Provisional Irish Republican Army

Die Provisional Irish Republican Army (deutsch Provisorische irisch-republikanische Armee; irischÓglaigh na hÉireann, an tIRA Sealadach; IRA; auch bekannt als PIRA, Provisionals und Provos oder von manchen ihrer Anhänger als the Army oder the ’RA bezeichnet) ist eine irisch-republikanische, linke,paramilitärische Organisation, die aus der Spaltung der Irisch-Republikanischen Armee im Dezember 1969 hervorging. Vor dem Karfreitagsabkommen strebte sie danach, den Status Nordirlands als Teil des Vereinigten Königreichs zu beenden und ein vereinigtes Irland mit Hilfe von Waffengewalt sowie politischen Mitteln zu errichten (siehe Nordirlandkonflikt). Lange waren ihre Hauptziele die Abschaffung Nordirlands sowie der Republik Irland, die sie ebenfalls als einen unsouveränen Teilstaat ansah, und deren Ersetzung durch einen sozialistisch-föderalistischen gesamtirischen Staat namens Irische Republik.

In den 1980er Jahren wurde dieses politische Konzept verworfen, da man die Konstitution der Republik Irland faktisch anerkannte und somit auf ihre Auflösung sowie den Föderalismus verzichtete. Seitdem ging es der IRA nur noch um einen britischen Rückzug aus Nordirland und die irische Wiedervereinigung zu einem sozialistischen Gesamtirland. Als Gegner und somit potentielle Ziele von Gewalt oder Terror galten all diejenigen, die ihnen bei diesem Ziel im Wege standen, speziell die britische Armee sowie die nordirische Polizei RUC. Gewalt gegen die Armee und Polizei der Republik Irland werden im Green Book, dem Manifest der IRA, ausdrücklich untersagt; trotzdem kam es auch hier zu Opfern. Die Organisation ist aus diesen Gründen im Vereinigten Königreich sowie auch in der Republik Irland als eine illegale terroristische Gruppe eingestuft und somit verboten. Sie ist traditionell eng mit der Partei Sinn Féin verbunden.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Brian Keenan (IRA) stirbt in Cullyhanna, County Armagh. Brian Keenan war ein ehemaliges Mitglied des IRA-Armeerates und einer der Gründer der modernen IRA.
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Gestorben: Martin Meehan stirbt in Belfast. Martin Meehan war ein nordirischer Politiker der Sinn Féin-Partei und Freiwilliger der Belfast Brigade der Provisional IRA.
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Gestorben: Denis Donaldson stirbt bei Glenties im County Donegal, Irland. Denis Donaldson war Mitglied der irischen Organisationen Provisional Irish Republican Army und Sinn Féin, welcher im Jahr 2005 als Spion im Dienst des MI5 und der Special Branch des Police Service of Northern Ireland (früher die Royal Ulster Constabulary) enttarnt wurde.
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Gestorben: Matt Devlin stirbt in Ardboe. Matt Devlin war ein Mitglied der Provisional Irish Republican Army (IRA) und nahm an den Hungerstreiks in den Jahren 1980/1981 teil.
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Gestorben: Kieran Nugent stirbt in Belfast, Nordirland. Kieran Nugent, auch Kieran "Header" Nugent genannt, war ein Freiwilliger der Provisional Irish Republican Army (IRA), der, als er zu drei Jahren Haft verurteilt worden war, am 14. September 1976 gezwungen werden sollte, eine Gefängnisuniform zu tragen. Der damals 19-Jährige verweigerte sich der Anordnung der Gefängniswärter als erstes IRA-Mitglied und entgegnete ihnen: „They'll have to nail it to my back“ („Ihr müsst sie schon an meinen Rücken nageln“). Als dieser zunächst spontanen Weigerung zahlreiche weitere inhaftierte Republikaner nachkamen, führte dies in den politischen Blanket Protest.

Konfliktparteien > Irisch-nationalistische Seite

1969

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(Provisional) Irish Republican Army (IRA oder PIRA): Die bekannteste paramilitärische Organisation in Nordirland. Am 28. Juli 2005 erklärte sie ihren bewaffneten Kampf für beendet. Die Bezeichnung „Provisional“ bezieht sich auf die Abspaltung von der „Official IRA“ (OIRA) bei Ausbruch des Bürgerkriegs (Nordirlandkonflikt)

Geschichte > Spektakuläre Kriminalfälle

1989

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Autobombenanschlag der irischen Terrorvereinigung IRA mit Tötung eines britischen Soldaten in Hannover (Polizei Niedersachsen)

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

1995

Preisträger:
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John Hume (Nordirland) für seine Vermittlungsbemühungen zwischen der IRA und der britischen Regierung (Hessischer Friedenspreis)

Politik & Weltgeschehen

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Die republikanische Untergrundorganisation Nordirlands IRA entschuldigt sich erstmals für die zivilen Opfer der eigenen Terroraktionen
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Großbritannien schließt ein Friedensabkommen mit der IRA
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Der zu 14 Jahren Haft verurteilte IRA-Terrorist Bobby Sands wird ins britische Unterhaus gewählt.

