Präsident der Tunesischen Republik

Der Präsident der Tunesischen Republik ist seit der Gründung der Republik am 25. Juli 1957 das Staatsoberhaupt Tunesiens. Er ist das Oberhaupt der Exekutive und regiert das Land zusammen mit dem Premierminister, der formell der Regierungschef ist. Der Präsident ist darüber hinaus Oberbefehlshaber der tunesischen Streitkräfte. Bis zur Revolution in Tunesien 2010/2011 und der Flucht des Präsidenten Ben Ali regierten die tunesischen Präsidenten weitgehend autokratisch und faktisch ohne Gewaltenteilung, indem sie nicht nur der ausführenden Gewalt vorstanden, sondern auch den Gesetzgebungsprozess steuerten und der Judikative vorstanden. Am Tag nach der Flucht Ben Alis wurde der bisherige Präsident der Abgeordnetenkammer Interims-Präsident, der, ebenfalls interimistisch, nach der Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung Tunesiens 2011, von Moncef Marzouki abgelöst wurde. Beide hatten nur geringe Kompetenzen; die politische Macht lag bei der verfassunggebenden Versammlung, die am 26. Januar 2014 eine neue Verfassung beschloss, in der die Stellung des Präsidenten neu geregelt wurde als Inhaber der Exekutivgewalt, der ein starkes Parlament als Gegenüber hat (semi-präsidentielles Regierungssystem). Dieser Präsident wurde erstmals demokratisch in einer Wahl durch die Staatsbürger am 23. November und 21. Dezember 2014 gewählt. Bei der Stichwahl am 21. Dezember setzte sich Beji Caid Essebsi gegen den Amtsinhaber Moncef Marzouki durch und ist seit dem 31. Dezember 2014 der erste in freier Wahl direkt vom Volk gewählte Präsident Tunesiens.

Seit es dieses Amt gibt, wurde es von fünf Personen ausgeübt. Der erste Amtsinhaber war Habib Bourguiba, welcher das Amt bis zum unblutigen Staatsstreich vom 7. November 1987 innehatte. Seitdem wurde es von Zine el-Abidine Ben Ali geführt. Nach dessen Flucht aus dem Land am 14. Januar 2011 wurde das Amt kommissarisch von Premierminister Mohamed Ghannouchi ausgeübt. Am 15. Januar 2011 übernahm der Präsident der Abgeordnetenkammer, Fouad Mebazaa, das Amt geschäftsführend. Alle vier waren Mitglieder des Rassemblement constitutionnel démocratique bzw. dessen Vorgängerorganisationen Neo-Destour und Parti Socialiste Destourien. Am 23. November 2011 wurde der Vorsitzende des CPR Moncef Marzouki von der verfassungsgebenden Versammlung zum interimistischen Präsidenten des Landes gewählt.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Habib Bourguiba stirbt in Monastir. Habib Bourguiba (arabisch? ‏الحبيب بورقيبة‎ al-Ḥabīb Bū Ruqaiba, Tunesisch-Arabisch Ḥabīb Būrgība); war zwischen 1957 und 1987 der erste Präsident der Tunesischen Republik.
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Gestorben: Wassila Ben Ammar stirbt in La Marsa. Wassila Bourguiba war die zweite Ehefrau des tunesischen PräsidentenHabib Bourguiba und die First Lady Tunesiens von 1962 bis 1986.
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Geboren: Leïla Ben Ali wird geboren. Leïla Ben Ali (arabisch? ‏ليلى بن علي‎) (Leïla Trabelsi (Geburtsname)) ist die zweite Ehefrau von Zine el-Abidine Ben Ali, Präsident Tunesiens von 1987 bis 2011, und war nach ihrer Hochzeit am 26. März 1992 bis 2011 die First Lady Tunesiens. Zuvor übte sie angeblich den Beruf einer Friseurin aus. Sie wird für die Ausweitung der Korruption in Tunesien verantwortlich gemacht, deren Hauptnutznießer die Mitglieder ihrer eigenen Familie sind, des laut Einschätzung der amerikanischen Botschaft in Tunis quasi-mafiösen Trabelsi-Clans. Das persönliche Vermögen von Zine el-Abidine und Leïla Ben Ali, das sie über 23 Jahre an der Macht angehäuft haben, wird auf 5 Milliarden Euro geschätzt.
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Geboren: Moncef Marzouki wird in Grombalia geboren. Moncef Marzouki (arabisch? ‏المنصف المرزوقي‎, al-Munṣif al-Marzūqī), mit vollständigem Namen Moncef ben Mohamed Bedoui-Marzouki ist ein tunesischer Politiker und Mediziner. Marzouki wurde am 12. Dezember 2011 von der verfassunggebenden Versammlung für ein Jahr zum Präsidenten Tunesiens gewählt.
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Geboren: Zine el-Abidine Ben Ali wird in Sousse geboren. Zine el-Abidine Ben Ali ist ein ehemaliger tunesischer Politiker (RCD) und war von 1987 bis 2011 der autokratisch regierende Präsident des nordafrikanischen Landes. Am 14.? Januar 2011 verließ er nach gewaltsamen öffentlichen Protesten das Land und floh nach Saudi-Arabien. Seine Präsidentschaft wird weithin als Diktatur gewertet, unter anderem wegen offenbar gefälschter Wahlergebnisse und eines repressiven Vorgehens gegen die Opposition.

Politik & Weltgeschehen

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Tunesien wird Republik und Habib Bourguiba wird zum ersten Präsidenten gewählt.

Tagesgeschehen

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Tunis/Tunesien: Der Arzt und frühere Menschenrechtsaktivist Moncef Marzouki wird von der verfassunggebenden Versammlung für ein Jahr zum Staatspräsidenten gewählt.
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Tunis/Tunesien: Nach der Wahl zur Verfassunggebenden Versammlung einigen sich Ennahda und die Kongresspartei auf Moncef Marzouki als Übergangspräsidenten für ein Jahr.
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Tunis/Tunesien: Nach den schweren Unruhen der Vortage verhängt PräsidentZine el-Abidine Ben Ali zunächst einen landesweiten Ausnahmezustand, löst das Parlament auf und kündigt Neuwahlen binnen sechs Monaten an; später erklärt er seinen Rücktritt und verlässt das Land. Premierminister Mohamed Ghannouchi übernimmt vorübergehend die Regierungsgeschäfte und Parlamentspräsident Fouad Mebazaâ wird vorübergehend Staatspräsident.

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