Paläoklimatologie

Die Aufgabe der Paläoklimatologie besteht darin, anhand von Messungen, Analysen sowie Datenreihen aus sogenannten Klimaarchiven (Proxydaten) die klimatischen Verhältnisse der erdgeschichtlichen Vergangenheit in Form einer Klimageschichte zu rekonstruieren und die Mechanismen von Klimawandel-Ereignissen in den verschiedenen Erdzeitaltern zu entschlüsseln. Methodisch seit jeher ein Teilbereich der Historischen Geologie, weist sie jedoch auch Parallelen zur modernen, physikalisch geprägten Klimatologie auf. Als interdisziplinäre Wissenschaft, deren Anwendungsbereich nahezu die gesamte Erdgeschichte umfasst, stützt sich die Paläoklimatologie auf Erkenntnisse aus Paläontologie, Paläogeographie, Meteorologie, Ozeanographie und kooperiert mit Fachgebieten wie der Atmosphären- und Geophysik. Dabei wurden in den letzten Jahrzehnten verstärkt Forschungsresultate der Astronomie und der Astrophysik berücksichtigt.

Mit dem Instrumentarium der Paläoklimatologie können in vermehrtem Umfang fundierte Aussagen über die vergangene und künftige Klimaentwicklung der Erde getroffen werden. Letzteres betrifft sowohl bereits begonnene Entwicklungen wie die globale Erwärmung als auch weiter in der Zukunft liegende Ereignisse wie zum Beispiel mögliche Eiszeiten. Darüber hinaus werden paläoklimatologisch ermittelte Daten zur genaueren Bestimmung der Klimasensitivität ebenso herangezogen wie zur Erforschung der Ursachen und Folgen von abrupten Klimawechseln.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Willi Dansgaard stirbt in Kopenhagen. Willi Dansgaard war ein dänischerPaläoklimatologe. Er war bis zu seiner Emeritierung 1992 Professor für Geophysik an der Universität Kopenhagen und Mitglied der Königlich Dänischen Akademie für Wissenschaften, der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften, der Isländischen Akademie der Wissenschaften und der Dänischen Gesellschaft für Geophysik.
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Gestorben: Nicholas Shackleton stirbt in England. Sir Nicholas John Shackleton war ein britischer Geologe und Paläoklimatologe. Er spezialisierte sich auf die Erforschung der jüngsten Sedimente des Ozeanbodens, die für ihn Aufschluss über die Klimaentwicklung vom Beginn des Eiszeitalters im Quartär bis in die heutige Zeit geben konnten.
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Geboren: Gerald Haug wird in Karlsruhe geboren. Gerald H. Haug ist ein deutscher Paläoklimatologe, Gottfried-Wilhelm-Leibniz-Preis-Preisträger und Professor an der ETH Zürich, der sich auf die Untersuchung von Sedimentkernen aus Ozeanen und Seen spezialisiert hat.

1948

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Geboren: Lonnie G. Thompson wird geboren. Lonnie G. Thompson ist ein US-amerikanischer Paläoklimatologe und Professor an der Ohio State University, der sich auf die Untersuchung tropischer und subtropischer Berggletscher und Eiskappen spezialisiert hat. Zusammen mit seiner Frau Ellen Mosley-Thompson leitet er eine Forschungsgruppe am Byrd Polar Research Center, welche paläoklimatologische Analysen von Eisbohrkernen durchführt.
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Geboren: Nicholas Shackleton wird geboren. Sir Nicholas John Shackleton war ein britischer Geologe und Paläoklimatologe. Er spezialisierte sich auf die Erforschung der jüngsten Sedimente des Ozeanbodens, die für ihn Aufschluss über die Klimaentwicklung vom Beginn des Eiszeitalters im Quartär bis in die heutige Zeit geben konnten.

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