüngster Zeit gewürdigt. Das von Israel Shiloni (1901–1996) in Naharija gegründete Museum des Deutschsprachigen Judentums wird heute im nahe gelegenen Industriepark Tefen weitergeführt.

Lange Zeit war der Ort die einzige jüdische Siedlung in der Küstenebene nördlich von Akkon. Deswegen war Naharija 1948 während des israelischen Unabhängigkeitskrieges von der Außenwelt abgeschnitten und konnte nur mit Booten über das Meer versorgt werden.

Strand in Naharija, links unter der Brücke mündet der Fluss Ga'aton ins Mittelmeer
Bild: Datafox

Am 22. April 1979 wurde Naharija Ziel eines Anschlags durch die Palästinensische Befreiungsfront, dessen Anführer Samir Kuntar war. Am nächsten Tag habe Abu Abbas von Beirut aus erklärt, der Überfall in Naharija sei ausgeführt worden, um gegen die Unterzeichnung des ägyptisch-israelischen Friedensvertrages zu protestieren, der nach dem von US-Präsident Jimmy Carter vermittelten Gipfeltreffen zwischen Anwar as-Sadat und Menachem Begin in Camp David im März 1979 zustande gekommen war.

Während des Libanonkriegs 2006 wurde Naharija von der Hisbollah mit Raketen beschossen. Im Januar 2009 wurde Naharija während des Gaza-Krieges erneut mit einigen Raketen beschossen. Die Hisbollah bestritt eine Verwicklung, militante autonome Palästinensergruppierungen im Libanon sollen verantwortlich dafür sein.

Heute ist Naharija ein gern besuchter Badeort. Die Innenstadt liegt am Flüsschen Ga'aton, das in der Stadt kanalisiert ist und von einer Allee gesäumt wird. Von touristischem Interesse sind in der Umgebung vor allem die nahe gelegenen Kreidefelsen von Rosch haNikra an der libanesischen Grenze und die Stadt Akko einige Kilometer südlich.

Als ausgewiesener Naharija-Experte gilt der deutsche Historiker Klaus Kreppel, auf dessen Veröffentlichungen im Literaturverzeichnis hingewiesen wird.



Partnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Städtepartnerschaften

Städtefreundschaft

Schulpartnerschaft



Shne und Tchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Klaus Kreppel: Wege nach Israel. Gesprche mit deutschsprachigen Einwanderern in Nahariya. Westfalen-Verlag, Bielefeld 1999, ISBN 3-88918-097-3.
  • Klaus Kreppel: Israels fleiige Jeckes. Zwlf Unternehmerportraits deutschsprachiger Juden in Nahariya. Westfalen-Verlag, Bielefeld 2002, ISBN 3-88918-101-5.
  • Klaus Kreppel: Nahariyya ? das Dorf der ?Jeckes?. Die Grndung der Mittelstandssiedlung fr deutsche Einwanderer in Eretz Israel 1934/35. The Open Museum, Tefen 2005, ISBN 965-7301-01-7.
  • Klaus Kreppel: Nahariya?s Early Years 1934?1949 The historical introduction and the prefaces to the 15 categories were written by the historian Dr. Klaus Kreppel from Bielefeld. (rutkin.info).
  • Klaus Kreppel: Nahariyya und die deutsche Einwanderung nach Eretz Israel. Die Geschichte seiner Einwohner von 1935 bis 1941. The Open Museum, Tefen 2010, ISBN 978-965-7301-26-5.
  • Klaus Kreppel: Nahariyya Moshewet haYekkim. Sippur Dor HaMeyassdim 1935?1941. The Open Museum, Tefen 2011, ISBN 978-965-7301-32-6.


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?http://www.cbs.gov.il/ishuvim/reshimalefishem.pdf abgerufen am 3. Mrz 2017
  2. ?Michael Neuberger: Nahariya: Haus fr Haus. In: MB Yakinton. Tel Aviv Januar 2011. Jg. 79, Nr. 244, S. 13?14. Ebenfalls: Michael (Mucky) Neuberger: Nahariya: Haus fr Haus. In: irgun-jeckes.org. Archiviert vom Original am 23.Januar 2015, abgerufen am 23.Januar 2015.
  3. ?Offenbach und seine Partnerstdte. Auf: offenbach.de, abgerufen am 29. April 2016.

