Pulvermühle

In einer Pulvermühle (früher auch Pulverstampfe genannt) wurden nach Erfindung bzw. Verbreitung des Schwarzpulvers im ausgehenden Mittelalter bis zur Neuzeit (etwa 1918) die zur Pulverherstellung notwendigen Zutaten Holzkohle, Schwefel und Salpeter gemahlen oder zerkleinert und zur explosiven Mischung zusammengestellt.Da die zur Herstellung von Holzkohle häufig benutzten Faulbäume besonders in Tallagen anzufinden waren und die meisten Pulvermühlen mit Hilfe von Wasserkraft angetrieben wurden, lagen die Mühlen großteils an Fließgewässern. Wegen der Explosionsgefahren wurden die Mühlen außerhalb von Ortschaften angelegt.

Pulvermühlen dienen nicht nur zur Erzeugung von Schwarzpulver. Sie werden auch in der Metallurgie (Pulvermetallurgie) eingesetzt, um Pulver für Produktionsprozesse zu erzeugen.

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Historische Schwarzpulvermühlen

1862

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Pulvermühle Steffisburg im Kanton Bern, Schweiz, gegründet 1586, in Betrieb bis

1817

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Pulvermühle in Höngg bei Zürich, auf der Werdinsel, von 1753 bis etwa

1752

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Pulvermühle Heinsberg, im nordrhein-westfälischen Kreis Heinsberg im Regierungsbezirk Köln, genehmigt 1608, explodiert 1652, stillgelegt

1602

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Pulvermühlenwege finden sich beispielsweise in Berlin-Spandau und Berlin-Haselhorst, in Freiberg oder in Speyer, wo der Weg an die Pulvermühlen am Woogbach und am Schießberg erinnert.

Gründungen, Ersturkundliche Erwähnungen & Auflösungen

1994

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Gründung: Die Pulverfabrik Rottweil war ein bedeutendes Unternehmen in Rottweil, das vor allem Patronen für Jagd- und Kriegszwecke herstellte. Das Pulver wurde außerdem im Bergbau eingesetzt. Sie ging 1863 mit der Übernahme durch Max Duttenhofer aus einer Pulvermühle aus dem 15. Jahrhundert hervor. International bedeutsam wurde das Unternehmen durch eine Erfindung Duttenhofers, des rauchfreien Schwarzpulvers. Den Höhepunkt seines wirtschaftlichen Erfolges erreichte es nach dem Tode Duttenhofers: Während des Ersten Weltkrieges beschäftigte es bis zu 2000 Mitarbeiter. Das von Duttenhofer erfundene „braune prismatische Pulver“ beherrschte „lange den Markt für schwere Geschütze und Schiffsartillerie“. Es firmierte als Rottweiler chemisches Pulver, „bestand aus Nitrocellulose, verbrannte rauchlos und fast ohne Rückstand und verdrängte in kürzester Zeit das schwarze Pulver. 1887 führte es Preußen ein“.

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