Orient-Express

Der Orient-Express war ursprünglich ein nur aus Schlaf- und Speisewagen zusammengesetzter Luxuszug der Compagnie Internationale des Wagons-Lits (CIWL), der erstmals am 5. Juni 1883 zwischen Paris und Giurgiu verkehrte. Von Giurgiu bestand Anschluss mit Fähre, einem Zug der Orientbahn und schließlich einem Linienschiff bis nach Konstantinopel (seit 1930 Istanbul). Ab 1890 verkehrte der Orient-Express nach Fertigstellung der letzten Lücken im Schienennetz durchgehend von Paris über Wien und Budapest abwechselnd über Sofia bis Konstantinopel und über Bukarest bis Constanța. Der oft als König der Züge und Zug der Könige bezeichnete Zug war Kernelement eines ganzen Systems von Luxuszügen, die vor allem der Verbindung von Paris und den Kanalhäfen mit verschiedenen Zielen in Mittel- und Osteuropa sowie auf dem Balkan dienten. Während des Ersten Weltkriegs eingestellt, kehrte der Orient-Express in der Zwischenkriegszeit auf seinen alten Laufweg nach Bukarest zurück, die Hauptfunktion der Verbindung zwischen Paris und Istanbul übernahm allerdings der mit ihm durch Kurswagenläufe verflochtene Simplon-Orient-Express über Mailand, Triest und Belgrad, der oft ebenfalls als Orient-Express bezeichnet wurde.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurden der Orient-Express wie auch der Simplon-Orient-Express mit Abschaffung der Zuggattung der Luxuszüge und der Aufnahme reiner Sitzwagen zu normalen Schnellzügen. Die letzte durchgehende, zuletzt als Direct-Orient bezeichnete Verbindung zwischen Paris und Istanbul wurde schließlich 1977 eingestellt. Der Orient-Express verkehrte in der Zeit des Eisernen Vorhangs von Paris weiter über München nach Wien und von dort bis Bukarest, zeitweise auch nur bis Budapest. Ab 2002 als Nachtzug auf die Strecke Paris–Wien beschränkt, verkehrte der Orient-Express seit Juni 2007 weiter verkürzt auf der Strecke Straßburg–Wien. Diese Zugverbindung wurde mit dem Fahrplanwechsel Dezember 2009 eingestellt; nach 126 Jahren war dies das Aus für den Orient-Express als fahrplanmäßigen Zug.

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Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1876

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Gründung: Die Compagnie Internationale des Wagons-Lits (kurz: CIWL, auch CWL, deutsch ISG, Internationale Schlafwagen-Gesellschaft) ist das älteste europäische Unternehmen zum Betrieb von Schlafwagen, Speisewagen und Luxuszügen. Nach ihrer Gründung 1872 bzw. 1876 entwickelte sich die CIWL zum größten Anbieter von Schlaf- und Speisewagendiensten in Europa. Ab 1881 führte sie zudem eigene Luxuszüge ein, zu den bekanntesten zählen der Orient-Express und der Train Bleu. Über Europa hinaus wurde die CIWL auch in Afrika und Asien aktiv. Mit 2268 Wagen erreichte sie 1931 ihren größten Fahrzeugbestand und war nach der Übernahme von Thomas Cook and Son der weltweit größte Touristikkonzern.

Wirtschaft

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Die offizielle Einweihungsfahrt des Orient-Express -nach dem ersten Zugstart am 5. Juni -beginnt im Pariser Bahnhof Gare de l’Est. Der initiierende belgische Reiseunternehmer Georges Nagelmackers hat auch Journalisten eingeladen. In der Folge profitiert sein Unternehmen Compagnie Internationale des Wagons-Lits, das Schlaf- und Speisewagen betreibt, von Berichten über die Reise.
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Der erste Orient-Express startet vom Pariser Ostbahnhof zur Fahrt nach Warna am Schwarzen Meer, wo die Reisenden ein Schiff nach Konstantinopel nehmen können.

Europa

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Nach dem Bekanntwerden eines tödlichen Pestfalles in Konstantinopel (heute Istanbul) wird der Personen- und Güterverkehr zwischen Rumänien und dem Osmanischen Reich vorläufig eingestellt. Auch der Orient-Express verkehrt nicht mehr. In den folgenden Wochen häufen sich weltweit Meldungen über Pestfälle in Hamburg, Kingston upon Hull und Kapstadt.

Höhepunkte

1991

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Verschwindenlassen eines 70 Tonnen schweren Waggons des Orient-Express (David Copperfield (Magier))

1991

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Verschwindenlassen eines 70 Tonnen schweren Waggons des Orient-Express (David Copperfield (Zauberkünstler))

Rundfunk, Film & Fernsehen

2000

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Film: Der Film Träume auf Rädern -Orient-Express ist eine deutsche Dokumentation, die den Venice Simplon-Orient-Express während seiner Fahrt von Boulogne nach Venedig, von Venedig nach Prag und zurück nach Paris zeigt. Der Film beschäftigt sich mit dem Zug aus der Perspektive der in und um ihn herum Beschäftigten und einer Reisenden.

Stab:
Regie: Hannelore Conradsen Dieter Köster
Drehbuch: Hannelore Conradsen
Dieter Köster
Produktion: Hannelore Conradsen für die ARD
Kamera: Hans Evert Vennegeerts, Dieter Köster
Schnitt: Matthias Remski, Dieter Köster
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Rundfunk: − Im Deutschen Fernsehen ist Orientexpress erstmals in deutscher Erstausstrahlung zu sehen.

"Orient-Express" in den Nachrichten