Strand in Naharija, links unter der Brücke mündet der Fluss Ga'aton ins MittelmeerBild: DatafoxLizenz: CC-BY-SA-3.0-migrated
Bild: Datafox

Naharija (hebräischנהריה [naha'rija], arabisch نهاريا, DMGNahārīyā; Alternativschreibweise Nahariya bzw. Nahariyya) ist eine Stadt am Mittelmeer nördlich von Haifa im Nordbezirk Israels mit 54.305 (Stand 2015) Einwohnern.

mehr zu "Naharija" in der Wikipedia: Naharija

Geboren & Gestorben

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Gestorben: Samir Kuntar stirbt in Dscharamana, Syrien. Samir Kuntar war ein libanesischer Druse , verurteilter mehrfacher Mörder und Mitglied der Terrororganisationen Palästinensische Befreiungsfront (PLF) und Hisbollah. 1979 führte er einen Überfall der PLF auf die israelische Küstenstadt Naharija an, bei dem drei Zivilisten, darunter zwei Mädchen im Alter von zwei und vier Jahren, und zwei Polizisten getötet wurden. Er wurde dafür zu einer vierfach lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt. 2008 wurde er gegen die sterblichen Überreste zweier israelischer Soldaten, die von der Hisbollah zu Beginn des Zweiten Libanonkrieges verschleppt worden waren, ausgetauscht. Kuntar organisierte später für die Hisbollah deren Aktivitäten an der syrischen Grenze zu Israel und wurde am 19.?Dezember 2015 in der Nähe von Damaskus bei einem Luftangriff getötet.
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Geboren: Gai Assulin wird in Naharija geboren. Gai Assulin ist ein israelischer Fußballspieler. Er hat aufgrund seiner langen Aufenthaltszeit in Spanien auch einen spanischen Pass. Der offensive Mittelfeldspieler ist der jüngste Spieler, der jemals für die israelische Nationalmannschaft gespielt hat.
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Geboren: Gilad Schalit wird in Naharija, Israel geboren. Gilad Schalit ist ein ehemaliger israelischer Soldat im Range eines Oberfeldwebels (Rav-Samal) aus Mitzpe Hila in West-Galiläa. Er wurde am 25. Juni 2006 durch militante Mitglieder der Hamas in Israel entführt und anschließend über die Demarkationslinie an einen unbekannten Ort im Gazastreifen gebracht, wo er über fünf Jahre verbrachte, bis er am 18. Oktober 2011 im Rahmen eines Gefangenenaustausches befreit wurde.
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Gestorben: Jakob Steinhardt stirbt in Naharija, Israel. Jakob Steinhardt war ein deutsch-israelischer expressionistischer Maler und Grafiker.
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Geboren: Samir Kuntar wird in Aabey, Libanon geboren. Samir Kuntar ist ein libanesischer Druse und war Mitglied der Terrororganisation Palästinensische Befreiungsfront (PLF). Er war Anführer eines vierköpfigen, offenbar von Abu Abbas entsandten PLF-Kommandotrupps bei einem Überfall am Sonntag, dem 22. April 1979 auf die israelische Küstenstadt Naharija, bei dem drei Zivilisten, darunter zwei Mädchen im Alter von zwei und vier Jahren, und zwei Polizisten getötet wurden. Gemäß Anhängern Kuntars seien bei der Aktion, die militärischen Zielen gegolten haben soll, fünf Israelis getötet und zwölf weitere verletzt worden. Er wurde von einem Zivilgericht in Tel Aviv wegen Mordes und Terrorismus zu einer vierfach lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt. In Vorbereitung eines Gefangenenaustausches wurde Kuntar von Israels Staatspräsident Schimon Peres zunächst begnadigt. Am 16. Juli 2008 erfolgte dann der Austausch gegen die sterblichen Überreste von Ehud Goldwasser und Eldad Regev, die von der Hisbollah zu Beginn des Zweiten Libanonkrieges gefangen genommen wurden.

Partnerschaften

1988

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Deutschland? Gymnasium Heepen in Bielefeld mit Amal-Schule in Naharija, seit

1980

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Deutschland? Bielefeld, Deutschland, seit

1970

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Deutschland? Bezirk Tempelhof-Schöneberg, Berlin, Deutschland, seit

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