Ortstafel (Deutschland)

Zeichen 310Ortstafel (Vorderseite),Beispieltafel der StVO; „Ortseingang“ Wilster
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Zeichen 311Ortstafel (Rückseite),Beispieltafel der StVO „Ortsausgang“ Wilster, Richtung Schotten (Entfernung: 6 km)
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Die Ortstafel (umgangssprachlich auch Ortsschild) in Deutschland bezeichnet den Beginn oder das Ende einer Ortschaft und ist meistens an ein- und ausfallenden Straßen des Ortsgebiets aufgestellt. Die Tafeln informieren zum einen über den Ortsnamen, außerdem sind sie als Verkehrszeichen ein wesentlicher Bestandteil des Straßenverkehrsrechts, beispielsweise für den Beginn von Geschwindigkeitsbeschränkungen innerhalb einer geschlossenen Ortschaft. Dementsprechend gilt die Rückseite der Ortstafel als Hinweis darauf die Beschränkungen wieder aufzuheben. Oftmals beginnt und endet die Unterhaltungslast für eine Straße auch an der Ortsausgangstafel.



Inhaltsverzeichnis



Zeichenarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortstafeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die mit der Reichs-Straßenverkehrs-Ordnung vom 28. Mai 1934 erstmals deutschlandweit einheitlich geregelten Tafeln sind heute nach Anlage 3 zu § 42 Abs. 2 StVO die Verkehrszeichen 310 und 311. Sie sind ohne Rücksicht auf Gemeindegrenze und Straßenbaulast dort anzubringen, wo ungeachtet einzelner unbebauter Grundstücke die geschlossene Bebauung auf einer der beiden Seiten der Straße beginnt oder endet.

Ortstafeln geben neben dem Namen der Ortschaft auch Verwaltungszugehörigkeiten wie den Gemeindenamen sowie den Landkreis an. Sie markieren den Beginn der geschlossenen Ortschaft. Oft werden Stadtnamen auf Ortstafeln mit einer Zusatzbezeichnung für die Stadt wie Kreisstadt, Große Kreisstadt, Universitätsstadt, Landeshauptstadt oder im Falle von Bonn Bundesstadt versehen.

Die Ortsausgangstafeln sind seit 1976 in der Bundesrepublik Deutschland (BRD) in zwei Felder unterteilt. Das untere Feld nennt auf gelbem Grund den gerade endenden Ort. Dieser ist mit einer roten, diagonal verlaufenden Linie durchgestrichen. Darüber wird ebenfalls gelb unterlegt, der nächstfolgende Ort mit einer Entfernungsangabe in Kilometer angegeben. Seit 1992 gibt es eine zusätzliche Variante der Ortsausgangstafel. Der nächstfolgende Ort wird in einem weiß unterlegtem Feld angekündigt. Diese Tafeln werden aufgestellt, wenn der soeben durchfahrene Ort zur selben Gemeinde gehört wie der darauffolgende.

Die typographische Gestaltung wird aus der durch DIN 1451 definierten Schriftfamilie vorgenommen, die in ihrer aktuellen Version 1980 im Verkehrsblatt verkündet und 1981 veröffentlicht wurde.

Die Maße der Ortstafeln sind genormt. Grundsätzlich sind zwei Größen zugelassen: 900 × 600 Millimeter und 1200 × 850 Millimeter. In der Regel werden aus Kostengründen und wegen der geringeren Windanfälligkeit die kleineren Varianten verwendet, die größeren werden beispielsweise an Autobahnabfahrten installiert. Ortstafeln stehen nicht zwangsläufig an den Ortsgrenzen; sie sollen am Anfang bzw. Ende des bebauten Gebietes aufgestellt werden. Manche Orte sind trotz örtlichen Charakters nicht als innerörtlicher Bereich gekennzeichnet.

