Nationalsozialismus

Der Nationalsozialismus ist eine radikal antisemitische, rassistische, antikommunistische und antidemokratische Ideologie. Seine Wurzeln hat er in der völkischen Bewegung, die sich etwa zu Beginn der 1880er Jahre im deutschen Kaiserreich und in Österreich-Ungarn entwickelte. Ab 1919, nach dem Ersten Weltkrieg, wurde er zu einer eigenständigen politischen Bewegung im deutschsprachigen Raum. Diese strebte wie der 1922 in Italien zur Macht gelangte Faschismus einen autoritären Führerstaat an, unterschied sich aber von ihm durch den extremen Antisemitismus.

Die 1920 gegründete Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) gelangte unter Adolf Hitler am 30. Januar 1933 in Deutschland zur Macht, wandelte die Weimarer Republik durch die „Gleichschaltung“ in eine Diktatur um und löste ab 1939 mit dem Überfall auf Polen den Zweiten Weltkrieg aus. In dessen Verlauf verübten die Nationalsozialisten und ihre Helfer zahlreiche Kriegsverbrechen und Massenmorde, darunter den Holocaust an etwa sechs Millionen europäischen Juden (1941–1945). Die Zeit des Nationalsozialismus endete mit der bedingungslosen Kapitulation der Wehrmacht am 8. Mai 1945.

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Würdigungen

1892

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wurde in Hannover eine um 1845 als Teil der Straße Am Bahnhofe entstandene Straße zu Ehren des Komponisten umbenannt in Joachimstraße (die in der NS-Zeit von 1935 bis 1945 umbenannt war in Thielenstraße). (Joseph Joachim)

Bekannte Schüler

1910

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Gustaf Braun von Stumm, Jurist und Diplomat in der Zeit des Nationalsozialismus, Abitur (Ludwigsgymnasium (Saarbrücken))

Prominente Anwohner

1898

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Ceciliengärten 27: Als einer der prominentesten und bedeutendsten Anwohner der Siedlung arbeitete und lebte von 1929 bis 1933 der Maler und Grafiker Hans Baluschek im Atelierturm an der Semperstraße, in dem er eine „Ehrenwohnung“ hatte. Er musste hierfür keine Miete entrichten und konnte seinen künstlerischen Neigungen unbeschwert nachgehen. Baluschek wurde vornehmlich durch realistische Darstellungen des sozialen Lebens bekannt und illustrierte unter anderem Werke von Gerhart Hauptmann und Richard Dehmel. Später wurde er auch als Verfasser eigener Novellen bekannt (beispielsweise Spreeluft, 1913). Er war Mitbegründer der Berliner Secession und des Bundes proletarisch revolutionärer Schriftsteller (1919). Baluschek leitete die Große Berliner Kunstausstellung und war Vorsitzender der Schöneberger Kunst-Deputation. Als marxistisch und politisch unzuverlässig verfemt, legte er nach der „Machtergreifung“ der Nationalsozialisten 1933 alle Ämter nieder. An ihn erinnert in der Semperstraße? 1 eine im Jahr 1981 enthüllte Gedenktafel, die neben dem Text eine Straßenszene in der für Baluschek typischen Art zeigt

Geschichte > Übersicht

1933

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Gleichschaltung durch die Nationalsozialisten (Deutscher Werkbund)

Wirtschaft

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In Deutschland erlassen die Nationalsozialisten das Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit. In den Wirtschaftsunternehmen wird damit das Führerprinzip eingeführt. Ihrem Vorgesetzten gegenüber werden Mitarbeiter zu absolutem Gehorsam verpflichtet.
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Die Nationalsozialisten richten in Deutschland ein Amt für Schönheit der Arbeit ein. Es kümmert sich um die Schaffung von Kantinen, Aufenthaltsräumen, Werksbibliotheken sowie Sport- und Sanitäranlagen durch Unternehmen. Sie werden außerdem angehalten, sportliche und kameradschaftliche Betriebsveranstaltungen durchzuführen.

