Perestroika

Perestroika (auch Perestrojka, russischперестройкаAudio-Datei / Hörbeispielanhören?/i ‚Umbau‘, ‚Umgestaltung‘, ‚Umstrukturierung‘) bezeichnet den von Michail Gorbatschow ab Anfang 1986 eingeleiteten Prozess zum Umbau und zur Modernisierung des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Systems der Sowjetunion, die von der Einheitspartei KPdSU beherrscht wurde.

Der Prozess stand in engem Zusammenhang mit der Verbreitung der Meinungs- und Pressefreiheit in der Sowjetunion unter dem Schlagwort Glasnost (wörtlich ‚Offenheit‘, ‚Redefreiheit‘, ‚Informationsfreiheit‘). Der Begriff bezog sich auf weite Teile der Gesellschaft und bedeutete im weiteren Sinn die Demokratisierung des Staates ab 1986. Die Perestroika beinhaltete zunächst Lockerungen der Parteidirektiven in der Politik der Zentralverwaltungswirtschaft. So wurde Betrieben ab 1987 eingeräumt, selbständig Entscheidungen zu treffen. Dies war ein bedeutender Einschnitt in die Ära des Sozialismus, bei dem erste Elemente der Marktwirtschaft eingeführt wurden.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Nikolai Petrowitsch Schmeljow stirbt in Moskau. Nikolai Petrowitsch Schmeljow war ein russischer Wirtschaftswissenschaftler und Schriftsteller. In seiner Heimat galt er als einer der „Architekten der Perestroika“. Von 1999 bis zu seinem Tode leitete der Wissenschaftler das Europa-Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften (abgekürzt RAN).
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Gestorben: Jegor Wladimirowitsch Jakowlew wird. März 1930 in Moskau. Jegor Wladimirowitsch Jakowlew war ein russischer Journalist und Schriftsteller. Er war maßgeblicher Vorreiter der Perestroika.
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Geboren: Rubén Gallego wird in Moskau geboren. Rubén David González Gallego ist ein russischer Schriftsteller spanischer Herkunft, der mit seinen erschütternden Memoiren Weiß auf Schwarz bekannt wurde, die den Russischen Booker-Preis gewannen. Er litt von klein auf an Infantiler Zerebralparese. Auf Druck seines Großvaters Ignacio Gallego, der Generalsekretär der spanischen Kommunisten war, wurde er von seiner im russischen Exil lebenden Mutter getrennt und musste in Waisenhäusern unter übelsten Bedingungen vegetieren. Er kämpfte sich aber durch und konnte in den Wirren der Perestroika 1990 mit Hilfe einer Pflegerin, seiner späteren ersten Frau, entkommen. Er studierte Jura und Anglistik und wurde Computerspezialist, traf seine Mutter wieder und wurde sogar Vater. Später lebte er in Freiburg im Breisgau, bevor er nach Washington, D.C. zog.

1967

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Geboren: Kyril Protsenko wird in Kiew, Ukrainische SSR geboren. Kyril Protsenko arbeitet als Künstler der Ukrainian New Wave Bewegung, welche sich während, aber vor allem nach der Perestroika Anfang der 1990er Jahre gebildet hat.

1954

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Geboren: Alexander Antonowitsch Maschkewitsch wird in Frunse, Sowjetunion geboren. Alexander Antonowitsch Maschkewitsch, auch Alexander Mashkevich ist ein u. a. in Almaty, Kasachstan, lebender israelischer Unternehmer, tätig u. a. im Bergbau und in der Metall-Industrie. Er gründete gemeinsam mit Patokh Chodiev und Alidschan Ibragimow das Bergbauunternehmen Eurasian Natural Resources. Bereits mit 26 Jahren hatte er eine Literatur-Professur inne, wandte sich aber später im Zuge der Perestroika vom akademischen Leben ab und widmete sich fortan seinen geschäftlichen Interessen und jüdischen Angelegenheiten, in denen er weltweit unterwegs war und infolgedessen auch die israelische Staatsangehörigkeit erwarb.

Historische Parallelen > Zu den Wirtschaftsmodellen von Vietnam und Laos seit 1985/86

1985

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Laos mit dem „New Economic Mechanism (NEM)“ seit

Ereignisse

1985

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Michail Gorbatschow wird Generalsekretär der KPdSU. In den folgenden Jahren werden unter seiner Ägide in der Sowjetunion Wandlungsprozesse eingeleitet, die unter den Schlagwörtern Perestroika (1987) und Glasnost (1986) bekannt werden. (1980er)

Politik & Weltgeschehen

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Mathias Rust landet am Tag der Grenzstreitkräfte mit einer Cessna auf dem Roten Platz in Moskau, daraufhin werden einige altgediente, hohe Militärs vorzeitig pensioniert und die Perestrojka auch in der Armee vorangetrieben
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Die beabsichtigte Perestroika in der UdSSR kündigt Michail Sergejewitsch Gorbatschow auf dem Plenum des Zentralkomitees der KPdSU an.