Die deutschen Ortstafeln modernen Typs haben im Laufe ihrer Geschichte mehrfach ihre typographischen Vorgaben, ihre Größe, Gestaltung und Farbgebung verändert. Da sich das Grundprinzip ihrer Optik jedoch durchgehend erhielt, ist der Wiedererkennungswert über Generationen hinweg stetig gewachsen. Bis in die 1960er Jahre wurden die Tafeln noch häufig von Schildermalern angefertigt und wiesen trotz eindeutiger gesetzlicher Vorgaben oft diverse Abweichungen auf. Dies änderte sich erst mit den immer schneller werdenden modernen Produktionsverfahren. Mit dem beginnenden Einsatz der Computertechnologie zur Herstellung der Verkehrszeichen in den 1970er Jahren wurde eine bis dahin nie erreichte Vereinheitlichung erzielt.

In der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) entwickelte sich das Erscheinungsbild der Ortstafeln mit leicht abweichender Farbgebung und Schriftausprägung optisch fast parallel zur westdeutschen Stilistik, auch wenn diese Neuerungen erst einige Jahre nach den entsprechenden Verordnungen in der Bundesrepublik Deutschland eingeführt wurden. So behielten die ostdeutschen Tafeln auch nach Einführung der westdeutschen Straßenverkehrs-Ordnung im Jahr 1971, die erstmals weitergehende Veränderungen an dem bisherigen Erscheinungsbild vornahm, bis 1977 noch ihr 1964 verordnetes Erscheinungsbild. Das gleiche lässt sich auch nach Einführung der BRD-Novelle von 1956 beobachten, als in Westdeutschland erstmals eine modernisierte Form der Ortstafel mit abgerundeten Ecken angeordnet wurde.

In der Deutschen Demokratischen Republik vollzogen die Verantwortlichen denselben Schritt erst mit der Straßenverkehrs-Ordnung von 1964. Die in der DDR aufgestellten TGL-Normen (Technische Normen, Gütevorschriften und Lieferbedingungen), die im Sektor der Verkehrszeichen besonders ab den 1960er Jahren wirksam wurden und die DIN-Normen ersetzen sollten, waren wesentlich häufiger Veränderungen unterworfen als die entsprechenden DIN-Normen im Westen. Insbesondere die teilweise relativ raschen Wechsel der optischen Erscheinungsbilder einiger wichtiger Verkehrszeichen und die schnellen Wechsel der TGL-Normschriften ließen Anspruch und Wirklichkeit im Straßenbild oftmals weit auseinanderklaffen. Erst mit der 1978 eingeführten DDR-StVO bei der erneut die Normschrift verändert wurde, konnte insbesondere bei den Ortstafeln bis 1990 eine tiefgreifende Vereinheitlichung erzielt werden.

Zweisprachig beschriftete Ortstafeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In einigen Landstrichen sind die Ortstafeln zweisprachig beschriftet, und zwar in Deutsch und

Mit der ab dem 1. Januar 1968 verbindlich gewordenen TGL 10629 wurden zweisprachige Ortstafeln für die von Minderheiten bewohnten Regionen in der Straßenverkehrs-Ordnung der DDR verankert.

In Schleswig-Holstein ist der Einsatz von zweisprachigen Tafeln am 12. Juni 2007 verordnet worden. Begünstigt wurde die Mehrsprachigkeit durch die Europäische Charta der Regional- oder Minderheitensprachen von 1992. Der Ortsname in der Minderheitensprache ist in Deutschland meist kleiner gesetzt. In Brandenburg müssen seit 2014 beide Namen in gleicher Schriftgröße angeführt werden.

