Prager Frühling

Der Prager Frühling (tschechischPražské jaro, slowakischPražská jar) ist die Bezeichnung für das Streben der tschechoslowakischen Kommunistischen Partei (KPČ) unter Alexander Dubček im Frühjahr 1968, ein Liberalisierungs- und Demokratisierungsprogramm durchzusetzen, sowie vor allem die Beeinflussung und Verstärkung dieser Reformbemühungen durch eine sich rasch entwickelnde kritische Öffentlichkeit.

Mit dem Begriff „Prager Frühling“ verbinden sich zwei gegensätzliche Vorgänge: einerseits der Versuch, einen „Sozialismus mit menschlichem Antlitz“ (tschechisch: socialismus s lidskou tváří) zu schaffen, andererseits aber auch die gewaltsame Niederschlagung dieses Versuchs durch am 21. August 1968 einmarschierende Truppen des Warschauer Paktes.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Max Schneider (KPÖ) stirbt in Wien. Max Schneider war ein österreichischer Politiker (Mitglied des Zentralkomitee und Wiener Landessekretär der KPÖ). Nach seinem Bruch mit der Parteilinie anlässlich des Prager Frühlings 1968 engagierte er sich als Zeitzeuge über die Zeit des Nationalsozialismus und den Zweiten Weltkrieg.
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Gestorben: Jiří Pelikán stirbt in Rom. Jiří Pelikán war ein tschechischer Publizist, im Prager Frühling bedeutsamer kommunistischer Politiker, später Abgeordneter des Europaparlaments für die Sozialistische Partei Italiens.
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Gestorben: Zdeněk Mlynář (Politiker) stirbt in Wien. Zdeněk Mlynář war ein tschechischer Politiker und Politologe. Er war einer der Hauptakteure des Prager Frühlings und Autor des politischen Teils des Aktionsprogramms der KSČ vom 5. April 1968.
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Gestorben: Alexander Dubček stirbt in Prag. Alexander Dubček war ein tschechoslowakischer bzw. slowakischer Politiker und Leitfigur des Prager Frühlings von 1968.
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Gestorben: Gustáv Husák stirbt in Bratislava. Gustáv Husák war ein slowakischer Jurist und kommunistischer Politiker. Husák trat als Führer der slowakischen Kommunisten während des Slowakischen Nationalaufstands öffentlich in Erscheinung und leitete das Innenressort der Aufstandsregierung (1944–1945), danach wurde er Regierungschef der slowakischen Landesregierung (1946–1950). Nachdem er im Rahmen der Stalinschen Säuberungen 1950 verhaftet und als „bourgeoiser Nationalist“ verurteilt wurde, folgte eine langjährige Haftstafe (1950–1960). In den 1960er Jahren wurde er dann schrittweise rehabilitiert. Nach der Niederschlagung des Prager Frühlings, an welchem sich Husák aktiv beteiligte, wurde er Generalsekretär der Kommunistische Partei der Tschechoslowakei (1969–1987) und später als erster und einziger Slowake tschechoslowakischer Staatspräsident (1975–1989), als welcher er eine der führenden Persönlichkeiten der sogenannten „Normalisierung“ wurde.

Internationale Studentenbewegung > Parallelen > Ostblock

1956

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In der damaligen Tschechoslowakei hatten Reformsozialisten, unter ihnen insbesondere Künstler (Plastic People of the Universe), Studenten und Intellektuelle schon länger einen Sozialismus mit menschlichem Antlitz gefordert, bis es zum Prager Frühling kam, der jedoch sehr schnell gewaltsam niedergeschlagen wurde – vergleichbar mit dem ähnlich motivierten Aufstand in Ungarn (Westdeutsche Studentenbewegung der 1960er Jahre)

Geschichte > Einsatz

1968

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Prager Frühling (T-55)

Bevölkerung > Bevölkerungsbewegung

1968

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aus der Tschechoslowakei nach dem Ende des Prager Frühlings. (Österreich)

Anwendung des Begriffs

1968

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Die Wirtschaftsreformen des Prager Frühlings (Dritter Weg)

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1989

Preisträger:
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Alexander Dub?ek, tschechoslowakischer Politiker und Mitinitiator des Prager Frühlings (Sacharow-Preis)

1962

Ehrung:
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Zweiter Preis; Internationaler Wettbewerb Prager Frühling (Peter Damm)

Politik & Weltgeschehen

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Der sowjetische Staats- und Parteichef Leonid Breschnew verkündet auf dem fünften Parteitag der Polnischen Vereinigten Arbeiterpartei die so genannte Breschnew-Doktrin einer beschränkten Souveränität im sozialistischen Lager. Sie soll den Einmarsch von Truppen in die Tschechoslowakei im Prager Frühling rechtfertigen, weil eine Bedrohung des sozialistischen Systems bestanden habe.

