Porajmos

Das Romanes-Wort Porajmos [poraɪmos] (auch Porrajmos, deutsch: „das Verschlingen“) bezeichnet den Völkermord an den europäischen Roma in der Zeit des Nationalsozialismus. Er bildet einen Höhepunkt der langen Geschichte von Diskriminierung und Verfolgung. Die Zahl der Opfer ist nicht bekannt. Nach unterschiedlichen Schätzungen liegt sie innerhalb einer großen Spannbreite, ist jedoch sechsstellig.

Wie der Völkermord an den Juden (Shoa) war es ein Versuch der kollektiven Vernichtung. Jeder, der von den nationalsozialistischen Erfassungsinstanzen – im Altreich ein Verbund aus pseudowissenschaftlichen und kriminalpolizeilichen Gutachtern, außerhalb oft spontan entscheidende Akteure der Verfolgung – dem „Zigeunertum“ zugeordnet wurde, war grundsätzlich von Vernichtung bedroht. Dem lag die rassistische Deutung der Angehörigen der Minderheit als „fremdrassige“ „geborene Asoziale“ zugrunde. „Zigeuner“ wurden zu Objekten eines „doppelten“, des ethnischen wie des sozialen Rassismus.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Hugo Höllenreiner stirbt in Ingolstadt. Hugo Adolf Höllenreiner war ein deutscher Sinto und Überlebender des Porajmos. Als Kind überlebte er das „Zigeunerlager Auschwitz“ und drei weitere Konzentrationslager. Seit Ende der 1990er Jahre engagierte er sich als Zeitzeuge.
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Gestorben: Hildegard Franz stirbt in Deißlingen. Hildegard Franz war eine Überlebende des Porajmos. Sie war im „Zigeunerlager Auschwitz“ und in dem KZ Buchenwald inhaftiert.
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Gestorben: Walter Winter stirbt in Hamburg. Walter Stanoski Winter war ein deutscher Sinto, Überlebender des Porajmos und Zeitzeuge. Der Schausteller überlebte die Deportation in das „Zigeunerlager Auschwitz“ sowie das KZ Ravensbrück und KZ Sachsenhausen. Kurz vor der Befreiung wurde Winter Zwangssoldat in der SS-Sondereinheit Dirlewanger.
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Gestorben: Michael Zimmermann (Historiker) stirbt in Essen. Michael Zimmermann war ein deutscher Historiker, der durch zahlreiche Veröffentlichungen vor allem zum Porajmos, der Verfolgung von Roma als Zigeuner im Nationalsozialismus, hervorgetreten ist.
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Gestorben: Karl Stojka stirbt in Wien. Karl Stojka war ein österreichischer Künstler und Porajmos-Überlebender aus der Volksgruppe der Roma.

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1962

Rezeption und Aufarbeitung des Porajmos nach 1945 > Der Umgang mit den Akteuren des Genozids > Strafverfolgung:
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gegen Deportationsverantwortliche der zentralen polizeilichen Institutionen wie Josef Eichberger (1961–1964), den Hauptorganisator der „Zigeuner-Transporte“ im RSHA, oder Paul Werner , Amtsgruppenleiter im RSHA

1950

Rezeption und Aufarbeitung des Porajmos nach 1945 > Der Umgang mit den Akteuren des Genozids > Strafverfolgung:
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gegen das Personal der RHF Robert Ritter , Adolf Würth (1961–1963, 1986), Eva Justin (1958–1960) und Sophie Ehrhardt (1981–1982, 1983–1986), Ruth Kellermann (1984-1989)

Politik & Weltgeschehen

1982

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17. März: Der damalige deutsche Bundeskanzler Helmut Schmidt empfängt eine Delegation des Zentralrats deutscher Sinti und Roma und erkennt den Völkermord an den Sinti und Roma rechtsverbindlich an.

"Porajmos" in den Nachrichten