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

1989

Leben > Wichtigste politische Etappen:
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Mitorganisatorin der Pro-Perestroika-Schriftstellerbewegung „Aprel“ («Апрель») (Alla Jefremowna Gerber)

1989

Leben > Wichtigste politische Etappen:
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Mitorganisatorin der Pro-Perestroika-Schriftstellerbewegung „Aprel“ («??????») (Alla Jefremowna Gerber)

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1991

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Auflösung: Kino (russisch Кино; /kʲɪˈnɔ/) war eine russische Rockband, die von dem charismatischen Sänger Wiktor Zoi angeführt wurde und auch nach dessen Tod eine große Anhängerschaft in Russland und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion hat. Mit ihrem in die New-Wave-Richtung gehenden Stil sind sie, zusammen mit den Bands Aquarium und DDT, bedeutende Exponenten der russischen Rockmusik der Perestroika-Ära und, im allgemeinen Sinn, der modernen russischen Popmusik.

1981

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Gründung: Kino (russisch Кино; /kʲɪˈnɔ/) war eine russische Rockband, die von dem charismatischen Sänger Wiktor Zoi angeführt wurde und auch nach dessen Tod eine große Anhängerschaft in Russland und den Ländern der ehemaligen Sowjetunion hat. Mit ihrem in die New-Wave-Richtung gehenden Stil sind sie, zusammen mit den Bands Aquarium und DDT, bedeutende Exponenten der russischen Rockmusik der Perestroika-Ära und, im allgemeinen Sinn, der modernen russischen Popmusik.

1972

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Gründung: Aquarium (russisch? Аквариум, transkribiert Akwarium) ist eine russische Rockgruppe, die 1972 von Boris Grebenschtschikow, damals Student der Angewandten Mathematik an der Leningrader Staatsuniversität, und Anatoli „George“ Gunizki, damals ein Dramatiker und Dichter im Stile der Absurdität, gegründet wurde. Als Pioniere des Perestroika-Rock gelten sie, zusammen mit den Bands Kino und DDT als bedeutende Exponenten der neueren russischen Popmusik.

Rundfunk, Film & Fernsehen

2009

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Film: Perestroika (F. Murray Abraham)

1992

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Film: Stalin ist eine US-amerikanische Filmbiografie aus dem Jahr 1992. Der von HBO produzierte und von Ivan Passer inszenierte Fernsehfilm erzählt die Geschichte um Stalins Aufstieg zur Macht bis zu seinem Tod und umfasst die Zeitspanne von 1917 bis 1953. Dank seines guten Rufes und der damals vorherrschenden Politik von Glasnost und Perestroika erreichte Produzent Mark Carliner, dass der Film als erster Spielfilm überhaupt eine Drehgenehmigung für den Moskauer Kreml erhielt. Obwohl der Film fast ausschließlich an Originalschauplätzen gedreht wurde und Carliner darauf Wert legte, dass der Film, nach der Überprüfung mehrerer Wissenschaftler und Historiker, „die Wahrheit widerspiegelt“, liegt der Fokus weniger auf dem historischen Kontext als auf Stalins Charakter. Das wurde von vielen Filmkritikern als Mangel angesehen, wobei sie gleichzeitig Robert Duvalls Darstellung lobten. Allerdings interpretierte Duvall Stalin auf seine eigene Weise, sodass der Film nicht die historische Wahrheit zeigt. Der Film hatte mehrere Filmpreisnominierungen, darunter drei Auszeichnungen bei den Golden Globe Awards 1993, wobei Duvall als Bester Hauptdarsteller einer Mini-Serie oder eines TV-Films seinen vierten Golden Globe erhielt. Eine deutschsprachige Veröffentlichung ist nicht bekannt.

Stab:
Regie: Ivan Passer
Drehbuch: Paul Monash
Produktion: Mark Carliner
Musik: Stanisław Syrewicz
Kamera: Vilmos Zsigmond
Schnitt: Peter Davies

Besetzung: Robert Duvall, Julia Ormond, Maximilian Schell, Jeroen Krabbé, Joan Plowright, Frank Finlay, Roshan Seth, Daniel Massey, András Bálint, John Bowe, Jim Carter, Murray Ewan, Stella Gonet, Jelena Seropowa, Colin Jeavons, Miriam Margolyes, Kevin McNally, Clive Merrison, Lisa Orgolini, Joanna Roth, Emil Wolk, Aleksandr Feklistov, Ravil Isyanov, Robert Szilvasi, Oleg Tabakow

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