Pädagogik

Pädagogik (Wortbildung aus altgriechischπαιδαγωγικὴ τέχνη (paidagōgiké téchnē) = „Technik“, „Kunst“, „Wissenschaft“ der Kindesführung) und Erziehungswissenschaft sind Bezeichnungen für eine wissenschaftliche Disziplin, die sich mit der Theorie und Praxis von Bildung und Erziehung hauptsächlich von Kindern und Jugendlichen auseinandersetzt.

Die Unterscheidung der Bezeichnungen ist vornehmlich historisch zu betrachten: Nach heutigem Verständnis kommt der Erziehungswissenschaft die Doppelrolle zu, als Reflexionswissenschaft Bildungs- und Erziehungszusammenhänge zu erforschen, aber als Handlungswissenschaft auch Vorschläge zu machen, wie Bildungs- und Erziehungspraxis gestaltet und verbessert werden kann.



Geschichte




Die Pädagogik legitimierte sich lange Zeit über die Ausbildung des Nachwuchses an Lehrern und bezog ihre Kenntnisse vor allem aus Nachbardisziplinen, wie der Philosophie oder Theologie, der Psychologie oder Soziologie. Ernst Christian Trapp war 1779 der erste Gelehrte, der in Deutschland als Professor der Pädagogik berufen wurde. Die Unterscheidung der Bezeichnungen Pädagogik und Erziehungswissenschaft ist historisch bedingt. Pädagogik gilt als die traditionelle Bezeichnung, in Anklang an die in weiten Teilen überholte Geisteswissenschaftliche Pädagogik, die das Fach ausgehend von seiner Entstehung im 18. Jahrhundert bis zur Wende zw. dem 19. und 20. Jahrhundert gehabt hat. In den 1960er- und 1970er-Jahren setzte eine intensive Debatte über den wissenschaftstheoretischen Standort und die wissenschaftspolitische Verortung der Pädagogik ein. In der Diskussion standen insbesondere die seinerzeit vorherrschende Geisteswissenschaftliche Pädagogik und die mit ihr verbundenen Forschungsmethoden (Hermeneutik, Phänomenologie, Dialektik). Um die Hinwendung zu empirischen Forschungsmethoden kenntlich zu machen, hatte sich in den 1960er-Jahren alternativ der Begriff Erziehungswissenschaft durchgesetzt, seltener wird auch der Begriff Bildungswissenschaft bevorzugt. Die Pädagogische Anthropologie berücksichtigt hierbei, dass der Mensch als ein mit Freiheit grundsätzlich begabtes Wesen zu betrachten ist, das sich nicht durch geschickte Lehr- und Erziehungstechniken „herstellen“ lässt, sondern von Seiten der Lehrenden/Erziehenden lediglich angeregt und angeleitet werden kann, sich selbst zu bilden.Seit 1908 (Zulassung von Mädchen zum Abitur) wird Pädagogik / Erziehungswissenschaft auch an weiterführenden Schulen, zunächst am Lyceum, dann als Fach des Bereichs „Frauenschaffen“ (Erziehung im Nationalsozialismus) und heute als allgemeinbildendes Schulfach „Erziehungswissenschaft“ in der Oberstufe / Sek II des Gymnasiums in einigen Bundesländern (NRW, Hamburg, Brandenburg) unterrichtet. In einigen Bundesländern wird Pädagogik auch an Beruflichen Gymnasien, welche den Schwerpunkt Sozialpädagogik anbieten, als Profilfach (Pädagogik/Psychologie) erteilt. Schulischer Pädagogikunterricht hat also eine hundertjährige Tradition.

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Wissenschaft & Technik

1779

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Einrichtung des ersten deutschen Lehrstuhls für Pädagogik, eingenommen durch Ernst Christian Trapp an der Universität Halle.

Fakultäten

1954

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Pädagogik (Universität Teheran)

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2002

Auszeichnungen:
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erhielt sie die Ehrendoktorwürde des Fachbereichs Erziehungswissenschaften von der Universität Hannover. (Margot Käßmann)

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