Olduvai-Schlucht

Die Olduvai-Schlucht (in der Landessprache eigentlich: Oldupai) liegt im Norden von Tansania und gilt – gemeinsam mit dem Afar-Dreieck in Äthiopien und Fundplätzen in der südafrikanischen Provinz Gauteng – als die „Wiege der Menschheit“. Sie ist Teil des Ostafrikanischen Grabenbruchs (auch Great Rift Valley genannt) und kann beschrieben werden als ein Canyon, der die östlichen Ebenen der Serengeti und die umliegenden Hänge des Grabenbruchs entwässert. Die Olduvai-Schlucht hat eine Länge von knapp 50 Kilometern und ist bis zu 100 Meter tief. International bekannt wurde die Schlucht durch den Fund zahlreicher pleistozäner Fossilien von Hominiden sowie durch besonders alte Steinzeitwerkzeuge, genannt Oldowan.

Durch ablaufendes Regenwasser wurde nicht nur die Schlucht geformt, sondern es wurde über Hunderttausende von Jahren auch die gesamte Erdoberfläche im Umkreis der Schlucht allmählich abgetragen. Die seit Millionen Jahren dort lagernden versteinerten Überreste unterschiedlichster Tierarten liegen daher heute an vielen Stellen offen an der Oberfläche, u. a. riesige Verwandte unserer heutigen Schafe und Schweine. Dies veranlasste seit ihrer „Entdeckung“ durch europäische Forscher zu Beginn des 20. Jahrhunderts immer wieder Forschergruppen, dort gezielt nach Tierfossilien und bald auch nach Überresten früher Vormenschen-Arten zu suchen. Angeregt durch den Fund eines dreizehigen Urpferds (Hipparion) durch den deutschen Neurologen Wilhelm Kattwinkel (1866–1935) im Jahr 1911 besuchte 1913 Hans Reck die Schlucht und entdeckte Teile eines rund 20.000 Jahre alten Skeletts von Homo sapiens (Archivnummer OH 1 = Olduvai hominid 1). Aber erst Louis Leakey und seiner Frau Mary sowie deren Sohn Jonathan gelangen ab 1931 tatsächlich sensationelle Funde: zunächst zahlreiche primitive Steinwerkzeuge, die heute als Oldowan bezeichnet werden, 1935 mit OH 2 ein Hominini-Fossil (eine Schädeldecke) und später diverse Funde u. a. von Paranthropus boisei, Homo habilis und Homo erectus.

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Wissenschaft & Technik

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Mary Leakey findet in der tansanischenOlduvai-Schlucht Reste eines uralten Schädels. Die als Paranthropus boisei bezeichnete Primatenart gilt als der bislang älteste bekannte Vorfahre des Menschen.

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