Geschichte > Neuzeit > 20. Jahrhundert

1933

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Am 10. Mai fanden im nationalsozialistischen Deutschland im Zuge einer Aktion wider den undeutschen Geist der Deutschen Studentenschaft Bücherverbrennungen statt, wobei in 22 Universitätsstädten, beginnend mit dem Opernplatz in Berlin, öffentlich zehntausende Bücher von jüdischen, marxistischen und pazifistischen Schriftstellern konfisziert und verbrannt wurden. Im Juni und in den Monaten danach folgten zahlreiche weitere Aktionen. Die Inszenierung und das Kultisch-Rituelle, das Systematische der Durchführung haben diesem Autodafé den Rang der Einmaligkeit in der Kontinuität der geschichtlichen Reihe von der Antike bis zur jüngsten Gegenwart gegeben.




Bücherverbrennung im Rahmen der Aktion wider den undeutschen Geist


? Hauptartikel: Bücherverbrennung in Deutschland? und Liste der verbrannten Bücher

Änderungen seit 1920 > Bezirksgrenzen und -benennungen

1934

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Umbenennung Friedrichshain zu Horst-Wessel-Stadt (nach dem NS-„Märtyrer“ Horst Wessel) (Groß-Berlin)

Gesellschaft & Soziales

1935

Gesellschaft:
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22.-27. Mai: In der Kölner Narrenrevolte widersetzt sich der organisierte Kölner Karneval erfolgreich der Gleichschaltung der Karnevalsfeierlichkeiten, die durch die Angliederung an die NS-Organisation Kraft durch Freude (KdF) geplant war.

Schweiz

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Gustloff-Affäre: Wilhelm Gustloff, Landesgruppenleiter in der NSDAP-Auslandsorganisation in der Schweiz, wird von dem jüdischen Medizinstudenten David Frankfurter erschossen, woraufhin Gustloff von den Nationalsozialisten zum „Blutzeugen“ hochstilisiert wird.

Europa

Europa vor dem Krieg:
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Die Nationalsozialisten verleihen erstmals das mit kleinen Vorteilen verbundene Mutterkreuz. Sie versprechen sich von diesem Verdienstorden eine höhere Gebärfreudigkeit.

Übersichten in Listenform > Geschichte

1942

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Wannseekonferenz (nach dem Zweiten Weltkrieg geprägter Begriff) in der ehemaligen Villa Marlier, veranstaltet von den Nazis zur Planung der sogenannten „Endlösung der Judenfrage“ (Berlin-Wannsee)

Auflage

1981

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140? 429 (Dagbladet (Norwegen))

Politik & Weltgeschehen

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Klaus Barbie, früherer Gestapo-Chef in Lyon und ein als Schlächter von Lyon bezeichneter NS-Kriegsverbrecher, wird in Bolivien festgenommen, wo er als Klaus Altmann lebte.
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: In einer Volksabstimmung in Belgien, die wegen seines unklaren Verhältnisses zum Nationalsozialismus während des Zweiten Weltkriegs abgehalten wird, sprechen sich 57,6? % der Bevölkerung für die Rückkehr von Leopold III. als König aus. (12. März)
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Weitere Ereignisse weltweit: Durch das Kontrollratsgesetz Nr. 2 des Alliierten Kontrollrats werden alle NS-Organisationen aufgelöst, Neugründungen verboten und das vorhandene Eigentum beschlagnahmt.
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Zweiter Weltkrieg: Die nationalsozialistische Führung erlässt eine Polizeiverordnung, die das Tragen des „Judensterns“ ab dem 19. September für alle Juden im Deutschen Reich ab dem sechsten Lebensjahr verbindlich macht. Das Abzeichen besteht aus zwei gelben Stoffdreiecken, die in Form eines sechszackigen Davidsterns übereinander genäht werden, und trägt in schwarzen Buchstaben die Aufschrift „Jude“. Der Stern muss „deutlich sichtbar“ und „fest an der linken Brustseite des Kleidungsstücks angenäht“ getragen werden. Auch zu Hause müssen Juden den „Judenstern“ tragen, wenn sie jemandem die Haustür öffnen. - Polizeistreifen kontrollieren willkürlich auf der Straße, ob das Abzeichen auch fest genug angenäht ist. Zuwiderhandlungen können eine Einweisung in ein Konzentrationslager (so genannte „Schutzhaft“) nach sich ziehen. In der Folgezeit werden weitere diskriminierende Verordnungen gegen die Juden erlassen, so z. B. das Verbot, das Weichbild des Heimatortes zu verlassen. - In den besetzten polnischen Gebieten (so genanntes „Generalgouvernement“) wurde die Kennzeichnungspflicht für Juden durch die deutsche Besatzungsmacht schon 1939 eingeführt und bestand in einer weißen Armbinde mit blauem Stern.
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Zweiter Weltkrieg: In der Sonderaktion Prag schließen die Nationalsozialisten alle Einrichtungen des tschechischen Hochschulwesens im Protektorat Böhmen und Mähren. Die Polizei erschießt neun der Rädelsführerschaft bei Demonstrationen verdächtigte Studenten.