Anschläge

1996

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Am 15. Juni um 11.20 Uhr explodierten 1.500? kg Sprengstoff im Zentrum Manchesters. Die IRA hatte diese Bombe in einem Lieferwagen in der Corporation Street nahe der Einkaufsstraße Market Street platziert. Dies war die größte IRA-Bombe, die bisher in England detonierte. Trotz dieser Größe und der zentralen Lage des Anschlags wurde niemand getötet, es gab jedoch 206 Verletzte. Gut eineinhalb Stunden vor der Zündung erfolgte um 9.53 Uhr eine Warnung, die Schlimmeres verhinderte. Der Anschlag zerstörte 50.000? m² Einkaufsfläche und 25.000? m² Bürofläche. Seit dem Anschlag wurde die gesamte Umgebung komplett wiederbelebt, was das Stadtbild allgemein verbesserte. Ein Briefkasten außerhalb von Marks & Spencer in der Corporation Street überstand den Anschlag beinahe unversehrt und wurde mit einer kleinen Gedenktafel versehen.

Tagesgeschehen

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Belfast/Nordirland: Nordirland bildet eine eigene Regierung. Der streitbare Protestantenpfarrer Ian Paisley, Democratic Unionist Party (DUP) und Martin McGuinness aus dem politischen Flügel der Irisch-Republikanischen Armee (IRA) stehen als Regierungschefs der nordirischen Allparteienregierung vor. Im Kabinett besitzt die DUP fünf Ministerposten, die Sinn Féin kann vier Minister aufweisen, während die protestantische Partei Ulster Unionist Party zwei sowie die katholische Social Democratic and Labour Party einen Kabinettssitz aufzuweisen haben. Einig sind sich Paisley und McGuinness bereits jetzt im Bedrängen des britischen Schatzkanzlers die Körperschaftssteuer abzusenken, um die Wirtschaft wie in der Republik Irland anzukurbeln.
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Die IRA verkündet das Ende des bewaffneten Kampfes.
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Belfast/Nordirland. Bei einem Überfall auf die Northern Bank in Belfast erbeuten Bankräuber eine Summe von 26,5 Mio Pfund. Für die Tat wird später die Provisional IRA verantwortlich gemacht, die aber eine Beteiligung leugnet.
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London/Großbritannien. In der stark gesicherten Wasserburg Leeds Castle bei London beginnen neue Verhandlungen zwischen den stärksten Parteien (je Konfession) von Nordirland. Gerry Adams, Vorsitzender der (katholischen) Partei Sinn Féin, bot die Auflösung der IRA an, wenn sich die (protestantische) DUP zu einer Koalition bereit erkläre. DUP-Vizechef Peter Robinson hingegen fordert "Taten statt Worte" -erst müsse die IRA aufgelöst werden, bevor es Zusagen gibt. Premier Tony Blair bezeichnet die Verhandlungen als "letzte Chance", denn es habe keinen Sinn, immer wieder zu verhandeln, wenn sich keiner bewege.

Rundfunk, Film & Fernsehen

2008

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Film: Hunger ist das 2008 erschienene Regiedebüt des britischen Künstlers Steve McQueen, der gemeinsam mit Enda Walsh auch das Drehbuch verfasste. Der Film thematisiert den von IRA-Mitglied Bobby Sands ausgerufenen Hungerstreik im nordirischen Maze-Gefängnis 1981.

Stab:
Regie: Steve McQueen
Drehbuch: Steve McQueen, Enda Walsh
Produktion: Robin Gutch, Laura Hastings-Smith
Musik: Leo Abrahams, David Holmes
Kamera: Sean Bobbitt
Schnitt: Joe Walker

Besetzung: Michael Fassbender, Stuart Graham, Liam McMahon, Brian Milligan, Liam Cunningham

1996

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Film: Mütter & Söhne, zeitweilig auch unter Teufelskreis der Gewalt vermarktet, ist ein irischer Kinofilm aus dem Jahr 1996. Regie führte der Filmemacher Terry George. Gemeinsam mit Jim Sheridan verfasste er auch das Drehbuch. Der Film basiert auf einer wahren Begebenheit. Dreh- und Angelpunkt des Films ist ein Hungerstreik im Jahr 1981, welcher im Maze Gefängnis in Nordirland stattfand. Der IRA-Gefangene Bobby Sands tritt in einen Hungerstreik, um seinen Protest gegen die Behandlung der IRA-Gefangenen kundzutun. Er vertritt die Meinung, dass die Gefangenen als Kriegsgefangene und nicht als Verbrecher behandelt werden müssten.

Stab:
Regie: Terry George
Drehbuch: Terry George, Jim Sheridan
Produktion: Edward Burke, Jim Sheridan, Arthur Lappin
Musik: Bill Whelan
Kamera: Geoffrey Simpson
Schnitt: Craig McKay

Besetzung: Helen Mirren, Fionnula Flanagan, Aidan Gillen, Tom Hollander, John Lynch, David O’Hara

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