Radio-Feature

Das Radio-Feature [ˈfiːtʃə(ɹ)] (auch Rundfunk-Feature oder Radio-Dokumentation genannt) ist ein nicht-fiktionales Hörfunk-Genre, das sich nach 1945 neben dem Hörspiel in den Kulturprogrammen des Hörfunks verschiedener europäischer Länder etabliert hat. Ein Radio-Feature verbindet unter anderem Elemente von Hörspiel, Dokumentation und Reportage. Ende der 1930er-Jahre wurde es in Großbritannien durch die BBC beliebt und erstmals als eigenständiges Stilelement wahrgenommen.



Geschichte




1937 führte die BBC die Experimental Hour (experimentelle Stunde) mit formal nicht gebundenen Sendungen ein, die sich durch ihren dokumentarischen Charakter auszeichneten. Der Erfolg der Reihe gab den Autoren künstlerische Freiheit und bildete allmählich eine neue Präsentationsform heraus, für die sich ab 1939 der Ausdruck „Feature“ einbürgerte. Während der Zeit des Nationalsozialismus war der Empfang der BBC, wie auch anderer ausländischer Sender, gemäß der Verordnung über außerordentliche Rundfunkmaßnahmen in Deutschland verboten, da diese als Feindsender galten. Nach Ende des Zweiten Weltkrieges kam mit der britischen Besatzungsmacht auch die neue Sendegattung nach Deutschland.Axel Eggebrecht legte im November 1945 per Aushang im Talks and Features Dpt. (Abteilung für Gespräche und Feature) des Nordwestdeutschen Rundfunks in zehn Punkten fest, was Autoren und Redakteure „Über Hörfolgen (Features)“ wissen sollten. Von Eggebrecht stammt auch das erste deutschsprachige Radio-Feature Was wäre, wenn ... Ein Rückblick auf die Zukunft der Welt, das am 9. März 1947 erstmals ausgestrahlt wurde. Eggebrecht, Peter von Zahn, Ernst Schnabel und Alfred Andersch sind die wichtigsten Autoren des frühen Features in Deutschland.1954 übernahm der SFB das Berliner NWDR-Studio. Ab Ende der 1960er-Jahre entwickelte hier Peter Leonhard Braun das „geschriebene“ Feature zum „akustischen Feature“ weiter; viele seiner Arbeiten enthielten mehr Originaltöne als Sprechertexte. Möglich wurde das durch transportable Aufnahmegeräte und besonders attraktiv durch das Aufkommen der Stereofonie.Während im westdeutschen Radioprogramm seit 1945 das Wort „Feature“ geläufig ist, bevorzugte man im Rundfunk der DDR anfangs den Ausdruck „Funkdokumentation“ (Georg Dannenberg). Erst im Januar 1963 wurde in Berlin (Ost) eine eigene Feature-Abteilung gegründet, die bis zur Abwicklung der ehemaligen DDR-Sender im Dezember 1991 bestand.Heute produzieren alle neun Rundfunkanstalten der ARD und das Deutschlandradio Features.

mehr zu "Radio-Feature" in der Wikipedia: Radio-Feature

Hörspiel und Features

2012

thumbnail
Beate Becker: Herzog – Porträt einer Leidenschaft – Regie: Beate Becker (Radio-Feature - DKultur) (Max Urlacher)

Geboren & Gestorben

thumbnail
Gestorben: Friedrich Schütze-Quest stirbt in Saarbrücken. Friedrich Schütze-Quest war ein deutscher Journalist und Featureautor.
thumbnail
Gestorben: Wolf Euba stirbt in München. Wolf Euba war ein deutscher Rezitator, Schauspieler, Regisseur und Autor von Radio-Features.
thumbnail
Gestorben: Wolfgang Rödel stirbt in Berlin. Wolfgang Rödel war ein deutscher Medienwissenschaftler und Featureautor.
thumbnail
Gestorben: Klaus Lindemann (Autor) stirbt in Berlin. Klaus Lindemann war ein deutscher Featureautor, Dramaturg und Regisseur.
thumbnail
Gestorben: Bert Breit, österreichischer Komponist und Featureautor stirbt 77-jährig.

Kunst & Kultur

Ereignisse > Kultur:
thumbnail
Der NWDR Hamburg sendet mit Axel Eggebrechts Was wäre, wenn … Ein Rückblick auf die Zukunft der Welt das erste deutschsprachige Radio-Feature. (9. März)

Geschichte

1986

thumbnail
stürzte der Preis wegen weltweiter Überproduktion an Rohöl und dem Versuch einiger OPEC-Staaten, ihre Weltmarktstellung durch Preissenkungen zu verbessern, auf weniger als zehn US-Dollar pro Barrel. Durch diesen starken Preisverfall war die OPEC in einer Krise, was die Minister dazu veranlasste, 1988 auch Tagungen mit den Staaten der IPEC, den „Independent Petroleum Exporting Countries“, zu führen, diese hatten aber keinen großen Effekt. (Organisation erdölexportierender Länder)

Arbeit, Werdegang, Werke & Leben

2009

thumbnail
Mediale Aufarbeitung: strahlt Ö1 anlässlich des 75. Geburtstags von Udo Proksch das von Doris Stoisser gestaltete Feature Der Mann der sich Serge nannte aus.

2009

thumbnail
Mediale Aufarbeitung: strahlt Ö1 anlässlich des 75. Geburtstags von Udo Proksch das von Doris Stoisser gestaltete Feature Der Mann, der sich Serge nannte aus.

2008

thumbnail
Werk: Verschlusssache Buback - eine Rekonstruktion. Feature, SWR (Holger Schmidt (Journalist))

2004

thumbnail
Werk: Georg Forster, Weltumsegler. Zum 250. Geburtstag des Revolutionärs, Tagebuchautors und Naturforschers. Radio-Feature. Prod.: DLR Berlin (Holger Teschke)

2002

thumbnail
Werk > Hörfunk > Feature: Und wo hab ick Murmeln jespielt? Vom Heimweh des Schauspielers Paul GraetzRadio-Feature, DLF, DVD-Edition Mnemosyne (Volker Kühn (Regisseur))

Erfolge, Titel, Orden & Ehrungen

2006

Erfolge:
thumbnail
im Spiel Italien – Australien bei der Weltmeisterschaft (Gianluigi Buffon)

Rundfunk, Film & Fernsehen

2014

thumbnail
Hörspiele und Feature: Christine Sievers/Nicolaus Schröder: Die Todesstrafe ist angemessen- Urteil auf Bestellung – Regie: Philippe Bruehl (Radio-Feature - WDR) (Bernhard Schütz)

2014

thumbnail
Hörspiele und Features: Jochen Meißner: Das Auge liest mit – Regie. Jochen Meißner (Radio-FeatureSWR) (Wolfgang Condrus)

2014

thumbnail
Hörspiele und Features: Lisbeth Jessen: Guten Tag auf Polnisch – Regie: Lisbeth Jessen (Radio-Feature – DKultur/WDR) (Carl Heinz Choynski)

2014

thumbnail
Hörspiele und Feature: Joachim Büthe: Optimieren und Zurichten (Mit Philipp Schönthaler durch die Wirtschaftswelt) – Regie: Axel Pleuser (Feature - WDR) (Daniel Berger (Schauspieler))

2014

thumbnail
Hörspiele und Features: Lisbeth Jessen: Guten Tag auf Polnisch – Regie: Lisbeth Jessen (Radio-Feature – DKultur/WDR) (Leslie Malton)

"Radio-Feature" in den Nachrichten