Träger der Theodor-Heuss-Medaillen

1986

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Arbeitsgemeinschaft Juden und Christen beim Deutschen Evangelischen Kirchentag (Abbau gegenseitiger Vorurteile im deutsch-jüdischen Verhältnis), Tadeusz Szymanski (Einsatz als Betreuer und Gesprächspartner für Besuchergruppen im ehemaligen Konzentrationslager Auschwitz), Förderverein Internationale Jugendbegegnungsstätte Dachau e.V. (Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus), Hartmut Peters und das Schüler-Lehrer-Projekt „Juden besuchen Jever“ (deutsch-jüdische Aussöhnung am Beispiel der Heimatstadt), Erwin Essl (deutsch-sowjetische Zusammenarbeit), Eilert Tantzen (Theodor-Heuss-Stiftung)

Reisen & Expeditionen

1987

Watch List zur Einreise in die USA:
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wurde der frühere Generalsekretär der UNO und damalige österreichische Bundespräsident Kurt Waldheim im Zusammenhang mit behaupteter Mitwisserschaft oder gar Mittäterschaft an Nazi-Kriegsverbrechen während des Zweiten Weltkrieges auf die Watch List gesetzt (siehe Waldheim-Affäre). Dies machte das ganze Verfahren unter diesem Ausdruck vor allem in Österreich bekannt.

Rundfunk, Film & Fernsehen

1991

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Film: Pappa ante Portas mit Loriot und Evelyn Hamann als Kurt (Hans-Günter Martens)

1984

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Film: Le scénario défendu (TV) (Anne-Marie B.)
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Rundfunk: Die Ö3-Sendung Die Musicbox sendet eine von Wolfgang Kos und Joachim Riedl gestaltete Ausgabe unter dem Titel Rockmusik und Faschismus. Auslöser ist das von Joachim Fests 1973 erschienene Hitlerbiographie losgetretene Interesse an der Zeit des Nationalsozialismus, vor allem aber das (bewusste) Spielen der frühen Punkbewegung in England mit Tabuthemen wie Faschismus und Holocaust.

1947

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Rundfunk: Im Amsterdamer Querido Verlag erscheint das im US-amerikanischen Exil entstandene Hauptwerk Theodor W. Adornos und Max Horkheimers, die Essaysammlung Dialektik der Aufklärung erstmals in deutscher Sprache. Eines der zentralen darin behandelten Probleme neben der Frage warum die Aufklärung nach Antisemitismus, Nationalsozialismus und Holocaust gescheitert ist, eine fundamentale Kritik der "Kulturindustrie".

1937

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Verfilmung: – Ein Volksfeind – Regie: Hans Steinhoff (nationalsozialistisch interpretiert)

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1997

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Preisträgerinnen und Preisträger: Interdisziplinäre Frauenforschungsgruppe Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück (IFFG): Birgit Bosold, Elisabeth Böhmer, Ina Eschebach, Ursula Fuhrich-Grubert, Sigrid Jacobeit, Johanna Kootz, Irmela von der Lühe, Claudia Ulbrich für die Etablierung einer geschlechterspezifischen Perspektive auf den Nationalsozialismus. (Margherita-von-Brentano-Preis)

1977

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Preisträger und ihre ausgezeichneten Werke: Paul Sauer für Württemberg in der Zeit des Nationalsozialismus (Schillerpreis der Stadt Marbach am Neckar)

1941

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Ehrung: Dietrich-Eckart-Preis für das Gesamtwerk, gemeinsam mit dem nationalsozialistischen Literaturhistoriker Adolf Bartels (Hans Baumann)

Großes Ehrenzeichen für Verdienste um die Republik Österreich

2003

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Paul Le Caër, französischer Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus und Überlebender des KZ Mauthausen (Liste der Träger des Ehrenzeichens für Verdienste um die Republik Österreich)

Kunst & Kultur

1998

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Kultur und Sehenswürdigkeiten > Gedenkstätten: wurde auf dem jüdischen Friedhof eine Gedenktafel für die verfolgten jüdischen Bürger der Stadt Vacha in der Zeit des Nationalsozialismus (1933-1945) errichtet.