1968

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Episoden > Kapitel 7: Kalter Krieg: – Worte gegen Panzer* (100 Jahre – Der Countdown)

1968

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Geschichte > 20. Jahrhundert > Nachkriegszeit und DDR: Das FDGB-Ferienheim Paul Gruner empfing am 1. Juli erste Urlauber.
Im Zusammenhang mit den Unruhen zum Prager Frühling wurden von der SMAD sowjetische Truppen in das Osterzgebirge abkommandiert. Diese kampierten wochenlang in den Wäldern um Cämmerswalde und rückten am 21. August in Richtung Prag vor.

1968

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20./21. August: Einmarsch von Truppen des Warschauer Pakts in der Tschechoslowakei (Ende des Prager Frühlings)

1963

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27. und 28. Mai: Kafka-Konferenz auf Schloss Liblice, ČSSR. Internationale Tagung des tschechoslowakischen Schriftstellerverbandes, beschäftigte sich mit dem damals im Ostblock weitgehend verbotenen Schriftsteller Franz Kafka und dem Phänomen der Entfremdung. Markstein des Demokratisierungsprozesses, gab wichtige Impulse für den Prager Frühling.

Rundfunk, Film & Fernsehen

2008

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Film: Ende eines Frühlings – Prag 1968, AT, ORF/3sat, 45 min, Mit den Zeitzeugen Gerd Bacher, Hugo Portisch, Helmut Zilk, Barbara Coudenhove-Calergi, Pavel Kohout, Ji?í Gruša (Renata Schmidtkunz)

2008

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Film: Ende eines FrühlingsPrag 1968, AT, ORF/3sat, 45 min, Mit den Zeitzeugen Gerd Bacher, Hugo Portisch, Helmut Zilk, Barbara Coudenhove-Calergi, Pavel Kohout, Jiří Gruša (Renata Schmidtkunz)
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Rundfunk: Das tschechoslowakische Fernsehen Československá televize strahlt die erste Folge der Krimiserie Die Kriminalfälle des Major Zeman (Die dreißig Fälle des Major Zeman), Regie: Jiří Sequens aus. Die erste Episode der chronologisch aufgebauten Serie trägt den Titel Tod am See und handelt davon, wie der junge Jan Zeman 1945 vom Konzentrationslager heimkehrt und beschließt, Polizist zu werden. Eine weitere Folge (Fuchsjagd) hat den kommunistischen Februarputsch Klement Gottwalds im Jahr 1948 zum Thema. Major Zeman unterscheidet sich nicht nur von der Anlage und vom Aufbau her von herkömmlichen (weitestgehend unpolitischen) Fernsehkrimiserien, wie sie in öffentlich-rechtlichen Anstalten beiderseits des Eisernen Vorhangs seit den 1960er Jahren üblich waren, sie gilt vor allem als regimetreue Propaganda der sogenannten "Normalisierung" nach dem Prager Frühling 1968.
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Rundfunk: Während des Einmarsches von Truppen des Warschauer Paktes in die ČSSR meldet sich der Leiter des Tschechoslovakischen Rundfunks, Jiří Pelikán, mittels einer mobilen Fernsehsendestation. Immer wieder richtet er auch in deutscher Sprache (Dies sind vielleicht die letzten Worte die ich sprechen kann, bitte helft dem tschechoslowakischen Volk ) dramatische Appelle an das westliche Ausland.
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Rundfunk: Mit dem Beginn der Invasion nimmt der von der DDR errichtete Geheimsender Radio Vltava seinen Betrieb auf. Ziele sind die Desorientierung der tschechoslowakischen Bevölkerung und die Diskreditierung der Reformer des Prager Frühlings.

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