Norddeutscher Bund

Der Norddeutsche Bund vereinte von 1866 bis 1871 alle deutschen Staaten nördlich der Mainlinie unter preußischer Führung. Er wurde als der seinerzeit erste föderativ organisierte deutsche Staat zur geschichtlichen Vorstufe der mit der Reichsgründung verwirklichten deutschen Nationalstaatsbildung. Der ursprünglich 1866 als Militärbündnis angelegte Bund wandelte sich mit der Verfassungsgebung am 1. Juli 1867 zum ersten deutschen Bundesstaat.

Die Verfassung des Norddeutschen Bundes entsprach weitestgehend der des Kaiserreichs von 1871: Einem vom Volk gewählten Reichstag stand ein Bundesrat gegenüber, der die Regierungen der Mitgliedsstaaten (meist Herzogtümer) vertrat. Zur Verabschiedung von Gesetzen mussten beide zustimmen. Oberhaupt des Bundes war der preußische König als Inhaber des Bundespräsidiums. Verantwortlicher Minister war der Bundeskanzler. Der konservative preußische Ministerpräsident Otto von Bismarck war der erste und einzige Kanzler in den wenigen Jahren des Norddeutschen Bundes.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Otto von Bismarck stirbt in Friedrichsruh bei Hamburg. Otto Eduard Leopold von Bismarck-Schönhausen, ab 1865 Graf, ab 1871 Fürst von Bismarck, ab 1890 Herzog zu Lauenburg war ein deutscher Politiker und Staatsmann. Von 1862 bis 1890 – mit einer kurzen Unterbrechung im Jahr 1873 – war er Ministerpräsident von Preußen, von 1867 bis 1871 zugleich Bundeskanzler des Norddeutschen Bundes sowie von 1871 bis 1890 erster Reichskanzler des Deutschen Reiches, dessen Gründung er maßgeblich vorangetrieben hatte.
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Gestorben: Günther von Bültzingslöwen stirbt in Berlin. Günther von Bültzingslöwen war ein deutscher Kaufmann, Delegierter des Roten Kreuzes, (Ehren)-Offizier der niederländischen Indien-Armee, Konsul des Norddeutschen Bundes und dann des Deutschen Reiches in Surabaya und nach seiner Rückkehr nach Deutschland Gutsherr auf Schloss Biesdorf.
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Gestorben: Franz August Mammen stirbt in Plauen. Franz August Mammen war ein deutscher Unternehmer und liberaler Politiker. Er war Mitglied der Frankfurter Nationalversammlung sowie Abgeordneter im Sächsischen Landtag und im Reichstag des Norddeutschen Bundes.
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Gestorben: Otto Bachmann (Schauspieler) stirbt in Hamburg, Norddeutscher Bund. Otto Bachmann war ein deutscher Theaterschauspieler.
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Gestorben: Franz Xaver Schnyder von Wartensee stirbt in Frankfurt am Main, Norddeutscher Bund. Franz Xaver Peter Joseph Schnyder von Wartensee war ein schweizerischer Komponist und Musikautor aus einer Luzerner Patrizierfamilie.

Persönlichkeiten > Söhne und Töchter der Stadt

1805

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Ludwig zu Solms-Hohensolms-Lich, Jurist, Präsident der Ersten Kammer des Landstände des Großherzogtums Hessen, Marschall des Provinziallandtages der preußischen Rheinprovinz, Preußischer Staatsrat und Abgeordneter des Norddeutschen Bundes.

Deutscher Bund / Italien

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Friedensvertrag zwischen Königreich Preußen und Großherzogtum Hessen: Reparationen, Gebietsabtretung und Regelung der künftigen Beziehungen Hessens zum Norddeutschen Bund

Norddeutscher Bund

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Die Verfassung des Norddeutschen Bundes tritt in Kraft. Otto von Bismarck wird Reichskanzler.

Verwaltungsstruktur der sächsischen Armee > 1800–1866

1831

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wurden die Geheime Kriegskanzlei und der General-Kommando-Stab der Armee zusammengelegt und das Kriegsministerium gegründet. Die Umorganisation der sächsischen Armeeverwaltung dauerte bis in das Jahr 1849 an. Ab diesem Jahr war das Kriegsministerium die oberste Verwaltungsinstanz des Heeres in Sachsen. Der königliche Generalstab wurde nur als Abteilung innerhalb des Generalkommandos erhalten. Ebenfalls wurden dem Kriegsministerium die Militärjustiz und die Militärbeschwerdeinstanz unterstellt. Die Militär- und Kommandoangelegenheiten, welche bisher der Geheime Rat behandelt hatte, wurden alle vom Kriegsministerium übernommen. Bis zum Übergang in den Norddeutschen Bund war das Kriegsministerium auch die oberste Kommandobehörde der sächsischen Armee. Militärische Anweisungen des Königs, des nominellen Oberbefehlshabers der Armee, mussten vom Kriegsminister ausgegeben werden.
Die Aufgaben des Kriegsministeriums waren folgende (Sächsische Armee)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

Literatur:
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Durch Gesetz des Norddeutschen Bundes werden alle literarischen Werke gemeinfrei, deren Verfasser vor 30 oder mehr Jahren verstorben sind.

Ämter

1869

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Teilnehmer an Verhandlungen in Berlin über die Feststellung der Ausführungsbestimmungen der Maß- und Gewichtsordnung für den Norddeutschen Bund (Georg Repsold)

Religion

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Gleichberechtigung der Konfessionen im Norddeutschen Bund

Politik & Weltgeschehen

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Deutsch-Französischer Krieg & Deutsche Reichseinigung: Im Vertrag von Versailles tritt das Königreich Bayern zur Gründung des Kaiserreichs dem Norddeutschen Bund bei, handelt aber Reservatrechte aus. Die Novemberverträge gestatten ihm unter anderem eigenes Heer, eigenes Postwesen und eigene Eisenbahnen.
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Graf Otto von Bismarck legt dem Reichstag des Norddeutschen Bundes den Entwurf der Bundesverfassung zur Beratung vor. (4. März)
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Ereignisse > Politik und Weltgeschehen: Nach der Gründung des Norddeutschen Bundes wird nach allgemeinem Wahlrecht ein konstituierender Reichstag gewählt. Die Mehrheit nach der Reichstagswahl Februar stellt die Nationalliberale Partei zusammen mit den liberal-konservativen Freikonservativen. (12. Februar)

Europa

1871

Ereignisse > Europa:
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wurde in der Folge der deutschen Einigungskriege, zuletzt nach dem Sieg des von Preußen dominierten Norddeutschen Bundes über Frankreich, das Deutsche Kaiserreich unter Kaiser Wilhelm I. als kleindeutsche Variante (ohne Österreich) ausgerufen. (19. Jahrhundert)

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