Jungsteinzeit

Die Jungsteinzeit (fachsprachlich das Neolithikum, aus altgriech.νέοςneos ,neu, jung‘ und λίθοςlithos ,Stein‘) ist eine Epoche der Menschheitsgeschichte, deren Beginn wir in Mittel- und Westeuropa mit dem Übergang von Jäger- und Sammlerkulturen zu sesshaften Bauern mit domestizierten Tieren und Pflanzen definieren. Im Einflussbereich der ehemaligen Sowjetunion wurde und wird das Neolithikum durch die Gegenwart von Keramik und die Abwesenheit von Metallen definiert, was insbesondere bei Zitaten, z. B. aus David. W. Anthony, der dieser Praxis für die osteuropäischen Gebiete folgt, zu erheblichen Missverständnissen führt, da es sowohl „unser“ Mesolithikum, als auch „unser“ keramisches Neolithikum bedeuten kann.

Der Übergang zur neolithischen Wirtschaftsweise (fachsprachlich Neolithische Revolution oder Neolithisierung) vollzog sich weltweit unterschiedlich. Nomadische Lebensweise wurde im Zuge von Ackerbau und Viehhaltung gegen Sesshaftigkeit in Dorfgemeinschaften eingetauscht. Der Ackerbau schuf die Grundlage zu einer arbeitsteiligen Gesellschaft. Nahrungsproduktion und Vorratshaltung führten zu einer größeren Unabhängigkeit von der natürlichen Umwelt und bildeten die Basis für Bevölkerungswachstum. Dieser Prozess vollzog sich vor etwa 12.000 Jahren erstmals im Gebiet des Fruchtbaren Halbmonds, vor allem an den Südrändern von Taurus- und Zagrosgebirge. Noch bevor der dörfliche Hausbau aus Holz oder Stein archäologisch belegt ist, gab es in dieser Region bereits monumentale Tempelanlagen, wie auf dem Göbekli Tepe oder in Nevalı Çori (Südosttürkei).

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: James Mellaart stirbt. James Mellaart war ein britischer Prähistoriker, der besonders durch seine Arbeit am neolithischenTell von Çatalhöyük in der Türkei bekannt wurde.
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Gestorben: Paul Grimm stirbt in Berlin. Paul Grimm war ein deutscher Prähistoriker, der auch Wegbereiter einer Archäologie des Mittelalters, vor allem der Wüstungs- und Burgenforschung, war. Grimm arbeitete vor allem in Mitteldeutschland über verschiedene Perioden, so stammen von ihm die Bezeichnungen Baalberger Kultur und Salzmünder Kultur für zwei wichtige Fundgruppen des Neolithikums. Seine flächendeckenden Grabungen in Hohenrode und Tilleda sind richtungweisende Meilensteine in der Geschichte der deutschen Archäologie.
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Gestorben: Karl Wilhelm Struve stirbt in Schleswig. Karl Wilhelm Struve war ein deutscher Vor- und Frühgeschichtler, der sich um die Erforschung der jungsteinzeitlichen und slawischen Vergangenheit Schleswig-Holsteins und insbesondere der von den Wagriern aus dem Stammesverband der Abodriten hinterlassenen Ringwälle in Ostholstein verdient gemacht hat.
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Geboren: James Mellaart wird in London geboren. James Mellaart war ein britischer Prähistoriker, der besonders durch seine Arbeit am neolithischenTell von Çatalhöyük in der Türkei bekannt wurde.
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Geboren: Karl Wilhelm Struve wird in Elmshorn geboren. Karl Wilhelm Struve war ein deutscher Vor- und Frühgeschichtler, der sich um die Erforschung der jungsteinzeitlichen und slawischen Vergangenheit Schleswig-Holsteins und insbesondere der von den Wagriern aus dem Stammesverband der Abodriten hinterlassenen Ringwälle in Ostholstein verdient gemacht hat.

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