Pseudodimitri II.

Der zweite falsche Dimitri (Pseudodimitri II., nach seiner zeitweiligen Residenz auch Schelm von Tuschino genannt; * unbekannt; † 11. Dezemberjul./ 21. Dezember 1610greg. in Kaluga) war in den Jahren der Smuta ein Prätendent auf den russischen Zarenthron, der vorgab, der gerettete Pseudodimitri I. zu sein. Dieser wiederum war (ebenfalls) ein Hochstapler, der sich als Dmitri, Sohn des Zaren Iwan IV., ausgab und nach einer kurzzeitig gelungenen Usurpation ermordet wurde.

Pseudodimitri II. war es gelungen, unzufriedene Bauern und Kosaken um sich zu sammeln, zu denen sich auch bald mit Wassili Schuiski verfeindete Hochadlige gesellten. Unterstützt wurde er von intervenierenden polnischen Truppen, so dass seine militärischen Kräfte rasch an Bedeutung gewannen. Wider besseres Wissen erkannte ihn auch Marina Mniszech, die man nach dem Tode Pseudodimitris I. eingekerkert hatte, als ihren rechtmäßigen Gemahl an.

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Russland

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Die Truppen des Pseudodimitri II., die sich in der zweitägigen Schlacht bei Bolchow (10./11. Mai) am Oberlauf der Oka den Weg freigekämpft hatten und über Kozelsk, Kaluga, Moschaisk und Swenigorod weitergezogen waren, erscheinen vor Moskau. Zum Hauptquartier und zur Residenz wird Tušino gewählt, wo der falsche Dimtri eine prunkvolle Hofhaltung entfaltet und eine Gegenregierung bildet.

1607

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Sommer: Die labile innenpolitische Situation in Russland nutzt ein weiterer Prätendent zu einem erneuten Anlauf gegen das Regime Wassilis IV.. Er taucht als Zweiter Pseudodimitri im Juli in Starodub auf und sammelt nochmals die bei der Niederlage Iwan Issajewitsch Bolotnikows versprengten Bauern und Kosaken um sich. Sein Unternehmen erhält offene Unterstützung Polens und einzelner mit Wassili verfeindeten Vertreter des russischen Hochadels. Im Dezember 1607 steht er mit seinen Truppen vor Brjansk, ohne auf nennenswerten Widerstand zu stoßen.

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