1995

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Kultur und Sehenswürdigkeiten > Kunst im öffentlichen Raum: Auf dem Gelände des Rathauses in Leeste von Thomas Recker das Mahnmal Gegen das Vergessen (Ziegel, 1993) für alle Opfer des Nationalsozialismus; außerdem die Edelstahl-Skulptur Beeren von Katharina Franck und die Skulptur Figura (Schmiedeeisen, 2001) von Elsa Töbelmann und Henning Greve. (Weyhe)
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Ereignisse > Kultur: Im Hof der Hauptfeuerwache in Berlin-Kreuzberg werden tausende von den Nationalsozialisten als Entartete Kunst verfemte Kunstwerke aus öffentlichen Sammlungen verbrannt. (20. März)

1939

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Bildende Kunst: 20. März: Im Hof der Hauptfeuerwache in Berlin-Kreuzberg werden tausende von den Nationalsozialisten als Entartete Kunst verfemte Kunstwerke aus öffentlichen Sammlungen verbrannt.

1933

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Bedeutende Inszenierungen: – Auch im Theater in der Josefstadt inszenierte Reinhardt den Faust I in der Intendanzzeit seines Nachfolgers als Direktor Otto Preminger. Die Premiere war dort am 4.? September? . Die Realisierung seines Projekts Faust II wurde durch die Machtergreifung der Nationalsozialisten verhindert. (Faust. Eine Tragödie.)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2010

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Publikation: Ein Denkmal der Ehrenamtlichkeit. In: Streiter für die Rechte der Verfolgten der Nazidiktatur. Walter Sylten zum 80. Geburtstag. Freunde, Weg- und Zeitgenossen berichten über ihre Begegnungen. Hrsg. im Auftr. der Evangelische Hilfsstelle für ehemals Rasseverfolgte v. PD Dr. Hartmut Ludwig. Logos-Verlag, Berlin (Eckhard Steinhaeuser)

2005

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Bühnenbearbeitungen: Daniela Voss, Halle (Alice im Wunderland)

1989

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Werk > Sauers Naturführer: Frieder Sauer: Kriechtiere und Lurche im Mittelmeerraum.

1983

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Literatur: Marbach am Neckar: Die Ausstellung Klassiker in finsterer Zeit im Deutschen Literaturarchivs Marbach über die während der Zeit des Nationalsozialismus stattfindende Rezeption deutschsprachigen klassische Literatur findet regen Zuspruch.

1983

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Werk: Die Machtergreifung 1933 in Kaiserslautern. Ein Beitrag zum Werden des Nationalsozialismus in der Westpfalz mit den Städten Landstuhl, Pirmasens und Zweibrücken sowie ein Vergleich zu Neustadt/Weinstraße. Arbogast, Otterbach-Kaiserslautern (Heinz Friedel)

Tagesgeschehen

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Den Haag/Niederlande: Aufgrund der Staatenimmunität entscheidet der Internationale Gerichtshof, dass Deutschland vor ausländischen Gerichten nicht zu individuellen Entschädigungszahlungen an NS-Kriegsopfer verurteilt werden kann.
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Mainz/Deutschland: Am Standort des 1938 von den Nationalsozialisten zerstörten alten Gotteshauses wird die neue Synagoge eingeweiht.
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Karlsruhe/Deutschland: Das Bundesverfassungsgericht veröffentlicht eine Entscheidung zur Volksverhetzung. Nach diesem Beschluss vom 4. November 2009 ist der speziell auf den Nationalsozialismus bezogene § 130 Abs. 4 StGB mit der Garantie der Meinungsfreiheit in Art. 5 Grundgesetz zu vereinbaren.
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Berlin/Deutschland: Der Deutsche Bundestag hebt einstimmig alle Verurteilungen der Nationalsozialisten wegen „Kriegsverrates“ während des Zweiten Weltkrieges auf. Zehn Tage später wird das Gesetz auch vom Bundesrat ratifiziert.
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Mainz: Das ZDF zeigt den Zweiteiler Neger, Neger, Schornsteinfeger! über den kleinen schwarzen Jungen Hans-Jürgen Massaquoi der im Nationalsozialismus in Hamburg-Barmbek-Süd aufwächst.

"Nationalsozialismus" in den Nachrichten