Ortshinweistafeln und Ortsteiltafeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zeichen 385-50Ortshinweistafel
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Zeichen 313-50Ortsteiltafel einzeilig
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Ortshinweistafeln (Zeichen 385 nach Anlage 3 zu § 42 Abs. 2 StVO) sind seit Inkrafttreten der 1970 verkündeten Straßenverkehrs-Ordnung grüne Verkehrszeichen mit gelber Schrift und gelbem Rand. Sie dienen als Richtzeichen der Unterrichtung über die Namen von Ortschaften, falls keine Ortstafeln aufgestellt werden. Soweit Ansiedlungen keine geschlossenen Ortschaften im Sinne der Straßenverkehrs-Ordnung darstellen, dürfen solche Orte nicht mit einer Ortstafel ausgestattet werden. Um dennoch über den Ortsnamen zu informieren, kann eine Ortshinweistafel verwendet werden. Das tritt zumeist nur bei Orten auf, die kleiner als ein Dorf sind.

Neben diesen Ortshinweistafeln sind für die Ausweisung einzelner Stadtteile eigene Tafeln vorgesehen, die in schwarzer Schrift und schwarzer Umrahmung Auskunft geben.



Verkehrsregeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Innerhalb einer geschlossenen Ortschaft gelten besondere Verkehrsregeln. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit einige Beispiele:

  • Geschwindigkeitsbeschrnkung auf 50km/h fr alle Kraftfahrzeuge (siehe 3 Abs.3 Nr.1 StVO). Auer durch Zeichen274 sind hhere Hchstgeschwindigkeiten zugelassen (41 Anlage2 StVO).
  • Freie Fahrstreifenwahl fr Kraftfahrzeuge bis zu 3,5t zulssigem Gesamtgewicht auf Fahrbahnen mit mehr als einem markierten Fahrstreifen in der betreffenden Richtung, auer auf Autobahnen. Das Rechtsfahrgebot ist insoweit aufgehoben, auf dem rechten Fahrstreifen darf schneller als links gefahren werden (siehe 7 Abs.3 StVO).
  • Parkverbot 5m vor einem Andreaskreuz (Zeichen201 ) (siehe 41 Anlage2 StVO); demgegenber auerhalb geschlossener Ortschaften 50m.
  • Verbot des regelmigen Parkens mit LKW ber 7,5t zulssiges Gesamtgewicht in reinen und allgemeinen Wohngebieten sowie Kur- und Klinikgebieten (siehe Parkverbotsregelung, 12 Abs.3a StVO).
  • Beim Parken whrend der Dunkelheit gengen Parkleuchten (siehe 17 Abs.4 StVO).
  • Die Absicht des berholens darf nicht durch Hupe oder Lichthupe angekndigt werden (siehe 16 Abs.1 StVO).
  • Kein Parkverbot auf Vorfahrtsstraen (Zeichen 306 ) (42 Anlage3 StVO).


Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Schrift fr den Straenverkehr nach DIN 1451. In: Verkehrsblatt 1980, Nr. 124, S.400.
  2. ?Schrift fr den Straenverkehr nach DIN 1451. In: Verkehrsblatt 1981, Nr. 238, S.448.
  3. ?TGL 10 629, Blatt 3, Gruppe 717: Leiteinrichtungen fr den Straenverkehr - Verkehrszeichen - Symbole, Farbe, Schrift vom April 1967
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Die Ortstafel (umgangssprachlich auch Ortsschild) in Deutschland bezeichnet den Beginn oder das Ende einer Ortschaft und ist meistens an ein- und ausfallenden Straßen des Ortsgebiets aufgestellt. Die Tafeln informieren zum einen über den Ortsnamen, außerdem sind sie als Verkehrszeichen ein wesentlicher Bestandteil des Straßenverkehrsrechts, beispielsweise für den Beginn von Geschwindigkeitsbeschränkungen innerhalb einer geschlossenen Ortschaft. Dementsprechend gilt die Rückseite der Ortstafel als Hinweis darauf die Beschränkungen wieder aufzuheben. Oftmals beginnt und endet die Unterhaltungslast für eine Straße auch an der Ortsausgangstafel.

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1988

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Ortsausgangsschild, Berlin Hauptstadt der DDR

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